Dienstag 20.08.19
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Neujahrsempfang 2019

Am 07.01.2019 fand der jährliche Neujahrsempfang der Fachakademie für Sozialpädagogik statt. Mit großem Engagement verdeutlichten die mitwirkenden Studierenden und Dozenten, was die Jahreslosung des Jahres 2019

"Suche Frieden und jage ihm nach" Psalm 34,15

für unseren Alltag an der FAKS bedeutet und ermutigten alle Anwesenden zu einem frischen Start in das neue Jahr.

 

In diesem Sinne wünschen wir auch allen Besuchern unserer Homepage alles Gute für das neue Jahr!

Ein gutes Miteinander - Kooperation mit der KiTa Emilia

Für die Fachakademie für Sozialpädagogik Hof und die Kindertagesstätte „Emilia“ der Diakonie Hochfranken ist eine Kooperation aufgrund der räumlichen Nähe quasi naheliegend

Im September 2017 begann ein Kooperationsprojekt zwischen einer Studierendengruppe der Fachakademie für Sozialpädagogik und einer Kindergruppe der Kita Emilia in der August-Mohl-Straße. Jeden Mittwoch kann nun die Kindergartengruppe, meist 12-18 Kinder in Begleitung der Erzieherin Sabrina Raithel, für 45 Minuten die großzügige Turnhalle der Fachakademie nutzen. Doch nicht nur ein großer Raum steht hier zur Verfügung! 15 Studierende des Oberkurses, die ehrenamtlich auch in Sportvereinen tätig sind, qualifizieren sich unter Leitung der Dozentin für Bewegungspädagogik, Ursula Wendel, für den Übungsleiter. Unter dem Titel „gehüpft, geturnt, gesprungen“ bereiten die Studierenden für die Kinder abwechslungsreiche Bewegungsarrangements vor und haben die Gelegenheit, hautnah zu analysieren, wie Kinder bestimmte Geräte und Aufbauten nutzen, wie sie mit Herausforderungen und neuen Schwierigkeiten umgehen, welche Hilfestellungen und Impulse sie brauchen, wie sie in der Gruppe lernen und welche Rolle das emotionale Wohlbefinden und das Ermutigen in solchen Bewegungssituationen spielt. Den Kindern macht dies sichtlich Spaß. Sie erkunden einen neuen Lernort, außerhalb ihrer Kita und sie finden dort Geräte und Möglichkeiten, die es in einer Kindertagesstätte so nicht gibt (Ringe, Kletterwände, Weichbodenmatten, die Größe der Halle…). Dazu Sabrina Raithel: „Ein wichtiger Teil der Reggio-Pädagogik ist die Öffnung nach außen. Hier können die Kinder ihre direkte Umwelt erforschen und näher kennenlernen. Mir als Erzieherin bietet das Projekt eine neue Perspektive und weitere Einblicke in die Entwicklung der Kinder.“

Bei diesem Projekt treffen mittwochs für 45 Minuten zwei Generationen auf einander, die sich gegenseitig bereichern.

Studienfahrt nach Prag

23 Studierende und 2 Dozentinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik Hof ... 

... besuchten die Stadt Prag . Diese Gruppe setzt sich während ihrer Erzieherausbildung mit dem Medium Schwarzlicht auseinander. Deshalb fuhren sie nach Prag, in die goldene Stadt, um am Abend eine professionelle Schwarzlicht-Theater-Show anzuschauen. Nach der Vorführung hatten die Studierenden in einem kurzen Workshop die Möglichkeit Tipps und Tricks im Schwarzlicht auszuprobieren. Am zweiten Tag stand die Besichtigung des deutschen Kindergartens Prag auf dem Programm. Dort wurde der Gruppe ein Einblick über die pädagogische Arbeit und das Berufsbild Erzieher in Tschechien gewährt.

Unterstützt wurde diese Studienfahrt von der Rumänien-und Osteuropahilfe e.V. der Diakonie Neuendettelsau. Diese Unterstützung ermöglichte allen Studierenden die Studienfahrt nach Prag. Urse Wendel/ Lis Wilczek

„Medientag“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof


Medien dominieren heute den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Besorgte Eltern schlagen Alarm, wenn sie den Dauermedienkonsum ihrer Kinder nicht mehr tolerieren wollen und darin zurecht eine Gefahr für die Persönlichkeitsentwicklung der nächsten Generation sehen. Fachkräfte in sozialpädagogischen Einrichtungen sind hier ebenso gefordert, wie alle anderen an der Erziehung beteiligten Erwachsenen. Kinder sollten eine Chance bekommen, sich zu kritischen Mediennutzern entwickeln zu können, die in der Lage sind, Medien sinnvoll und dosiert zu gebrauchen. In der Erzieherausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik Hof spielt die Medienerziehung eine wichtige Rolle. Deshalb findet neben dem entsprechenden Fachunterricht einmal jährlich, unter Leitung der beiden Mediendozentinnen Claudia Weber und Edda Klier, ein „Medientag“ statt, an dem Studierende im vorletzten Ausbildungsjahr für die Neueinsteiger verschiedenste Workshops zum Thema „aktive Medienarbeit“ gestalten. Es geht dabei um konkrete medienpädagogische Methoden, die beispielsweise problematische Medienerfahrungen kritisch beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt aber auch auf Methoden, die im aktiv gestaltenden Nutzen von Medien, Kinder und Jugendliche dazu animieren sollen, Medien nicht primär zu konsumieren, sondern sie als Werkzeug zur eigentätigen Gestaltung zu nutzen und damit einen kritischeren Blick auf das zu werfen, was ihnen bei YouTube, Instagram etc. vorgesetzt wird. Am 27.11.2017 fand also der mittlerweile 6. Medientag an der Fachakademie statt. Den Einstieg bildete ein selbstproduzierter Kurzfilm, in dem das Moderatorenteam um Sabrina Schuberth, David Pidun, Björn Fichtner und Lisanne Schneider sehr amüsant verdeutlichte, dass es nicht sinnvoll ist, moderne Medien zu verteufeln. Der Pädagoge im Film entscheidet sich am Ende für eine medienpädagogische Fortbildung – und diese gab es dann für den Unterkurs in Form von verschiedensten, frei wählbaren Angeboten. „Cybermobbing“, „Gefahren des Internets“ als Workshops, die Methoden der Prävention und der Thematisierung von Medienerlebnissen in den Mittelpunkt stellten, wurden ergänzt durch actionreiche Angebote, wie „Geocaching“, „Lightpainting“ oder das Drehen eines „Musikvideos“ oder „Trickfilms“. Auch Fotostories und Hörspiele wurden selbst produziert. Bei „Super Mario goes Real-Life“ und „League of Legends – E-Sport mal anderes“ ging es um die Übertragung von Computerspielelementenauf ein Sportangebot. Auch Printmedien waren Thema. So wurden in einem Zeitungsworkshop kreative Impulse gesetzt, und so entstanden z.B. originelle Steckbriefe aus gedruckten Buchstaben und Bildern. Zwei Bilderbuchworkshops zeigten neue Methoden der Bilderbuchbetrachtung. Die Teilnehmer waren engagiert bei der Sache und freuten sich über den ungewohnten Input. Den Abschluss des Tages bildete die Präsentation der Filme, Fotos, Audiodateien, Plakate, die an diesem Tag entstanden waren.

Ein blumiger Einstieg ins neue Fachakademiejahr

Eine berufliche Ausbildung zu beginnen, ist ein wichtiger Schritt im Leben junger Menschen. An der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof wagen diesen Schritt im neuen Schuljahr 134 Studierende, die sich vorgenommen haben, Erzieherinnen und Erzieher zu werden. Am Beginn eines solch entscheidenden Lebensabschnitts stellt sich die Frage „was lässt uns zu dem werden, was tatsächlich in uns steckt?“  Der Einstieg in das neue Schuljahr stand deshalb unter dem Motto „Was lässt uns aufblühen?“ Studierende des Oberkurses hatten dazu in einem farbenfrohen Anspiel auch gleich einige Antworten parat.

