Donnerstag 13.12.18
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Ein gutes Miteinander - Kooperation mit der KiTa Emilia

Für die Fachakademie für Sozialpädagogik Hof und die Kindertagesstätte „Emilia“ der Diakonie Hochfranken ist eine Kooperation aufgrund der räumlichen Nähe quasi naheliegend

Im September 2017 begann ein Kooperationsprojekt zwischen einer Studierendengruppe der Fachakademie für Sozialpädagogik und einer Kindergruppe der Kita Emilia in der August-Mohl-Straße. Jeden Mittwoch kann nun die Kindergartengruppe, meist 12-18 Kinder in Begleitung der Erzieherin Sabrina Raithel, für 45 Minuten die großzügige Turnhalle der Fachakademie nutzen. Doch nicht nur ein großer Raum steht hier zur Verfügung! 15 Studierende des Oberkurses, die ehrenamtlich auch in Sportvereinen tätig sind, qualifizieren sich unter Leitung der Dozentin für Bewegungspädagogik, Ursula Wendel, für den Übungsleiter. Unter dem Titel „gehüpft, geturnt, gesprungen“ bereiten die Studierenden für die Kinder abwechslungsreiche Bewegungsarrangements vor und haben die Gelegenheit, hautnah zu analysieren, wie Kinder bestimmte Geräte und Aufbauten nutzen, wie sie mit Herausforderungen und neuen Schwierigkeiten umgehen, welche Hilfestellungen und Impulse sie brauchen, wie sie in der Gruppe lernen und welche Rolle das emotionale Wohlbefinden und das Ermutigen in solchen Bewegungssituationen spielt. Den Kindern macht dies sichtlich Spaß. Sie erkunden einen neuen Lernort, außerhalb ihrer Kita und sie finden dort Geräte und Möglichkeiten, die es in einer Kindertagesstätte so nicht gibt (Ringe, Kletterwände, Weichbodenmatten, die Größe der Halle…). Dazu Sabrina Raithel: „Ein wichtiger Teil der Reggio-Pädagogik ist die Öffnung nach außen. Hier können die Kinder ihre direkte Umwelt erforschen und näher kennenlernen. Mir als Erzieherin bietet das Projekt eine neue Perspektive und weitere Einblicke in die Entwicklung der Kinder.“

Bei diesem Projekt treffen mittwochs für 45 Minuten zwei Generationen auf einander, die sich gegenseitig bereichern.

Studienfahrt nach Prag

23 Studierende und 2 Dozentinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik Hof ... 

... besuchten die Stadt Prag . Diese Gruppe setzt sich während ihrer Erzieherausbildung mit dem Medium Schwarzlicht auseinander. Deshalb fuhren sie nach Prag, in die goldene Stadt, um am Abend eine professionelle Schwarzlicht-Theater-Show anzuschauen. Nach der Vorführung hatten die Studierenden in einem kurzen Workshop die Möglichkeit Tipps und Tricks im Schwarzlicht auszuprobieren. Am zweiten Tag stand die Besichtigung des deutschen Kindergartens Prag auf dem Programm. Dort wurde der Gruppe ein Einblick über die pädagogische Arbeit und das Berufsbild Erzieher in Tschechien gewährt.

Unterstützt wurde diese Studienfahrt von der Rumänien-und Osteuropahilfe e.V. der Diakonie Neuendettelsau. Diese Unterstützung ermöglichte allen Studierenden die Studienfahrt nach Prag. Urse Wendel/ Lis Wilczek

