Dienstag 22.10.19
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Sozialpädagogisches Seminar - Abschlussfeier 2015/16

"Kennen Sie Kängurus?" fragte Diplompädagogin Karin Unger, die verantwortlich zeichnet für die Organisation des Sozialpädagogischen Seminars an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof. Dieses ein- bzw. zweijährige Seminar bereitet auf die Erzieherausbildung vor, und endet mit dem Abschluss der Kinderpflegerin / des Kinderpflegers. Die jungen Teilnehmer arbeiten ein- bzw. zwei Jahre in einer Praxisstelle und besuchen einmal wöchentlich den Unterricht an der Hofer Fachakademie.

"Was haben Kängurus mit unserer Abschlussfeier zu tun?" fragte Karin Unger weiter. Fast 300 Studierende und Gäste waren gespannt. "Sie lehren uns Resilienz, das heißt psychische Widerstandsfähigkeit um Krisen bewältigen zu können und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Wenn wir uns innerlich stark fühlen, dann können wir Herausforderungen und Belastungen erfolgreich meistern."

Hilfreich sind dabei insbesondere sieben Qualitäten, damit wir stark und flexibel zugleich durchs Leben gehen können und dabei können wir viel vom Känguru lernen, führte Karin Unger aus:

  • Akzeptanz -
    Mit unabänderlichem müssen wir uns abfinden. Vorbei ist vorbei.

  • Optimismus und Selbstwirksamkeit -
    Das Känguruh stellt für sich immer einen Zustand des Wohlbehagens her, der ihm hilft kraftvoll und flexibel auf seine Umwelt zu reagieren.

  • Eigenverantwortung -
    Ausgewachsene Kängurus haben ein ausgezeichnetes Riech- Seh- und Hörvermögen, so dass sie ihr Umfeld höchst sensibel und genau wahrnehmen können. Auch für uns Menschen ist die Wahrnehmung unserer Umwelt eine wichtige Überlebensstrategie.
  • Netzwerk-Orientierung -
    Kängurus leben in Rudeln zusammen und haben einen guten Kontakt zueinander. Auch wir Menschen sind soziale Wesen, die Nähe, Kontakt und Unterstützung brauchen. 

  • Lösungsorientierung und Zukunftsorientierung -
    Kängurus haben sich im Laufe der Evolution hervorragend an ihr Lebensumfeld angepasst und spezielle Fähigkeiten entwickelt, die Ihnen das Überleben sichern. Wir Menschen haben diese Fähigkeiten auch. Wir können uns unterschiedlichen Lebensräumen und Situationen anpassen. Wir haben vielfältige Möglichkeiten zur Lebensgestaltung und können immer wieder neu wählen. Zuerst aber müssen wir uns darüber klar werden, was wir wirklich wollen. Wovon wir weg und wo wir hin möchten.

"Wir brauchen ein Ziel, und ich gehe davon aus, dass für alle Erzieherpraktikanten das Ziel ist, gute Erzieherinnen und Erzieher zu werden." Mit diesen motivierenden Worten empfing Karin Unger die angehenden Erzieherinnen und Erzieher zur Abschlussfeier. Dorothee Schorsch, die vor drei Jahren genau diese Erzieherinnenausbildung in Hof abgeschlossen hat und nun einen der jungen Erzieherpraktikanten ein Jahr lang in der Praxis angeleitet hat, war als Vertreterin der Praxisstellen eingeladen und sah ihre heutige Rolle aus vier verschiedenen Perspektiven: als ehemalige Studierende, als Anleitung, als Erzieherin und als Mutter. Aus diesem reichen Fundus schöpfte sie die Beispiele, anhand der sie den jungen Menschen gute Ratschläge mitgab. "Verwenden Sie ihr Fachwissen, entwickeln Sie pädagogische Haltung, sammeln Sie Erfahrungen und halten Sie sich an Prinzipien!" Dass Kinder nicht zu erziehen sind, weil sie einem sowieso alles nachmachen, konnte Dorothee Schorsch gut dem eigenen Lernen am Kind zuordnen: "Wir lernen an ihnen, wie wir sind. Wir schaffen den Rahmen für ihre Entwicklung und müssen unser Herz offenhalten und unvoreingenommen sein!"

Nachdem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sozialpädagogischen Seminars ihre Zeugnisse erhalten hatten, wurden sowohl aus dem ein-, als auch aus dem zweijährigen SPS die besten Absolventinnen ausgezeichnet. Dies waren mit der Note 1,2 Sandra Hauenstein aus Mistelgau, der Note 1,3 Annalena Roth aus Schwarzenbach/Saale und dem Durchschnitt von 1,4 Julia Bernhardt aus Kemnath. Im zweijährigen SPS erreichten besonders gute Noten Stefanie Schuberth aus Hof mit 1,22, die Note 1,33 hatten sich Sophia Gräbner aus Engelmannsreuth erarbeitet und Michelle Bayreuther aus Rehau.

Jeder Kurs nahm auf eigene Art Abschied von den Dozenten. Mit Lieder, Bildern, Blumen, Geschenken und Worten bedankten sich alle bei ihren Kursleitungen und Lehrern und da alle Teilnehmer die Prüfung zur Kinderpflegerin/zum Kinderpfleger bestanden hatten, freuten sich auch alle auf ein Wiedersehen im nächsten Schuljahr: als Unterkurs in der Erzieherausbildung.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Astrid Döberlein am Keyboard, Eberhardt Brachtel an der Gitarre, Julia Trömer mit der Geige und Tabea Kather mit der Querflöte. Und wie bei jeder Feier in der Fachakademie war es auch diesmal so, dass sich eine ganz funktional eingerichtete Sporthalle mit den ersten Klängen der Musik in einen Raum mit einer feierlichen Atmosphäre verwandelt, mit erwartungsfrohen und festlich gekleideten Gästen. Das Schlusslied "Möge die Straße uns zusammenführen..." klang noch lange nach.