Unsere Träume und unser Mut lassen uns aufblühen, aber auch Freunde, das Auftanken und Entspannen, der Zusammenhalt und die Solidarität, Wissen, Erfahrungen tragen dazu bei, dass man sich entfalten kann. Auch der Akademieleiter Pfarrer Achim Schäfer begrüßte alle anwesenden Studierenden und Lehrkräfte mit einigen Gedanken zu seiner blühenden Zimmerpflanze. Besonders wichtig für das Erblühen seien die Wurzeln und damit das Verwurzelt-sein. Wurzeln, die wir Menschen brauchen, um Halt zu haben und eine Haltung entwickeln zu können, seien auf dem Weg zur persönlichen Entfaltung elementar, so Schäfer. Dabei erwähnte er auch das Schicksal entwurzelter Menschen, die auf ihrer Flucht alles zurücklassen mussten, was ihnen wichtig war. Mit der Frage, welche Wurzeln uns Halt geben könnten, verwies Schäfer auf die Bedeutung des Wortes Religion (sich rückbinden, sich festmachen) und wünschte allen angehenden Erzieherinnen und Erziehern, aber auch den Lehrkräften starke Wurzeln, die es ermöglichen, wunderschöne Blüten hervorzubringen.

 

Mit dem irischen Instrumentalstück „Drowsy Marie“ rissen nach diesen besinnlichen Worten Annegret Feitisch an er Violine, Stefani Schubert mit einem virtuosen Part auf der Blockflöte, Julius Hopf an der Gitarre und Astrid Döberlein am Klavier das Publikum derart mit, dass man am Ende der Veranstaltung sogar ein „da capo“ forderte. Die an die musikalische Darbietung anschließende Vorstellung der Dozentinnen, Dozenten und anderen Mitarbeiter war besonders amüsant, da die drei Oberkursstudierenden Samuel Püttner, Simone Zettl und Nina Kellermann eine entsprechende Rotkäppchen-Adaption vortrugen, bei der kein Auge mehr trocken blieb.

Nach dem Stück „The blessing Nigun“, vorgetragen von den beiden Musikdozentinnen Astrid Döberlein und Lis Wilczek, endete die Veranstaltung mit einem Segensgedanken, der noch einmal an das Wagnis des Neunfangs anknüpfte. Dabei zitierte die Dozentin Karin Prix Pablo Picasso: „Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborgenen geborgen wissen.“ Die Neulinge an der Fachakademie äußerten sich beim Hinausgehen sehr begeistert von dieser Einstiegsandacht, die einige Studierende des Oberkurses zusammen mit den Dozentinnen Claudia Weber, Karin Prix und Astrid Döberlein vorbereitet hatten.

 

 

 

 

MaLu - ein Musical über Martin Luthers Gefühle

  

„MaLu“ – das bedeutet Martin Luther. Diesen großen Mann der  Kirchengeschichte zu würdigen und zu feiern, das  haben Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof mit Musik, Texten und Tänzen  als Musical umgesetzt. „I’m living to make your name high, Jesus“ – mit diesem Song mit Ohrwurmeffekt, gesungen von den Studierenden und begleitet von der vierköpfigen Schulband, begann das Musical. Sämtliche Lieder und Texte wurden im Fach „Übung Musical“ mit den 18 mitwirkenden Studierenden selbst zusammen gestellt. Das Hauptthema des Musikstücks galt den Gefühlen von Martin Luther, die  er in seinem bewegten Leben wohl hatte.  Aber nicht nur das, sondern ein wesentliches Anliegen der Akteure war, diese Gefühle des großen Mannes von damals ins Heute zu übertragen und  dadurch einen leichteren Zugang zu ihm zu finden. Martin Luther, ein Mensch mit Gefühlen,  „wie Du und Ich“. Weil das Musical an zwei Tagen mehrfach aufgeführt wurde, konnten rund 500 Kinder aus KiTas und Schulen als Zuhörer und aktive Zuschauer dabei sein. Zudem lauschten etwa 200 Erwachsene der Darbietung am Abend.  Die Gefühle Angst,  Wut, Mut, Standhaftigkeit, Liebe, Freude und Geborgenheit wurden auf der Bühne lebendig und mit Liedern, Hits und Songs zu einem Gesamtkunstwerk für Ohren und Augen.  

Die musikalische Vielfalt verdeutlichte die unterschiedlichen Gefühle und spannte eine Brücke vom Damals zum Heute. Deshalb war eine Leitmelodie des Musicals das von Luther getextete und komponierte Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Zu hören waren aber auch Kinderlieder wie das „Kindermutmachlied“ oder„run boy run“ von Woodkid.  Einzelne Studierende stellten immer wieder den Kontakt zum Publikum her durch Fragen wie „wovor hast du Angst?“ oder  „was macht dich wütend?“. Beim Gefühl „Mut“ wurde dazu eingeladen, zu ein paar Minuten Improvisationstheater auf die Bühne zu kommen – das erforderte schon eine Menge Mut. Schauspielerische Leistungen waren von allen Mitwirkenden gefordert und auch hier überzeugte  die Vielfalt.

Die verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten Lis Wilczek, Astrid Döberlein, Bernd Neumann, Werner Köppel und Ralf Wunschelmeier zeigten sich von der Studierendentruppe, ihrem Engagement und ihrer Motivation, begeistert. Seit vor Weihnachten probte das Ensemble für das Musical, nicht nur unter der Woche, sondern auch freitags und samstags.  Miteinander Texte erstellen, passende Musik auswählen, Singproben und Tanzchoreografien einüben und alles auf die Bühne zu bringen, dazu die technischen Medien nutzen, das alles erfordert Zeit und gute Zusammenarbeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Zwei Auswärtsauftritte in Neuendettelsau und Schweinfurt sind noch geplant.

Heidi Lange

 

Kunst- und Kulturabend 2017

Auch beim diesjährigen Kunst- und Kulturabend hatten die Studierenden der Fachakademie die Gelegenheit Fähigkeiten und Begabungen zu zeigen. Die folgenden Bilder vermitteln ein lebhaftes Bild de gelungenen Veranstaltung, die beim Publikum Begeisterung hervorrief.

Ob Kleider aus Papier, geschaffen von künstlerischen Händen, ...

... Begabung dazu Instrumenten traumhafte Klänge zu entlocken, ...

oder einer Stimme, welche der Aula der Fachakademie ein Opern-Flair verlieh. Die unterschiedlichsten Beiträge zeigten Studierende von einer Seite, die den Menschen nicht nur vom Unterrichtsgeschehen her beleuchtete.