„Medientag“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof


Medien dominieren heute den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Besorgte Eltern schlagen Alarm, wenn sie den Dauermedienkonsum ihrer Kinder nicht mehr tolerieren wollen und darin zurecht eine Gefahr für die Persönlichkeitsentwicklung der nächsten Generation sehen. Fachkräfte in sozialpädagogischen Einrichtungen sind hier ebenso gefordert, wie alle anderen an der Erziehung beteiligten Erwachsenen. Kinder sollten eine Chance bekommen, sich zu kritischen Mediennutzern entwickeln zu können, die in der Lage sind, Medien sinnvoll und dosiert zu gebrauchen. In der Erzieherausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik Hof spielt die Medienerziehung eine wichtige Rolle. Deshalb findet neben dem entsprechenden Fachunterricht einmal jährlich, unter Leitung der beiden Mediendozentinnen Claudia Weber und Edda Klier, ein „Medientag“ statt, an dem Studierende im vorletzten Ausbildungsjahr für die Neueinsteiger verschiedenste Workshops zum Thema „aktive Medienarbeit“ gestalten. Es geht dabei um konkrete medienpädagogische Methoden, die beispielsweise problematische Medienerfahrungen kritisch beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt aber auch auf Methoden, die im aktiv gestaltenden Nutzen von Medien, Kinder und Jugendliche dazu animieren sollen, Medien nicht primär zu konsumieren, sondern sie als Werkzeug zur eigentätigen Gestaltung zu nutzen und damit einen kritischeren Blick auf das zu werfen, was ihnen bei YouTube, Instagram etc. vorgesetzt wird. Am 27.11.2017 fand also der mittlerweile 6. Medientag an der Fachakademie statt. Den Einstieg bildete ein selbstproduzierter Kurzfilm, in dem das Moderatorenteam um Sabrina Schuberth, David Pidun, Björn Fichtner und Lisanne Schneider sehr amüsant verdeutlichte, dass es nicht sinnvoll ist, moderne Medien zu verteufeln. Der Pädagoge im Film entscheidet sich am Ende für eine medienpädagogische Fortbildung – und diese gab es dann für den Unterkurs in Form von verschiedensten, frei wählbaren Angeboten. „Cybermobbing“, „Gefahren des Internets“ als Workshops, die Methoden der Prävention und der Thematisierung von Medienerlebnissen in den Mittelpunkt stellten, wurden ergänzt durch actionreiche Angebote, wie „Geocaching“, „Lightpainting“ oder das Drehen eines „Musikvideos“ oder „Trickfilms“. Auch Fotostories und Hörspiele wurden selbst produziert. Bei „Super Mario goes Real-Life“ und „League of Legends – E-Sport mal anderes“ ging es um die Übertragung von Computerspielelementenauf ein Sportangebot. Auch Printmedien waren Thema. So wurden in einem Zeitungsworkshop kreative Impulse gesetzt, und so entstanden z.B. originelle Steckbriefe aus gedruckten Buchstaben und Bildern. Zwei Bilderbuchworkshops zeigten neue Methoden der Bilderbuchbetrachtung. Die Teilnehmer waren engagiert bei der Sache und freuten sich über den ungewohnten Input. Den Abschluss des Tages bildete die Präsentation der Filme, Fotos, Audiodateien, Plakate, die an diesem Tag entstanden waren.

Ein blumiger Einstieg ins neue Fachakademiejahr

Eine berufliche Ausbildung zu beginnen, ist ein wichtiger Schritt im Leben junger Menschen. An der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof wagen diesen Schritt im neuen Schuljahr 134 Studierende, die sich vorgenommen haben, Erzieherinnen und Erzieher zu werden. Am Beginn eines solch entscheidenden Lebensabschnitts stellt sich die Frage „was lässt uns zu dem werden, was tatsächlich in uns steckt?“  Der Einstieg in das neue Schuljahr stand deshalb unter dem Motto „Was lässt uns aufblühen?“ Studierende des Oberkurses hatten dazu in einem farbenfrohen Anspiel auch gleich einige Antworten parat.

Unsere Träume und unser Mut lassen uns aufblühen, aber auch Freunde, das Auftanken und Entspannen, der Zusammenhalt und die Solidarität, Wissen, Erfahrungen tragen dazu bei, dass man sich entfalten kann. Auch der Akademieleiter Pfarrer Achim Schäfer begrüßte alle anwesenden Studierenden und Lehrkräfte mit einigen Gedanken zu seiner blühenden Zimmerpflanze. Besonders wichtig für das Erblühen seien die Wurzeln und damit das Verwurzelt-sein. Wurzeln, die wir Menschen brauchen, um Halt zu haben und eine Haltung entwickeln zu können, seien auf dem Weg zur persönlichen Entfaltung elementar, so Schäfer. Dabei erwähnte er auch das Schicksal entwurzelter Menschen, die auf ihrer Flucht alles zurücklassen mussten, was ihnen wichtig war. Mit der Frage, welche Wurzeln uns Halt geben könnten, verwies Schäfer auf die Bedeutung des Wortes Religion (sich rückbinden, sich festmachen) und wünschte allen angehenden Erzieherinnen und Erziehern, aber auch den Lehrkräften starke Wurzeln, die es ermöglichen, wunderschöne Blüten hervorzubringen.

 

Mit dem irischen Instrumentalstück „Drowsy Marie“ rissen nach diesen besinnlichen Worten Annegret Feitisch an er Violine, Stefani Schubert mit einem virtuosen Part auf der Blockflöte, Julius Hopf an der Gitarre und Astrid Döberlein am Klavier das Publikum derart mit, dass man am Ende der Veranstaltung sogar ein „da capo“ forderte. Die an die musikalische Darbietung anschließende Vorstellung der Dozentinnen, Dozenten und anderen Mitarbeiter war besonders amüsant, da die drei Oberkursstudierenden Samuel Püttner, Simone Zettl und Nina Kellermann eine entsprechende Rotkäppchen-Adaption vortrugen, bei der kein Auge mehr trocken blieb.

Nach dem Stück „The blessing Nigun“, vorgetragen von den beiden Musikdozentinnen Astrid Döberlein und Lis Wilczek, endete die Veranstaltung mit einem Segensgedanken, der noch einmal an das Wagnis des Neunfangs anknüpfte. Dabei zitierte die Dozentin Karin Prix Pablo Picasso: „Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborgenen geborgen wissen.“ Die Neulinge an der Fachakademie äußerten sich beim Hinausgehen sehr begeistert von dieser Einstiegsandacht, die einige Studierende des Oberkurses zusammen mit den Dozentinnen Claudia Weber, Karin Prix und Astrid Döberlein vorbereitet hatten.

 

 

 

 

MaLu - ein Musical über Martin Luthers Gefühle

  

„MaLu“ – das bedeutet Martin Luther. Diesen großen Mann der  Kirchengeschichte zu würdigen und zu feiern, das  haben Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof mit Musik, Texten und Tänzen  als Musical umgesetzt. „I’m living to make your name high, Jesus“ – mit diesem Song mit Ohrwurmeffekt, gesungen von den Studierenden und begleitet von der vierköpfigen Schulband, begann das Musical. Sämtliche Lieder und Texte wurden im Fach „Übung Musical“ mit den 18 mitwirkenden Studierenden selbst zusammen gestellt. Das Hauptthema des Musikstücks galt den Gefühlen von Martin Luther, die  er in seinem bewegten Leben wohl hatte.  Aber nicht nur das, sondern ein wesentliches Anliegen der Akteure war, diese Gefühle des großen Mannes von damals ins Heute zu übertragen und  dadurch einen leichteren Zugang zu ihm zu finden. Martin Luther, ein Mensch mit Gefühlen,  „wie Du und Ich“. Weil das Musical an zwei Tagen mehrfach aufgeführt wurde, konnten rund 500 Kinder aus KiTas und Schulen als Zuhörer und aktive Zuschauer dabei sein. Zudem lauschten etwa 200 Erwachsene der Darbietung am Abend.  Die Gefühle Angst,  Wut, Mut, Standhaftigkeit, Liebe, Freude und Geborgenheit wurden auf der Bühne lebendig und mit Liedern, Hits und Songs zu einem Gesamtkunstwerk für Ohren und Augen.  

Die musikalische Vielfalt verdeutlichte die unterschiedlichen Gefühle und spannte eine Brücke vom Damals zum Heute. Deshalb war eine Leitmelodie des Musicals das von Luther getextete und komponierte Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Zu hören waren aber auch Kinderlieder wie das „Kindermutmachlied“ oder„run boy run“ von Woodkid.  Einzelne Studierende stellten immer wieder den Kontakt zum Publikum her durch Fragen wie „wovor hast du Angst?“ oder  „was macht dich wütend?“. Beim Gefühl „Mut“ wurde dazu eingeladen, zu ein paar Minuten Improvisationstheater auf die Bühne zu kommen – das erforderte schon eine Menge Mut. Schauspielerische Leistungen waren von allen Mitwirkenden gefordert und auch hier überzeugte  die Vielfalt.

Die verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten Lis Wilczek, Astrid Döberlein, Bernd Neumann, Werner Köppel und Ralf Wunschelmeier zeigten sich von der Studierendentruppe, ihrem Engagement und ihrer Motivation, begeistert. Seit vor Weihnachten probte das Ensemble für das Musical, nicht nur unter der Woche, sondern auch freitags und samstags.  Miteinander Texte erstellen, passende Musik auswählen, Singproben und Tanzchoreografien einüben und alles auf die Bühne zu bringen, dazu die technischen Medien nutzen, das alles erfordert Zeit und gute Zusammenarbeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Zwei Auswärtsauftritte in Neuendettelsau und Schweinfurt sind noch geplant.

Heidi Lange

 

Kunst- und Kulturabend 2017

Auch beim diesjährigen Kunst- und Kulturabend hatten die Studierenden der Fachakademie die Gelegenheit Fähigkeiten und Begabungen zu zeigen. Die folgenden Bilder vermitteln ein lebhaftes Bild de gelungenen Veranstaltung, die beim Publikum Begeisterung hervorrief.

Ob Kleider aus Papier, geschaffen von künstlerischen Händen, ...

... Begabung dazu Instrumenten traumhafte Klänge zu entlocken, ...

oder einer Stimme, welche der Aula der Fachakademie ein Opern-Flair verlieh. Die unterschiedlichsten Beiträge zeigten Studierende von einer Seite, die den Menschen nicht nur vom Unterrichtsgeschehen her beleuchtete.

Ausstellung gegen Rechtsradikalismus an der Hofer Fachakademie

„Der Schlips denkt, der Stiefel sprengt“ – so heißt es auf dem Flyer, der zum Besuch der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“ einlädt, die derzeit an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, zu sehen ist. Studierende der Fachakademie und ihr Dozent Bernd Neumann organisierten die Ausstellung im Rahmen ihres Übungsfaches „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Diesen Titel hat die Schule mittlerweile seit neun Jahren und für Neumann ist klar, dass das in erster Linie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen gegen Diskriminierung und Gewalt. Schulleiter Achim Schäfer äußerte in seiner Begrüßung allen Anwesenden gegenüber seine Sorge, dass man feststellen muss: die Demokratie gerät in Bedrängnis. Mit dieser Sorge verbindet er den Wunsch an die Studierenden, dass die Ausstellung „Demokratie stärken“ zu ihrer Einstellung und Haltung wird. In Anlehnung an ein Zitat von Jean Paul „man gibt seine Kinder auf die Schule, dass sie still werden, auf die Hochschule, dass sie laut werden“ motiviert Schäfer die Studierenden, gegen Rechtsradikalismus laut zu werden. Die Ausstellung informiert über Strukturen, Strategien und Wertvorstellungen des Rechtsradikalismus in Bayern.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Jugendszene in Bayern gelegt. Die Eröffnungsrede zur Ausstellung hielt Anke Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bayerischen Bündnis für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde schützen, Bad Alexandersbad. Sie betont, dass das Thema heute recht schnelllebig ist und die Ausstellung in der vergangenen Zeit mehrfach überarbeitet wurde. Die Begriffe „Extremismus“ und „Radikalismus“ sind nicht eindeutig zu definieren und die Verwendung der Begriffe „Linksextremismus“ und „Rechtsextremismus“ suggerieren, dass es eine große Mitte der Gesellschaft gibt, die das Thema nichts angeht. Das hält sie für problematisch, denn es kann das Bild entstehen: die einen sind extrem gegen jemanden oder gegen etwas und die anderen sind passiv. Daher, so Zimmermann, ist die Rolle jedes einzelnen nicht zu unterschätzen. Den rund 200 anwesenden Studierenden legt sie deshalb nahe, als verantwortliche Mitmenschen und angehende Erzieher gut darauf zu achten, wie sie selbst über Rechtsradikalismus reden und wie sie ihre Möglichkeiten, mit Kindern und Jugendlichen darüber zu reden, bewusst gestalten. „Sie sind in allem, was sie tun, auch Vorbild für viele Kinder und Jugendliche“, so Zimmermann. Gerade in Zeiten, in denen die Beeinflussung und Manipulation durch Medien, speziell die sozialen Netzwerke, immens sind, sind die direkte Kommunikation und das persönliche Statement überaus wichtig. Da es keine allgemeingültige Wahrheit gibt, müssen Menschen in den Dialog miteinander kommen. Zimmermann informierte weiter über aktuelle rechtsradikale Bewegungen, aber auch über Beschwerdestellen im Internet, wo gegen den zunehmenden Hass in den sozialen Netzwerken, geschrieben werden kann. Außerdem, so Zimmermann, gibt es immer auch engagierte lokale Bündnisse für ein vielfältiges Miteinander, zum Beispiel „Partnerschaft für Demokratie“ vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Heidi Lange

Air Faks geht ... in die Ferien!

Von den perfekt gestylten Flugbegleiterinnen Alina Morgner und Katharina Summerer der "Air Faks" wurden alle empfangen in dieser Stunde, in der die Unterkurse ihre Mitstudierenden aus den Oberkursen ins Berufspraktikum verabschiedeten. Vor den Unterkursen liegen die Sommerferien mit dem freizeitpädagogischen Praktikum. Vor den Oberkursen, die mit Bravour die Abschlussprüfungen bestanden haben, liegt das Anerkennungsjahr in einer Praxisstelle.
So eine Abschlussfeier ist ohne Musik an der Fachakademie undenkbar, und die musikalischen Studierenden sowie die Dozentinnen und Dozenten ließen sich von ihrer besten Seite hören.
Das Anspiel der Vorbereitungsgruppe aus dem Unterkurs nahm alle Gäste und Mitarbeiter, den Piloten Pfr. Achim Schäfer und die Co-Pilotin Lis Wilczek mit auf die Reise hoch über die Wolken.
Die Oberkurse zelebrierten mit ihren Kursleitungen gekonnt die Überreichung der Abschlusszeugnisse. Mit der Unterstützung von den Dozenten Thomas Göller, Werner Köppel und Karin Herbrig hatten sie alle Ausbildungshindernisse "umflogen" und waren begeistert von sich selbst. Es gab Blumen und Geschenke, jede Menge Dankesworte, Jubel und Erinnerungen.
Geehrt wurden schließlich die vier Studierenden, die als Beste den Oberkurs abgeschlossen hatten: Lisa Hagn  aus Marktleuthen mit dem Notendurschnitt 1,08, Leonie Meyer aus Tauperlitz erreichte den Durchschnitt von 1,21 und schließlich Saskia Schulz aus Hof und Lena Küfner aus Kulmbach; sie hatten beide die Traumnote von 1,24 erreicht.
Es wäre nicht die Fachakademie für Sozialpädagogik, wenn da nicht noch beachtet worden wäre, dass einige Studierende sich besonders engagiert hatten: Blumen gab es als Dankeschön auch für Tim Zill aus Hof für seine Bereitschaft, immer da zu sein, wenn er gebraucht wurde und für Sabrina Oswaldt aus Bayreuth für ihre großartige Unterstützung beim Besuch der ungarischen Gäste in Hof.

 Standing Ovations gab es für alle Studierenden, die trotz hoher familiärer oder emotionaler Belastungen die Ausbildung gemeistert hatten. Darin sah die Leitung und das Kollegium der Fachakademie eine ganz besonders anerkennenswerte Leistung. Eine fast noch größere Leistung hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Externenkurses vollbracht. Sie nahmen an ein oder zwei Tage pro Woche am Unterricht teil und arbeiteten in ihren angestammten Stellen, um dann mit den Studierenden der regulären Ausbildung gemeinsam die Abschlussprüfung anzugehen. Es war ein ereignisreiches Jahr voller Anstrengung, Lernen und Aufregung für sie. Dreizehn neue Berufspraktikanten hat alleine dieser Externenkurs hervorgebracht.


    Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer, