Sonntag 17.12.17
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Leitbild der Fachakademien für Sozial- und Heilpädagogik in Hof

1. Identität und Auftrag

Unsere Bildungseinrichtungen sind private, staatlich anerkannte Fachakademien in der Trägerschaft des Evang.-Luth. Diakoniewerks Neuendettelsau:

  • die Fachakademie für Sozialpädagogik und ·        
  • die Fachakademie für Heilpädagogik.

Unser Auftrag ist die Ausbildung von staatlich geprüften Kinderpflegerinnen und Kinder-pflegern, staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern und staatlich anerkannten Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Dabei lassen wir uns von christlichen Werten leiten und sind offen für alle Menschen, die die Bereitschaft mitbringen, sich in ihrer Aus-bildung bei uns auch mit dieser Grundlage ausein-anderzusetzen. Wir verstehen unsere Fachakademien als Lern-, Lebens- und Erfahrungsräume, in denen wir uns wertschätzend und anerkennend begegnen. In unserer Bildungsarbeit vermitteln wir Fach- und Methodenkompetenz und unterstützen die Studierenden in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung.

2. Werte

Wir stehen für eine Grundhaltung, die sich aus dem christlichen Verständnis des Menschseins ableitet. Die Liebe Gottes zu den Menschen und zu seiner Schöpfung ist die Grundlage unseres Handelns. Unsere Ausbildungskultur ist geprägt von der Mitverantwortung der Lehrkräfte sowohl für die persönlichen Bildungsinteressen der Studierenden als auch für deren gesellschaftspolitischen Lernprozesse. Uns ist eine Kultur des Miteinanders wichtig, die Lernfreude fördert. Ausbildung bedeutet für uns partizipatives Handeln in einem dialogischen Lehr- / Lernverhältnis. Das umschließt die Bereitschaft aller zur persönlichen Weiterbildung, zu Ehrlichkeit und kritischer Selbstüberprüfung und die gegenseitige Achtung und Akzeptanz der Individualität. Zu dieser Kultur des miteinander Arbeitens gehört für uns auch eine Kultur des gemeinsamen Lebens, die sich auch außerhalb der Klassenräume z. B. in Gesprächen, Mahlzeiten, Andachten und Festen zeigt.

3. Kunden

3.1 Bewerberinnen und Bewerber

Unser Ausbildungsangebot spricht Bewerberinnen und Bewerber an, die an unseren Fachakademien eine berufliche Erst- oder Weiterbildung aufnehmen möchten. Kinderpflegerinnen- und Kinderpflegerausbildung im Sozialpädagogischen Seminar an der Fachaka-demie für Sozialpädagogik In das Sozialpädagogische Seminar werden junge Menschen aufgenommen, die eine berufliche Erstausbildung im sozialpädagogischen Bereich anstreben. Voraussetzung dafür ist, dass sie mindestens einen mittleren Bildungsabschluss mitbringen und unser Aufnahmeverfahren erfolgreich durchlaufen. Erzieherinnen- und Erzieherausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik Die ErzieherInnenausbildung ist ein Weiterbildungsangebot. Voraussetzung für die Aufnahme istmindestens der Nachweiseines mittleren Bildungsabschlusses, eine der Regel abgeschlossene sozialpädagogische Erstausbildung und die erfolgreiche Teilnahme an unserem Aufnahmeverfahren. Heilpädagoginnnen- und Heilpädagogenausbildung an der Fachakademie für Heilpädagogik Zur Aufnahme in die Fachakademie für Heilpädagogik bewerben sich langjährig erfahrene SozialberuflerInnen (Erzieherinnen und Erzieher, Heilerziehungspflegerinnen/-pfleger, Kranken-schwestern/ -pfleger und Hochschulabsolventen), um sich für verantwortungsvolle Tätigkeiten in heil-pädagogischen Handlungsfeldern zu qualifizieren, zu spezialisieren oder neu zu orientieren.

3.2 Sozialpädagogische und heilpädagogische Einrichtungen

Zu dem erweiterten Kundenkreis der Fachakademien zählen die sozial- und heilpädagogischen Einrichtungen, in denen unsere Studierenden Praktika absolvieren, Projekte durchführen, Hilfeprozesse initiieren und begleiten oder nach ihrer Ausbildung tätig sein werden. Institutionen können auch als Auftraggeber fungieren, wenn sie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Weiterbildung an unsere Fachakademien delegieren.

4. Ziele

Wir setzen unseren staatlichen Bildungsauftrag sowohl vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Anforderungen und Veränderungen als auch unter Beachtung und Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse um. Unsere Ausbildungsstruktur entwickeln wir kontinuierlich weiter und passen sie den aktuellen Erfordernissen an. Sie bietet einerseits Sicherheit und Verbindlichkeit, lässt aber auch Raum für lebendiges Lernen, kreatives und innovatives Handeln. Wir vernetzen uns mit regionalen und überregionalen Institutionen und bauen unsere internationalen Kontakte zu sozialpädagogischen Ausbildungsstätten und Einrichtungen für unterschiedliches Klientelaus. Damit erreichen wir eine wechselseitige Bereicherung. Mit unseren hochwertigen Bildungsangeboten setzen wir Maßstäbe.

5. Fähigkeiten

Unsere Lehrkräfte bringen für die Dozententätigkeit an unseren Fachakademien verschiedenste spezifische Berufsausbildungen und in der Regel langjährige Berufserfahrungen aus der Arbeit in sozialpädagogischen Einrichtungen mit. Sie verfügen darüber hinaus über sozialpädagogische, heilpädagogische, therapeutische und beraterische Zusatzqualifikationen. Das umfassende Erfahrungswissen und die vielfältigen Fachkompetenzen im Dozentenkollegium stellen eine wichtige Grundlage für eine fundierte Ausbildung dar und gewährleisten eine hohe Vermittlungs- und Beratungskompetenz für die Stu-dierenden. Diese Vielfalt ermöglicht vernetztes Lernen im Rahmen einer lernfeldorientieren Didaktik und wird häufig ergänzt durch die Methode des Teamteaching. Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen erarbeiten wir uns aktuelle Inhalte und erweitern unsere Feldkompetenz. Zusätzliches außerschulisches berufliches Engagement in unterschiedlichen sozial- und heilpädagogischen Handlungsfeldern lässt uns Entwicklungen genauer beobachten und erweitert unsere berufliche Erfahrung. So können wir aktuell gewonnene Erkenntnisse innovativ in die fachliche Diskussion und Unterrichtsplanung an den Fachakademien einfließen lassen und theoretisches Wissen praxisrelevant und praxiswirksam vermitteln. Mit diesen Befähigungen, die weit über die von staatlicher Seite geforderten Qualifikationen hinausgehen, sind wir im theoretischen wie im praktischen Bereich für unsere Studierenden in allen Ausbildungsgängen bewährte Übergangsbegleiter in ihre zukünftigen beruflichen Tätigkeiten.

6. Leistungen

6.1 Fachakademie für Sozialpädagogik

Die Fachakademie für Sozialpädagogik bietet sozialpädagogische Ausbildungen an, die zu den Abschlüssen „Staatlich geprüfte Kinderpflegerin / Kinderpfleger“ und „Staatlich anerkannte Erzieherin / anerkannter Erzieher“ führen. Durch ganzheitliche und reflektierende Ausbildungsgestaltung erreichen wir berufliche Handlungskompetenz. Vermittelt werden wissenschaftlich aktuelle Erkenntnisse und praktische Fähig-keiten, die den Studierenden in den sozialpädagogischen Handlungsfeldern professionelle Arbeit ermöglichen. Die Vermittlung und Aneignung aktueller wissenschaftlich fundierter Inhalte geschieht durch partizipatives Handeln. Zu den unterschiedlichen Trägern und Diensten der sozialen Arbeit in unserer Region bestehen gute und intensive Netzwerkkontakte, die wir auch für eine auf den einzelnen Studierenden abgestimmte theoretische und praktische Ausbildung nutzen. In der ErzieherInnenausbildung bieten wir die Möglichkeit, auch im europäischen Ausland Ausbildungsstätten für soziale Berufe kennen zu lernen und in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen differenzierte Praktika zu absolvieren.

6.2 Fachakademie für Heilpädagogik

Die Fachakademie für Heilpädagogik bietet eine Ausbildung an, die zu dem Abschluss „Staatlich anerkannte Heilpädagogin / anerkannter Heilpädagoge“ führt. Vermittelt wird zeitnahes Wissen, das den Studierenden in den sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Handlungsfeldern der Heilpädagogik von der Frühförderung bis zur Altenhilfe Hilfestellung für professionelle Arbeit bietet. Geeignete Fachmethoden für heilpädagogische Hilfeprozesse werden durch intensive Übungen und Erfahrungen erlernt. In unterschiedlichen Übungs- und Beratungszusammenhängen wird durch intensive Reflexion Handlungskompetenz für die Steuerung individueller und dynamischer Hilfeprozesse entwickelt. Die Studierenden werden in ihrer Ausbildung befähigt, auf aktuellen individuellen Bedarf von Klienten gezielt einzugehen, Einfluss auf Organisationsstrukturen und Konzepte zu nehmen sowie beratend und leitend tätig zu sein. Wir begleiten die Studierenden bei der Erweiterung ihrer Persönlichkeitskompetenz, die neben der fachlichen Kompetenz eine Voraussetzung ist, Spannungen und Unvereinbarkeiten in den Arbeitsfeldern zu erkennen, auszuhalten und Lösungen zu erarbeiten. Wir bieten den Studierenden Unterstützung bei der Planung eigener beruflicher Perspektiven an. Dabei helfen uns die langjährig bestehenden Netzwerkkontakte zu unterschiedlichen Trägern und Diensten sozialer Arbeit in der Region.

7. Ressourcen

7. 1 Personelle Ebene

Verantwortlich für den Lehr- und Lernprozess in der Ausbildung sind Lehrkräfte aus unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen mit entsprechender aktueller Praxiserfahrung. Regelmäßige Fortbildungen erweitern ständig die vorhandenen Kompetenzen. Kompetente und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Administration und Hausverwaltung gewährleisten einen reibungslosen Ausbildungsbetrieb und unterstützen in vielfältiger Weise das Ausbildungsgeschehen in unseren Fachakademien.

7.2 Organisatorische Ebene

Den Rahmen für die Arbeit an den Fachakademien bilden Lehrpläne, die vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus verbindlich vorgegeben sind. Als private, staatlich aner-annte Fachakademien entscheiden wir innerhalb des gesetzlichen Rahmens frei über Formen der Unterrichtsorganisation. Festgelegte, transparente Verfahrensabläufe bieten eine hilfreiche Struktur.

 7.3 Finanzielle Ebene

Die Fachakademien werden weitgehend aus staatlichen Mitteln finanziert. Dazu kommen Betriebszuschüsse der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und Eigenmittel unseres Trägers. Ergänzend wird ein Eigenbeitrag von den Studieren-den erhoben.

 7.4 Materielle Ressourcen

Wir verfügen über die alle notwendigen Seminar- und Fachräume mit der entsprechenden technischen und materiellen Ausstattung, wie sie für die Ausbildung erforderlich ist. Eine Bibliothek mit Buch- und Zeitschriftenbeständen sowie Bild- und Tonträgern zu allen ausbildungsrelevanten Bereichen kann von Studierenden und Lehrkräften genutzt werden. Verwaltung und Recherche werden durch ein Bibliotheksprogramm unterstützt. Die Aula und die Cafeteria mit der Schülerfirma bieten im Lehrgebäude vielfältige Begegnungs-möglichkeiten. Unsere Sporthalle ist auch für Großveranstaltungen und für die Ausrichtung von schulischen Festlichkeiten ausgestattet. Das großzügige und ansprechende Außengelände um das gesamte Schulgebäude herum bietet angenehme Aufenthalts-, gute Sport- und Erlebnismöglichkeiten. Hier ist – bei entsprechenden Witterungsverhältnissen im Sommer – auch ungestörtes unterrichtliches Arbeiten außerhalb des Hauses möglich.

 8. Gelungenes Lernen

 8.1. Fachakademie für Sozialpädagogik

Gelungenes Lernen kennzeichnet einen interaktiven Prozess zwischen Lernenden und Lehrenden, und zwischen Lernenden in unterschiedlichen Handlungsbereichen und Beziehungsformen. Auf der Grundlage partizipativer Handlung begegnen sich Lernende und Lehrende in wechselseitig ausgerichteten Lern- und Bildungsprozessen. Partizipation sehen wir als ein grundlegendes Paradigma für gelungenes Lernen an. Partizipation wirkt positiv auf die soziale, (inter-)kulturelle und politische Integration. Wer teilhaben, mitreden, mitgestalten und sich mit seinen Stärken einbringen kann, fühlt sich respektiert, integriert und anerkannt; er lernt seine Interessen zu artikulieren, Gemeinschaft herzustellen sowie Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf demokratischem Weg zu reflektieren und zu beeinflussen. Gelungenes Lernen setzt eine gelungene Interaktion voraus, in der Lehrende und Lernende gleichermaßen handeln. Auf dieser Grundlage zeichnen sich ein neues Rollenverständnis und eine differenzierte Grundhaltung des Lehrenden ab. Er agiert als verantwortlicher Vermittler und Impulsgeber, Moderator, Berater, Coach und als Lernender; er bietet Verlässlichkeit und Transparenz bei gleichzeitiger Rollenklarheit.

Gelungenes Lernen initiiert einen Lernprozess zwischen den Teilnehmer/innen. Er ist ein eigenaktiver Vorgang, der von einem konstruktivistischen Bild des Lerners aus-geht. Die Teilnehmer/innen-Ebene erfordert einen Interaktionsgegenstand, der sich über den reinen Lerngegenstand hinaus auch auf die Bereiche Selbst-, Methoden-, und Sozialkompetenzen bezieht. Der Lernprozess knüpft direkt am Erfahrungswissen und den Lernerfahrungen der Lernenden an. Er gibt Impulse für Veränderungen. Der Wahl des Interaktionsgegenstandes kommt eine grundlegende Bedeutung für ein entdeckendes Lernen zu, indem er ein sinnliches, staunendes Lernen (Aha-Erlebnis) ermöglicht. Gleichzeitig wird den Lernenden und den Lehrenden deutlich, dass gelungenes Lernen ein Fragen hervorbringender und nie endender Prozess bleibt (Kompetenzlosigkeitskompetenz).                  

Gelungenes Lernen versetzt unsere Studierenden in die Lage, Fühlen, Wissen, Denken und Handeln zu integrieren und führt damit zu Souveränität, zu Bewusstheit und Reflexivität, zum gezielten Agieren, zu zunehmender Urteilsfähigkeit und Sicherheit, zum Wahrnehmen und Zulassen von Vielfalt und zu zunehmender Differenziertheit. Der Wandel der Lernkultur hin zur Ermöglichungsdidaktik hilft den Lernenden, ihre biografischen und lebensweltlichen Kontinuitäten und Diskontinuitäten rekonstruierbar zu machen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lernförderung und Wirklichkeitsauseinandersetzung.

 8.2. Fachakademie für Heilpädagogik

Gelungenes Lernen in der beruflichen Weiterbildung knüpft an die individuellen Lernbiographien der Studierenden an, indem in Reflexionsprozessen die bisherigen Erfahrungen und Potentiale aus schulischer und beruflicher Bildung, Berufs- und Lebenserfahrung bewusst werden. Für den Prozess des gelingenden Lernens nutzen wir die individuellen Unterschiede in den Lernbiografien unserer Studierenden. Wir ermutigen und begleiten sie, die eigenen Wissens- und Handlungseinschränkungen zu überwinden. Gelungenes Lernen heißt, sich der Verantwortung für den eigenen Lernprozess bewusst zu sein. Im Rahmen einer berufsbegleitenden Ausbildung bedeutet dies, sich erreichbare Ziele zu setzen, persönlich stimmige Bewältigungsformen für den Umgang mit Anforderungen, Erfolgen oder Misserfolgen zu erarbeiten, sich selber in seinen wachsenden Kompetenzen realistisch und selbstkritisch zu beurteilen. Lehrende ermöglichen und unterstützen diesen Lernprozess durch kontinuierliche Beratung, kritische Rückmeldungen, hohen Selbsterfahrungsanteil und Vorgabe von Selbst-Evaluationsinstrumenten. Lehrende bieten die von ihnen zu verantwortenden Inhalte so an, dass Studierende zu selbst initiiertem Lernen angeregt werden und sich gegenseitig in Selbstlern- und Austauschprozessen bereichern. Aufgrund der heterogenen Struktur der Studierendengruppe wird auf persönliche Motivation besonderer Wert gelegt. Sie ermöglicht neben notwendiger Fremdmotivation passgenaue Möglichkeit, Theorie-, Methoden- und Handlungswissen zu erweitern und zu vertiefen, auf Praxisrelevanz hin zu überprüfen und zu erproben. Lernen ist gelungen, wenn Vertrauen in eigene Handlungskompetenzen entstanden ist. Dadurch bekommen unsere Studierenden Mut, neue berufliche Herausforderungen anzunehmen und sich gerne auf einen lebenslangen Lernprozess einzulassen.