Ausstellung gegen Rechtsradikalismus an der Hofer Fachakademie

„Der Schlips denkt, der Stiefel sprengt“ – so heißt es auf dem Flyer, der zum Besuch der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“ einlädt, die derzeit an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, zu sehen ist. Studierende der Fachakademie und ihr Dozent Bernd Neumann organisierten die Ausstellung im Rahmen ihres Übungsfaches „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Diesen Titel hat die Schule mittlerweile seit neun Jahren und für Neumann ist klar, dass das in erster Linie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen gegen Diskriminierung und Gewalt. Schulleiter Achim Schäfer äußerte in seiner Begrüßung allen Anwesenden gegenüber seine Sorge, dass man feststellen muss: die Demokratie gerät in Bedrängnis. Mit dieser Sorge verbindet er den Wunsch an die Studierenden, dass die Ausstellung „Demokratie stärken“ zu ihrer Einstellung und Haltung wird. In Anlehnung an ein Zitat von Jean Paul „man gibt seine Kinder auf die Schule, dass sie still werden, auf die Hochschule, dass sie laut werden“ motiviert Schäfer die Studierenden, gegen Rechtsradikalismus laut zu werden. Die Ausstellung informiert über Strukturen, Strategien und Wertvorstellungen des Rechtsradikalismus in Bayern.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Jugendszene in Bayern gelegt. Die Eröffnungsrede zur Ausstellung hielt Anke Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bayerischen Bündnis für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde schützen, Bad Alexandersbad. Sie betont, dass das Thema heute recht schnelllebig ist und die Ausstellung in der vergangenen Zeit mehrfach überarbeitet wurde. Die Begriffe „Extremismus“ und „Radikalismus“ sind nicht eindeutig zu definieren und die Verwendung der Begriffe „Linksextremismus“ und „Rechtsextremismus“ suggerieren, dass es eine große Mitte der Gesellschaft gibt, die das Thema nichts angeht. Das hält sie für problematisch, denn es kann das Bild entstehen: die einen sind extrem gegen jemanden oder gegen etwas und die anderen sind passiv. Daher, so Zimmermann, ist die Rolle jedes einzelnen nicht zu unterschätzen. Den rund 200 anwesenden Studierenden legt sie deshalb nahe, als verantwortliche Mitmenschen und angehende Erzieher gut darauf zu achten, wie sie selbst über Rechtsradikalismus reden und wie sie ihre Möglichkeiten, mit Kindern und Jugendlichen darüber zu reden, bewusst gestalten. „Sie sind in allem, was sie tun, auch Vorbild für viele Kinder und Jugendliche“, so Zimmermann. Gerade in Zeiten, in denen die Beeinflussung und Manipulation durch Medien, speziell die sozialen Netzwerke, immens sind, sind die direkte Kommunikation und das persönliche Statement überaus wichtig. Da es keine allgemeingültige Wahrheit gibt, müssen Menschen in den Dialog miteinander kommen. Zimmermann informierte weiter über aktuelle rechtsradikale Bewegungen, aber auch über Beschwerdestellen im Internet, wo gegen den zunehmenden Hass in den sozialen Netzwerken, geschrieben werden kann. Außerdem, so Zimmermann, gibt es immer auch engagierte lokale Bündnisse für ein vielfältiges Miteinander, zum Beispiel „Partnerschaft für Demokratie“ vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Heidi Lange

Air Faks geht ... in die Ferien!

Von den perfekt gestylten Flugbegleiterinnen Alina Morgner und Katharina Summerer der "Air Faks" wurden alle empfangen in dieser Stunde, in der die Unterkurse ihre Mitstudierenden aus den Oberkursen ins Berufspraktikum verabschiedeten. Vor den Unterkursen liegen die Sommerferien mit dem freizeitpädagogischen Praktikum. Vor den Oberkursen, die mit Bravour die Abschlussprüfungen bestanden haben, liegt das Anerkennungsjahr in einer Praxisstelle.
So eine Abschlussfeier ist ohne Musik an der Fachakademie undenkbar, und die musikalischen Studierenden sowie die Dozentinnen und Dozenten ließen sich von ihrer besten Seite hören.
Das Anspiel der Vorbereitungsgruppe aus dem Unterkurs nahm alle Gäste und Mitarbeiter, den Piloten Pfr. Achim Schäfer und die Co-Pilotin Lis Wilczek mit auf die Reise hoch über die Wolken.
Die Oberkurse zelebrierten mit ihren Kursleitungen gekonnt die Überreichung der Abschlusszeugnisse. Mit der Unterstützung von den Dozenten Thomas Göller, Werner Köppel und Karin Herbrig hatten sie alle Ausbildungshindernisse "umflogen" und waren begeistert von sich selbst. Es gab Blumen und Geschenke, jede Menge Dankesworte, Jubel und Erinnerungen.
Geehrt wurden schließlich die vier Studierenden, die als Beste den Oberkurs abgeschlossen hatten: Lisa Hagn  aus Marktleuthen mit dem Notendurschnitt 1,08, Leonie Meyer aus Tauperlitz erreichte den Durchschnitt von 1,21 und schließlich Saskia Schulz aus Hof und Lena Küfner aus Kulmbach; sie hatten beide die Traumnote von 1,24 erreicht.
Es wäre nicht die Fachakademie für Sozialpädagogik, wenn da nicht noch beachtet worden wäre, dass einige Studierende sich besonders engagiert hatten: Blumen gab es als Dankeschön auch für Tim Zill aus Hof für seine Bereitschaft, immer da zu sein, wenn er gebraucht wurde und für Sabrina Oswaldt aus Bayreuth für ihre großartige Unterstützung beim Besuch der ungarischen Gäste in Hof.

 Standing Ovations gab es für alle Studierenden, die trotz hoher familiärer oder emotionaler Belastungen die Ausbildung gemeistert hatten. Darin sah die Leitung und das Kollegium der Fachakademie eine ganz besonders anerkennenswerte Leistung. Eine fast noch größere Leistung hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Externenkurses vollbracht. Sie nahmen an ein oder zwei Tage pro Woche am Unterricht teil und arbeiteten in ihren angestammten Stellen, um dann mit den Studierenden der regulären Ausbildung gemeinsam die Abschlussprüfung anzugehen. Es war ein ereignisreiches Jahr voller Anstrengung, Lernen und Aufregung für sie. Dreizehn neue Berufspraktikanten hat alleine dieser Externenkurs hervorgebracht.


    Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer, Lis Wilczek, Karin Unger und Mitarbeitervertreter Thomas Göller verabschiedeten letztendlich die Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands, die nach zwanzig Jahren an der Hofer Fachakademie und einem vielseitigen Berufsleben vor der Aufgabe der Lehre in den wohlverdienten "Unruhestand" geht.

Sommerfest an der Hofer Fachakademie

 

"Die Faks im Reisefieber" so lautete das Motto des diesjährigen Sommerfestes an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik.Sowohl die Musik mit der Band der Fachakademie, als auch alle Darbietungen und sogar das reichhaltige Büffett und alle Getränke waren international ausgerichtet, und die Besucher allemal auch. Viele Nationen und Kulturen waren vertreten und feierten miteinander. Interkulturalität wird eben groß geschrieben an der Fachakademie. Der Wettergott war gnädig und bescherte einen wunderbar milden Sommerabend, so dass an der Mozartstraße bin spät in die Nacht beieinander geblieben wurde.

Die schlechten Nachrichten aus München trübten leider die Stimmung an diesem Abend, und die Gespräche drehten sich bald um die Ereignisse in dieser Nacht. Trotzdem kann man von einem sehr gelungenen Fest sprechen, das die Studierenden der Unterkurse als Bestandteil ihrer Erzieherausbildung selbst organisiert, vorbereitet und durchgeführt haben. <big>
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Abschlussfeier der Hofer Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr

"Wir". Das Gemeinschaftsgefühl stand im Vordergrund der Verabschiedungsfeier der 72 Absolventinnen und Absolventen der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof, deren Träger das Diakoniewerk Neuendettelsau ist.

72 frisch gebackene Erzieherinnen und Erzieher standen auf der Bühne, festlich gekleidet und überglücklich. Sie hatten ihre Familien und Freunde mitgebracht, so dass über 300 Menschen an der Abschlussfeier teilnahmen. Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer und seine Stellvertreterin Lis Wilczek würdigten in ihrer gemeinsamen Ansprache alle Arbeit sowohl in der Fachakademie als auch in den Familien und Freundeskreisen, denn "ohne diese Unterstützung ist eine solche Leistung, wie ihr sie erbracht habt, gar nicht möglich", betonte er. Und er hatte eine Urkunde entworfen, die für diese "stillen Helfer" in den Familien gedacht war, und die die neuen Erzieherinnen und Erzieher ihren Unterstützern als Dank und Anerkennung nun ausstellen können. "100.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen gerade in unserem Land. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese Stellen zu besetzen und für eine qualitativ gute Arbeit in den sozialen Einrichtungen in unserem Land zu sorgen. Dafür ist viel Arbeit erforderlich, aber es gibt auch viele Glücksmomente in dieser Zeit!" Zahlenspielereien aller Art untermalten humorvoll diese Feststellung, die in Psalm 139 mündete "Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege."



Erfrischend natürlich und kompetent berichtete Karolin Wolf von ihrem Weg nach ihrer Ausbildung in Hof. Sie arbeitet seit einigen Jahren im  Kindergarten der deutschen Schule auf Teneriffa, spricht natürlich inzwischen fließend spanisch und ermunterte die jungen Kolleginnen und Kollegen zu ungewöhnlichen Entscheidungen. "Packt an, führt durch, sprecht aus, was andere verschweigen! Und bleibt zuhause an der Fachakademie in Hof, so wie ich mich immer noch sehr verbunden fühle mit meiner Zeit hier, und heute sehr gern wieder hier her gekommen bin!"

Die Betreuungsdozenten des Jahrgangs der Berufspraktikanten, Thomas Göller, Karin Herbrig, Edda Klier, Vince Köppel, Sabine Wagner und Peter Zimmermann erläuterten kurz, was ihnen "WIR" bedeutet: Familie, Freunde, Gleichgesinnte, Kollegen, Mitarbeiter, Gruppen, mit denen gearbeitet wird, Orte an denen man sich wohlfühlt, Menschen die einen verstehen und mit denen man offen reden kann. Die sechs Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen hatten ein Jahr lang  intensiv die nun mit der Ausbildung fertigen und mit einem guten Zeugnis ausgestatteten Erzieherinnen und Erzieher begleitet, und gaben ihnen letzte Gedanken mit auf den Weg in die selbständige berufliche Tätigkeit.

Ganz am Ende stand die Ehrung derjenigen, die die besten Noten in diesem Jahr erreicht hatten. Mit der Abschlussnote 1,0 waren dies Sven Eisermann aus Hof, er arbeitete mit Menschen mit Behinderungen in Oberkotzau, Lisa Reichel aus Töpen, sie hatte ihr Praktikum im Kindergarten Clever Kids Planet in Hof absolviert, und Anne Reinhardt aus Plauen, sie war in der Kindertagesstätte Klinikwichtel in Plauen tätig gewesen. Stolz können alle drei sein auf diese Leistung, es gab Buchgeschenke und Glückwünsche von Pfr. Achim Schäfer und Thomas Göller, dem Verantwortlichen für die Organisation dieses Jahres. Lisa Reichel war im Schuljahr 2014/15 Studierendensprecherin gewesen und begann ihre Abschlussansprache mit einem Lied "Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise". Sie bedankte sich bei den Dozenten für das viele Gepäck, das sie alle für ihre nun beginnende Reise bekommen hatten. "Wissen und Methoden, Fähigkeiten und Haltungen sind uns vermittelt worden - und wir sind nicht allein; dieses Bewusstsein wird uns nicht verlassen," betonte sie.



Eine Hymne hat sich etabliert bei dieser sich jährlich immer wieder anders wiederholenden Veranstaltung:  der Song "Courage" von Konstantin Wecker. "Was keiner wagt, das sollt ihr wagen. Was keiner sagt, das sagt heraus." Mit diesem gemeinsamen Lied endete eine wunderbare Feier, die beim anschließenden Sommerfest nachwirken konnte.

Musikalisch gekonnt und stimmungsvoll umrahmt wurde die Abschlussfeier von Astrid Döberlein am Keyboard, Iuliana Zacharia mit der Geige, Daniela Stief und Lis Wilczek mit den Saxophonen, Ralf Wunschelmeier mit der Gitarre und Petra Kirsch, Lis Wilczek und Dominik Paul, Gesang. Viele Musikstücke ließen Fragen und Antworten erkennen und mündeten schließlich im WIR, in der Gemeinsamkeit.

Actionreiches Multiball-Turnier am Ende des Schuljahres

Action war angesagt beim Multiball-Turnier an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof. Beim mittlerweile schon traditionellen Turnier am Ende des Schuljahres kämpften Mannschaften der sechs Kurse und das Dozententeam um den ersten Platz. Das Vorbereitungsteam, bestehend aus Studierenden der Unterkurse, wählte vier verschiedene Spiele aus. Nicht auf den ersten Blick würde man „Zimmer aufräumen“ oder „Chicken-Run“ als Ballspiel erkennen; „10er-Ball“ oder „Schlappball“ schon eher. „Der Spaß“, so die hauptverantwortliche Lehrkraft Ursula Wendel, "steht hier im Vordergrund." „Aber“, so die Dozentin weiter „die Studierenden sollen Bewegung als wichtigen Bestandteil für ihr persönliches Wohlbefinden erleben. Im spielerischen miteinander und gegeneinander Kämpfen werden soziale Kompetenzen gefestigt, die Studierenden müssen Verantwortung übernehmen und Regeln einhalten und sie sollen durch die Bewegung ein gutes Gefühl bekommen und den Ausgleich als positiv wahrnehmen.“ Dass auch die Dozenten dabei sind und als eigene Mannschaft kämpfen, kommentiert ein Studierender so: „das ist cool! Wir erleben die Dozenten mal ganz anders als im Unterricht. Wir haben gemeinsam Spaß und die Distanz verringert sich“. Und so ist es auch – ebenso wie die Mannschaften der Studierenden, springen und jubeln die Dozenten und feuern sich gegenseitig an. Auf zwei Spielfeldern spielen jeweils zwei Mannschaften gegeneinander, sodass in den Spielpausen auch Gelegenheit für einen Plausch ist. Und dann geht es wieder weiter. „Los, versuch’s einfach!“ ruft eine Studierende ihrer Mannschaftskollegin zu. Diese Haltung ist auch in der pädagogischen Arbeit wichtig. Kinder und Jugendliche aufmuntern und ermutigen und ihnen etwas zutrauen, gerade was Bewegung anbelangt – das ist nicht nur gesundheitsfördernd. „Wenn die Studierenden bei solchen Veranstaltungen wieder den Zugang zur eigenen, lustvollen Bewegung entdecken, dann ist die Chance groß, dass sie das auch in ihrer pädagogischen Arbeit anderen vermitteln“, sagt Wendel. Am Ende gewinnt die Mannschaft des Oberkurses 2. Das Dozententeam wird vorletzer. Aber egal, alle werden bejubelt und am Ende gibt es noch eine nasskalte Abkühlung für alle.

 

 

Auslandspraktika im sozialen Bereich

Sie waren in Finnland, Ungarn, Kenia, auf Gran Canaria, in der Ukraine, in Polen, Spanien und Albanien.
Angehende Erzieherinnen und Erzieher haben sich in ihrem Blockpraktikum in der ganzen Welt umgesehen, um Erfahrungen in anderen Kulturen zu machen und sich selbst in anderen Welten zu erleben. Aus den vielen Vorstellungen der Praktika, die für den nachfolgenden Studierenden geboten wurden, mögen beispielhaft zwei Ziele näher beschrieben sein: Kenia und die Ukraine.
Nach Kenia, in die Nähe von Mombasa flogen Nikolai Anders, Clara Edelmann, Vanessa Kaznic, Keyana Schellhorn, Lena Thoma und Alisha Zeilner.
 
Man entscheidet sich nicht für ein Praktikum in einem afrikanischen Land ohne ein Mindestmaß an Information. Nikolai Anders hatte einige Fakten kurz und knapp für alle interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik vorbereitet. Eindringlichste Aussage war sicherlich, dass in Kenia einerseits für die Swimmingpools in den Touristenzentren viel Wasser bereit gehalten wird, andererseits die normale Landbevölkerung immer weiter laufen muss, um auch nur an Trinkwasser zu gelangen. Auch die Praktikantengruppe selbst war gehalten, mit dem Wasserverbrauch sparsam zu sein. Sie konnten in einer fast luxuriös zu nennenden Wohnung leben, sie wurden sehr gut verpflegt, aber jeder Tropfen Wasser wurde mehrfach genutzt. In Kenia gehören 82 Prozent der Bevölkerung zur christlichen Kirche, elf Prozent sind Muslime, alle anderen gehören zu verschiedenen Religionsgruppen. Die Lebenserwartung liegt bei 56 Jahren. Es gibt eine hohe Müttersterblichkeit, sieben Prozent der Bevölkerung ist HIV-infiziert. Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssysteme sind mit unseren Systemen nicht vergleichbar. Die Landschaft ist wunderschön, und es gibt eine Reihe von Naturschutzgebieten. Häufige Streiks legen das Land regelmäßig lahm. Kindergärten und Schulen sind zur Hälfte staatlich, zur anderen Hälfte privat oder von nichtstaatlichen und / oder ausländischen Organisationen getragen. Die Kinder müssen in den Kindergarten gehen, und sie lernen in einem straffen Unterrichtssystem ab dem dritten Lebensjahr.

Die sechs jungen Leute aus Hof hatten während ihres fünfwöchigen Aufenthalts nicht nur Gelegenheit, einen Kindergartenalltag zu erleben, sie waren auch in einem Kinderheim tätig und sie konnten eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen. Im Kinderheim von "Mama Jane" erlebten sie die intensivsten Momente ihres Aufenthaltes in Kenia. Durch die Hilfe zweier Flugbegleiter, die das Heim vor Jahren kennengelernt hatten, ist hier eine Oase der Liebe und Fürsorge für Kinder entstanden, die sonst keine Zukunft hätten. Die Eltern sind gestorben, alleinerziehend, krank oder so arm, dass sie ihre Kinder nicht versorgen können. Mama Jane und ihre ganze Familie helfen zusammen, um den Kinder Schulbildung zu ermöglichen und ihnen ein gutes Zuhause zu geben.

Thien Hung Nguyen und Fabio Vaccarelli waren recht spontan nach Kiew gereist. Sie ließen Vieles einfach auf sich zukommen, aber sie merkten bald, dass man sich "kümmern" muss, wenn man in einem fremden Land ist. Das erste war ihre Rolle als Erzieher. In der Ukraine ist man "kein Mann", wenn man im sozialen Bereich arbeitet, noch dazu im Kindergarten. Denn im deutschen Kindergarten war ihr Wohn- und Praktikumsplatz. Der deutsche Kindergarten in Kiew ist organisatorisch an die deutsche Schule angegliedert, räumlich aber in einem großen ehemaligen Kloster untergebracht, das sehr viel Platz bietet. Ein großer Garten mit Spielgeräten kommt dem Spiel- und Bewegungsbedürfnis der Kinder entgegen. Im ukrainischen Kindergartenalltag müssen die Kinder viel lernen: Sprachen, Ballett, Karate, Zirkus und Malkurse stehen auf dem Programm. Dafür bezahlen die Eltern horrende Summen. Die beiden Praktikanten gewöhnten sich schnell an die Struktur des Kindergartens und erkannten, dass sie sinnvoll war - und auch übertragbar auf ihre kommende Berufstätigkeit. Ihre Aufgaben waren ähnlich denen in einem deutschen Kindergarten in der Heimat, und doch waren das Leben und alle Rahmenbedingungen anders. Die beiden Studierenden fühlten sich bald wohl in der wunderschönen Stadt Kiew, sie unternahmen in ihrer Freizeit Ausflüge in die Umgebung und lernten das Land auch mit seinen Problemen kennen: dreißig Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl ist die Gegend dort nach wie vor unbewohnbar. Da sie weder die Sprache, noch die Schrift beherrschten, war es schwer, sich zurecht zu finden, und sie waren dankbar für alle Hilfe und Unterstützung der freundlichen Ukrainer.
Für alle Praktikanten, die im Ausland gearbeitet hatten, war der jeweilige Aufenthalt ein großartiges Erlebenis; alle würden es sofort wiederholen wollen und legten den Klassen, die ihnen im nächsten Schuljahr folgen werden an Herz, diese Möglichkeiten zu nutzen.

     

Die Bilder zeigen Nikolai Anders (Kenia) ... 

... und Thien Hung Nguyen und Fabio Vaccarelli (Ukraine) bei ihren Vorträgen.

Kinderbuntes Farbenteuerland an der August-Mohl-Straße

Spielplatzpate zu sein muss nicht heißen, dass man nur auf die Sauberkeit des Platzes und die Instandhaltung der Spielgeräte achtet. Es kann auch bedeuten, dass man ein Spielplatzfest veranstaltet und damit Groß und Klein auf den Spielplatz aufmerksam macht und die Besucher dafür begeistert. Für den Spielplatz an der Hofer August-Mohl-Straße machen das jedes Jahr die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik mit ihren Dozentinnen Heike Vogel und Urse Wendel. Das Spielplatzfest 2016 wurde vor wenigen Tagen entsprechend dem Motto "KOMM MIT INS KINDERBUNTE FARBENTEUERLAND" farbenfroh und fröhlich gefeiert.

Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher waren nach einer kurzen Planungsphase äußerst kreativ gewesen und hatten die Spielgeräte ansprechend und phantasievoll umgestaltet. Kunterbunte Tanzsäcke begrüßten die Familien mit einem flotten Mitmachtänzchen. Anschließend konnten die kleinen und großen Besucher an der Malschaukel lebensgroße Figuren mit den Füßen bemalen oder  eine quietschbunte Riesenmurmelbahn bauen. Viel Spaß hatten die Kleinsten im umgestalteten Klanghäuschen, und auch von den Riesenseifenblasen waren sie begeistert. Die Schwammschlacht am Klettergerüst  war der Hit, und es gab niemanden, der den schwebenden Barfußpfad ausgelassen hätte.  Es war ein außergewöhnliche Spielplatzfest, das sich auch der Hofer Bürgermeister Eberhard Siller nicht entgehen ließ! Viele Besucher genossen das Fest, und da auch der Wettergott ein Einsehen hatte und reichlich Sonnenschein beisteuerte, flossen Wasser, Limo und Kaffee in Strömen. Auch verhungern musste niemand.

Open Ear an der Hofer Fachakademie

Bereits zum dritten Mal fand Open Ear statt, und wieder hatte der Wettergott ein Einsehen: es war schön, warm und windstill an diesem Abend, und das passte ausgezeichnet zu den leisen Klängen, die das Thema "love and peace" zu den vielen Zuhörern brachte. Lis Wilczek und Astrid Döberlein begrüßten die Gäste in diesem Sinn. Mit den Dozenten Ralf Wunschelmeier und Johnnes Hienert hatten Studierende der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik ein Programm auf die Beine gestellt, das überraschte.

Eine weitere Gruppe brachte unter der Leitung von Werner Köppel ihre theaterpädagogischen Begabungen ein; den Anfang bildete eine Percussion von maskierten und mit Regenschirmen ausgestattenen Figuren, die die Besucher besuchten und schließlich die Blicke zur Bühne lenkten. "Freeze" hieß es inmitten der Musik, und sehr spontan ergaben sich zu Stichworten, die das Publikum lieferte, sekundenlange Sequenzen voller lustiger Spielfreude und Phantasie, moderiert von Martin Schubert. Und dann die Musik: von Beethovens Mondscheinsonate bis zu Liedern und Schlagern, die jeder mitsingen oder zumindest mitsummen konnte, spannte sich der Bogen. Tolle Stimmen waren zu hören: Stefanie Bohn, Cigdem Cöcelli, Franziska Busch, Vanessa Klug und Antonia Schindler wurden von ihren Lehrern und Hannes Ebert mit den Gitarren begleitet. Alle miteinander wechselten sich am Keyboard und an den Drums ab.

Star des Abends war aber eindeutig Dominik Paul, dessen Stimme tragend und bestimmend durch den Schulhof der Fachakademie klang, der die Atmosphäre schuf, in der der Abend begann und endete: friedlich und gemeinschaftlich, liebevoll und einfach nur schön. Zugaben und Applaus ergänzten diese Stimmung wunderbar. Besonders beeindruckt war eine Gruppe junger Flüchtlinge, die erstmals eine Veranstaltung an der Fachakademie besuchten und anschließend mit allen anderen Studierenden auf einer großen Leinwand das Fußballspiel sahen, das diesen Abend abschloss. 

Ungarische Austauschstudierende in Hof

Das Foto zeigt vlnr: betreuender Dozent Werner Köppel, Bernadett Szabo, Bogi Gombkötö, Viola Faggyas, Lilla Feher, Ina Ackermann vom TPZ, Übersetzer Herrn Bauer, Johannes Frisch, Tagesstättenleiter im TPZ und Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer

Boglarka Gombkötö, Bernadett Szabo, Viola Faggyas und Lilla Feher waren vier Wochen zu Gast in Hof. Müde und traurig wegen des Abschieds und doch sehr reflektiert waren die jungen Frauen bei der letzten Zusammenkunft im Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum in Hof, in dem sie einen Großteil der vier Wochen hospitiert hatten. Sie kamen als Gäste der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik und besuchen in Ungarn das Pädagogische Gymnasium in Miskolc, mit dem die Hofer Fachakademie seit vielen Jahren eine Partnerschaft pflegt. In Hof bewohnten sie eine Ferienwohnung, in der sie sich selbst versorgen mussten, so konnten sie beim Einkaufen und beim Bummel durch die Stadt ihre Deutschkenntnisse auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüfen. Werner Köppel, Dozent an der Hofer Fachakademie und Ina Ackermann, Erzieherin im TPZ, hatten die Betreuung der angehenden Pädagoginnen übernommen.
Sie würden sofort wieder nach Hof kommen und lernen ab jetzt fleißig deutsch, sagen sie in der Abschlussrunde. Sie nehmen viele Eindrücke von der pädagogischen Arbeit im TPZ mit nach Ungarn. Sie werden Material, das sie hier kennengelernt haben, in Ungarn basteln, weil man es dort leider nicht bekommt. Sie haben jetzt schon Sehnsucht nach den Kindern; sie sind ihnen ans Herz gewachsen. Sie kennen jetzt zwei Welten, und sie nehmen alle Eindrücke mit in ihre spätere Berufstätigkeit. Sie sind beeindruckt von der Qualität der Räume und von der Ausstattung im TPZ. Sie haben gelernt, dass Sprache wichtig ist, aber für Menschen mit Behinderungen eher im Hintergrund steht. Sie haben viel Freundlichkeit und Entgegenkommen erlebt, Geduld und Humor. - Über soviel Lob freuen sich die Organisatoren dieses Studierendenaustausches; denn es fahren auch Hofer Studierende nach Ungarn, um in sozial Einrichtungen zu helfen. Und eine richtige Hilfe waren sie, die vier jungen Frauen, das bestätigen Ina Ackermann, Mitarbeiterin im TPZ und Johannes Fritsch, Leiter des Bereiches der Tagesstätten im TPZ mit einem herzlichen Dank für die geleistete Arbeit.

Bernadett war die zupackende Frau mit dem immerwährenden Lächeln und der positiven Ausstrahlung. Der Blickkontakt zu den Kindern hat ihr geholfen, die Sprachbarriere zu überwinden. Viola spürte die Freude der Kinder über ihre Anwesenheit und das Interesse, weil sie aus einem fremden Land kam. Sie musste ungarisch sprechen, weil die Kinder ihrer Sprache lauschen wollten. Besonders aufgefallen sind ihr die Lust und die Liebe, mit der die Mitarbeiter tätig sind. Theoretisch war ihr der pädagogische Arbeitsansatz nach Maria Montessori bekannt; nun hat sie auch praktische Erfahrungen sammeln können. Lilla wurde von den Kindern korrigiert, wenn ihre deutsche Ausspruchsweise falsch war. "Für die Kinder war es eine tolle Erfahrung, dass sie etwas besser konnten als eine Erwachsene," meinte Ina Ackermann. "Wenn Lilla mal einen Tag nicht da war,  haben die Kinder sie vermisst." Bogi hatte vor ihrem Aufenthalt in Hof keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Es hat sie überrascht, dass die Kinder alles gemeinsam machen und alles können - "sie lachen, weinen, lernen und singen wie andere Kinder auch!" Bogi hat erst genau beobachtet und dann mitgemacht, so wuchs sie in die Arbeit hinein. Ina Ackermann gefiel besonders, dass die Jugendlichen in dieser Gruppe sich Mühe gaben, deutlich zu sprechen, damit Bogi sie verstehen konnte.

Und wenn sie nicht im TPZ waren, waren die vier Ungarinnen mit den Studierenden der Fachakademie unterwegs: in Berlin z. B., bei der zweitägigen Abschlussfahrt der Oberkurse. Bei vielen gemeinsamen Unternehmungen in Hof, bei gemeinsamen Abenden und Ausflügen.  Am Sonntagmorgen fuhr der Zug über Regensburg und Budapest wieder nach Miscolc. Abschiedsschmerz und Heimweh vermischten sich, und die Tränen flossen reichlich.

 

 

 

Ungarische Studierende zu Gast an der Hofer Fachakademie

Für vier Wochen bleiben vier junge Frauen aus Miskolc in Ungarn in Hof. Sie sind Gast an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. In Ungarn besuchen sie das Pädagogische Gymnasium in Miskolc, mit dem die Hofer Fachakademie seit vielen Jahren eine Partnerschaft pflegt. Sie nehmen gemeinsam mit den Hofer Studierenden an einigen Veranstaltungen an der Fachakademie teil, und hospitieren in jeder Woche mehrere Tage im Therapeutisch-pädagogischen Zentrum in Hof. Untergebracht sind sie in einer Ferienwohnung, in der sie sich selbst versorgen müssen. So ist gewährleistet, dass sie beim Einkaufen und beim Bummel durch die Stadt auch unvorbereitete Situationen kennenlernen, und dass sie ihre Deutschkenntnisse auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüfen können. Betreut werden die vier angehenden Pädagoginnen von Werner Köppel, Dozent an der Hofer Fachakademie und von Ina Ackermann, Mitarbeiterin im TPZ.

 

vlnr: Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer, Boglarka Gombkötö,19, Bernadett Szabo, 20, Viola Faggyas, 20, Lilla Feher, 19, und aus Hof: Sabrina Oswald, Studierende im Unterkurs. Sabrina Oswald hat in den letzten vier Wochen ein Praktikum in Ungarn absolviert und konnte dort Land und Leute und einige Bereiche der sozialen Arbeit gut kennenlernen.

Theater im Klassenzimmer

"Ökologie und Gesundheitserziehung" heißt eines der Fächer, die dHeinz Heckmann an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik unterrichtet. Dabei geht es im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt um alles, was Erzieherinnen und Erzieher wissen müssen, wenn sie mit Kindern und Eltern, Kollegen und Praktikanten zu tun haben. Ernährung, die Sinne und ihre Funktionen,  Erkrankungen, Verletzungen und Mobilität sind wichtige Unterrichtsthemen. Viele Zusammenhänge werden untersucht; naturwissenschaftliche Experimente, die man mit Kindern spielerisch machen kann werden ausprobiert. Und eines der ganz wichtigen und umfassenden Themen, um die es geht, sind Suchtgefährdungen. Alkohol- und Drogenkonsum gehören hierher, und natürlich alle Süchte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Leben schwer machen, weil sie Folgen haben, die kaum jemand abschätzen kann. Heutzutage nicht nur im gesundheitlichen Bereich und im sozialen Miteinander, sondern auch hinsichtlich der Fähigkeit, zu lernen und ein sinnvolles Leben zu führen.

Heinz Heckmann ging das Thema "Sucht" diesmal ganz anders an. In Absprache mit den Studierenden lud er die Schauspielerin Jana Kusch ein. Gemeinsam mit der Dramaturgin und Theaterpädagogin Nina Eichhorn ist sie seit einigen Tagen mit dem Stück "Kiwi on the Rocks" auf einer Tour durch die Klassenzimmer der Region, das "Junge Theater Hof" hat dieses Stück auf dem Plan. Unterstützt vom Rotary Club Hof-Bayern, dem Suchtarbeitskreis Hof und die Polizei Hof - Abteilung Drogenprävention in Person des Kriminalkommissars Thomas Schmalfuß kommt "Kiwi"  in die Klassenzimmer.

Kiwi ist 15 und heißt eigentlich Kirsten Wittenbrink. Sie will ihr Leben genießen. Frei sein. Und vor allem: selbst entscheiden, was für sie gut ist. Dazu gehört - ganz klar - Alkohol. Der macht nämlich schön locker und mutig. Viel mutiger, als Kiwi eigentlich ist. So hat sie das Gefühl, dazu zugehören und wirklich tough zu sein. Denn darauf stehen die Jungs, glaubt sie. Und nur darum geht es. Auch wenn die oft mehr wollen als nur Knutschen und damit mehr, als Kiwi geheuer ist. Viel lieber stylt sie sich auf, geht feiern und überlässt dem Alkohol die Kontrolle über sich. Lässt zu, dass ihr alles egal wird. So auch in der einen fatalen Nacht, in der alles aus dem Ruder läuft...

Daniel Rattheis hat diesen Text im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters geschrieben. Sehr einfühlsam erzählt er überzeugend von den Wünschen und Ängsten heranwachsender Mädchen, bei deren Erfüllung, beziehungsweise Überwindung, Alkohol immer öfter als willkommener Helfer erscheint. KIWI ON THE ROCKS besticht durch die authentische, unsentimentale Sprache, in der die Protagonistin ihre Gedanken fließen lässt. Jana Kusch spielt die knappe Stunde allein und überzeugend. Es dauert einige Momente, bis sich die Klasse aus ihrer Betroffenheit löst und der Beifall durch den Raum rollt.

Nur wenig Zeit bleibt für die Diskussion mit der Schauspielerin und der Theaterpädagogin. Aber gerade bei den angehenden Erzieherinnen und Erziehern folgen Stunden mit dem Dozenten nach, in denen sie die neu gewonnenen Einsichten nachbearbeiten werden. Zur Nachahmung empfohlen! Eine solche Stunde vergisst man nie im Leben.

Hofer Studierende im Vorstand der SveA

Was ist BeA, wist SveA?
Ganz einfach: hinter diesen Abkürzungen verbirgt sich zum einen der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik und zum anderen dessen "Juniororganisation", die Studierendenvertretung evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik. Katja Blossfeldt aus Waldsassen, Studierende im Oberkurs an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, ist nun in den Vorstand der SveA gewählt worden. Diese zweijährige Amtszeit geht sie mit Gelassenheit an.

"Zweimal im Jahr finden große, bundesweite Treffen statt; im Frühjahr und im Herbst. Der Vorstand bereitet diese Treffen inhaltlich und organisatorisch vor. Ich freue mich, dabei mithelfen zu können!" Bei diesen Treffen vergleichen sich die Bildungseinrichtungen hinsichtlich ihrer Unterrichtsinhalte und Methoden. In Workshops werden Themen bearbeitet, die berufspolitisch interessant und aktuell sind, z. B. die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Gleichzeitig werden pädagogische Diskussionen aufgegriffen, die in der Vielfalt der Ausbildungsstätten und der unterschiedlichen Länderinteressen von den angehenden Erzieherinnen und Erziehern oft auch kontrovers bewertet werden.

Beim vergangenen Treffen in Hamburg stand die beispielhafte Konzeptionierung für ein Jugendzentrum im Vordergrund. Die Hoferin Julia Ernstberger, die als Unterkursvertreterin an der Tagung teilnehmen konnte, berichtete, dass man ein fiktives Jugendzentrum entworfen habe, das sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiere. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Küche das Zentrum einer solchen Einrichtung sein müsse, weil alle Kinder und Jugendlichen über die Mahlzeiten und ihre Zubereitung sehr gut erreicht werden können. "Es ist ein bißchen wie zuhause," meinten die beiden Studierenden, "da ist auch oft die Küche das eigentliche Zentrum der Wohnung. Und viele Kinder verbringen einen Großteil des Tages im Jugendzentrum, an mehreren Tagen in jeder Woche." Bei diesem Workshop sei ihnen auch so richtig bewusst geworden, wie groß der Anteil an Kontakten und Orientierung ist, den Kinder und Jugendliche nicht mehr in der Familie, sondern in sozialpädagogischen Einrichtungen erleben. "Das war für uns auch sehr motivierend, sich noch mehr mit dem Bereich der Jugendarbeit auseinander zu setzen," waren sich Katja Blossfeld und Julia Ernstberger einig.

Im Frühjahr 2016 findet der nächste Bundeskongress in Wittenberg statt. Katja Blossfeld (im Bild links) und Julia Ernstberger (im Bild rechts) freuen sich darauf. "Bestimmt gelingt es uns, noch mehr Studierende zur Teilnahme zu motivieren. Dieser Blick über den Tellerrand ist sehr wertvoll!" meinen die beiden.

Besuch in Torgau

In Torgau gibt es viele Sehenswürdigkeiten, viele Museen und Orte, die man besuchen könnte. Ein Denkmal am Elbufer erinnert an die Begegnung von sowjetischen und US-amerikanischen Truppen im April 1945. Es gibt im Ort die Katharina-Luther-Stube im Sterbehaus von Katharina von Bora, Luthers Witwe. Es gibt das Braumuseum, das die Bedeutung der Torgauer Braukunst im 15. und 16. Jahrhundert anschaulich dokumentiert. Man könnte das Lapidarium besuchen und den Hausmannsturm von Schloss Hartenfels, einst Wohnort des Hofnarren Claus. In Torgau gibt es das aufwändig restaurierte Bürgermeister-Ringenhain-Haus, eines der bedeutendsten Renaissance-Bürgerhäuser im mitteldeutschen Raum, und ein historisches Handwerkerhaus, dessen Restaurierung erst im Mai 2010 abgeschlossen wurde. Im Zentrum der Stadt findet man den ältesten Spielwarenladen in Deutschlands. Und es gibt die Gedenkstätte DIZ Torgau, in der die Geschichte der Torgauer Haftstätten während des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR dokumentiert ist.

Für eine große Gruppe Studierender der Fachakademie für Sozialpädagogik, der sich einige Realschüler mit ihrer Lehrerin Siglinde Waschke angeschlossen hatten, gab es aber nur ein Ziel: die Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau". Hier wird an über 4000 Jugendliche erinnert, die zwischen den Jahren 1964 und 1989 in dieser Disziplinierungseinrichtung der DDR-Jugendhilfe umerzogen werden sollten. Die vernichtenden Methoden, die sogenannte "Erzieher" sich für die Kinder und Jugendlichen ausgesonnen hatten, erreichten ihr Ziel: mit schwerer Arbeit, vielen Verboten, unglaublich strengen Strafen und vor allem mit einem Pensum an Sport, das niemand schaffen konnte, ohne Schaden zu nehmen, versuchte man die Persönlichkeit der Kinder zu brechen. Viele, die das Martyrium überlebt haben, sind heute psychisch und körperlich krank. Drei dieser ehemaligen Heimkinder lernten die jungen Besucher in einem Film kennen. Sie reflektieren zwanzig Jahre nach ihrer Unterbringung in Torgau ihr Leben und vermitteln einen ersten Eindruck an die Hofer Jugendlichen. Die Leiterin der Gedenkstätte, Manuela Rummel, erklärte in ihrem Vortrag Einzelheiten des Systems, das bis zur Wende im Jahr 1989 mit voller Härte durchgeführt wurde, wenn Kinder und Jugendliche nicht "sozialistisch angepasst" waren. Sie zeigte der Gruppe den sogenannten "Fuchsbau", eine etwa 1,20 Meter niedrige Kellerkammer, in der Jugendliche zur Strafe für bis zu zwölf Tage bei geringer Versorgung und absolut alleine und ohne Ansprache eingesperrt wurden, wenn sie sich den Heimregeln widersetzten, oder gar einen Ausbruch planten. Es gab in diesen Jahren Selbstverstümmelungen und Selbstmorde; sexuelle Gewalt, unsägliche hygienische Zustände. Schreckliche Details zogen sich durch den Bericht von Manuela Brummer und durch den kurzen Filmbeitrag.

Besonders beeindruckend war das Zeitzeugengespräch am Nachmittag. Ralf Weber, heute 60 Jahre alt, berichtete aus seinem Leben. Mit knapp sechs Jahren war er sozusagen der Jugendhilfe der DDR in die Hände gefallen, weil seine alleinerziehende Mutter arbeiten musste, und er als Kind unbeaufsichtigt auf der Straße stand. Sein gewalttätiger Vater hatte die DDR erlassen; der Staat sah keine Leistungen für die kleine Familie vor. Ralf kam in ein Kinderheim, lernte zu schweigen und sich anzupassen, um zu überleben. Als Jugendlicher wusste er "Erwachsene sind gefährlich". Er lernte viele Heime kennen, er wurde immer weitergereicht, mit dem Ziel, seinen Willen zu brechen. Die Einzelheiten, die er berichtet, sind schwer zu verdauen. Er durchläuft die Jahre, und die Zuhörer vergleichen den Bericht unwillkürlich mit ihrem eigenen Leben. "Nach dem Entweichen aus der letzten Einrichtung brachte man mich nach Torgau. Torgau heißt - du stellst nie wieder eine Frage." Sprechen ist verboten in Torgau, und mit brachialer Gewalt wird den Jugendlichen das beigebracht. Sechs Monate musste Weber hierbleiben. Sein Lebensweg ging schwierig weiter - mit unerfüllten Versprechungen, weiteren Gefängnisaufenthalten, weil er sich in der Volksarmee nicht anpasste, einer missglückten Ehe. "Ich hatte ja garnicht gelernt, wie man sich Menschen gegenüber verhält". Gewalt und ihre Folgen bestimmten sein Leben. Und doch nahm es eine Wendung. Er lernte seine jetzige Frau kennen, wurde Vater einen kleinen Tochter - vierzehn Tage vor der Grenzöffnung; als man - aber das wusste er damals nicht - in Torgau begann, "aufzuräumen". Man wollte Spuren verwischen, vernichtete Akten und riss die Gitter an den Fenstern ab. Ralf Weber wusste, dass er das an ihm und den vielen anderen jungen Menschen begangene Unrecht aufarbeiten wollte. Er kümmerte sich um den Erhalt der Räume, von denen viele bereits durch die Treuhandgesellschaft zu Eigentumswohnungen umgebaut worden waren. Er kümmerte sich um die Errichtung der Gedenkstätte und sitzt heute am Runden Tisch der Bundesregierung, wo über die Entschädigungen der Heimkinder in Ost und West verhandelt wird. - Ja, im Westen gab es ähnliche Heime, der einzige Unterschied: sie wurden bereits im Zuge der 1968iger Veränderungen aufgelöst und verändert; eine innovative Heimpädagogik entwickelte sich. Auch dies natürlich von unten nach oben; hier ergänzte die Hofer Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands den Bericht von Ralf Weber und Manuela Rummel. Sie hatte diese Exkursion der Hofer Studierenden und Schüler im Rahmen der Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" organisiert und ihr war daran gelegen, zu verdeutlichen, dass auch heute viele Kinder in der Jugendhilfe untergebracht sind, die gute Erzieherinnen und Erzieher brauchen, die mit Wissen und Verständnis auf die heute vorliegenden Probleme reagieren. "Ich möchte nicht, dass in 20, 30 Jahren die Kinder von heute Entschädigungen einklagen müssen," betonte sie. "Sie brauchen Erzieherinnen und Erzieher, die mit einer überzeugt demokratischen, professionell und menschlich geprägten Haltung in der Jugendhilfe arbeiten."

Die Ausstellung in der Gedenkstätte - darin waren sich alle einig - konnte nur bruchstückhaft den Eindruck des Lebens der Jugendlichen in der Einrichtung vermitteln, wie es die Zeitzeugen konnten. Die Heimfahrt der Hofer verlief sehr ruhig. Alle Teilnehmer waren nachdenklich geworden.


Das Bild zeigt Ralf Weber bei seinem Vortrag.

Weihnachtsworkshops an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

Wenn Schleckermäuler, Kreative, Experimentierfreudige, Weihnachtsbäcker, Tauschwillige, X-Mas-Card-Designer, Christbaumkugelbastler, Videomacher, spontan Wohltätige und Andachtsvorbereiter in Aktion sind, dann finden in der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof die Weihnachtsworkshops statt. In insgesamt elf Werkstätten mit verschiedenen Angeboten konnten sich die Studierenden der Ober- und Unterkurse am letzten Tag vor den Weihnachtsferien auf das Fest einstimmen.

Die Ideen zu den Workshops lieferte der Oberkurs O1. Sie überlegten, welche Inhalte so kurz vor dem Fest für die übrigen Studierenden interessant sein könnten. Schließlich sollte für jeden etwas dabei sein. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher bekamen in den Workshops Anregungen für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kreativ ging es zu im  „winterlichen Weihnachtsdorf“ und bei den „besonderen Christbaumkugeln“, denn hier wurde mit allerhand Material gearbeitet, das eigentlich schon ausgemustert war: Glühbirnen verwandelten sich in funkelnde Christbaumkugeln, Schneemänner entstanden aus Kronenkorken und Pappe, Bäume aus Papierspiralen und eine Kirche aus rot angestrichenem Wegwerfkarton. „Die Welt sollte viel bunter sein,“ meinte eine Studierende aus einem Workshop, „dann wäre sie viel einladender – besonders für Kinder“.

In weiteren, eher traditionellen Workshop wurden Plätzchen gebacken, Knusperhäuser hergestellt und verziert, und Kerzen in Orangenschalenhälften gegossen, die mit Nelken besteckt nicht nur schön leuchteten, sondern auch noch gut dufteten. Beim Basteln von weihnachtlichen Windlichtern und Weihnachtskarten konnten noch die letzten Weihnachtsgeschenke selbst hergestellt werden, für manche Studierende zwei Tage vor Weihnachten bestimmt eine willkommene Aktion.

Interaktiv ging es zu beim „Weihnachtstausch“ und bei einer "Wohltätigkeitsaktion in der Stadt“. Hierfür machten sich die Studierenden auf den Weg in die Hofer Innenstadt. Tauschen wollten sie – mit wem auch immer - verschiedene Kleinigkeiten, wie Minispiel, Weihnachtstaschentücher, Plätzchendose oder ein Erste-Hilfe-Set. Bei der Wohltätigkeitsaktion ging es darum, Passanten, die einem zufällig begegneten, etwas Nettes zu tun, wie beispielsweise jemandem einen Witz erzählen oder ein Kompliment zu machen. Die Studierenden, die sich für „Video wishes“ interessierten, schrieben auf große Transparentpapiere in mehreren Sprachen „Frohe Weihnachten“ und eine Drohne mit Kamera kreiste dann computergesteuert über den Transparenten und den Studierenden. So entstand ein interessantes Video, das bald auf www.fachakademien-hof.de zu sehen ist.

Eine weitere Gruppe bereitete eine Andacht zum Thema „Der Frieden in mir“ zum Abschluss des Tages vor und machte sich dazu viele Gedanken. Sie überlegten sich Lieder, Gebete und eine Aktion, an der alle teilnehmen konnten. Ernsthaft beschäftigten sie sich mit der Frage, was man sich darunter vorstellen kann, wenn man sagt „ich bin mit mir im Frieden“. „Mit sich selbst klar kommen, gelassener sein“, „sich so zu akzeptieren wie man ist, auch seine Schwächen annehmen“, „an sich selber glauben und zu sich sagen, das schaffe ich“, „zufrieden sein mit sich – schließlich sind wir keine Maschinen, auch Fehler sind menschlich“ – diese Antworten kamen von den Studierenden. Während der Andacht selbst wurde von Torben Hörl, der in seiner Freizeit aktiver Pfadfinder ist, das Friedenslicht aus Bethlehem an die Studierenden weitergegeben. Direkt aus der Geburtskirche Jesu in Bethlehem wird das Licht eingeflogen und auch in Deutschland verteilt. Nun gibt es auch an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik das echte Friedenslicht aus Bethlehem. Zum Abschluss des Tages bedankte sich Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer bei allen Helfern und Mitwirkenden und wünschte den Studierenden und allen Dozenten ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.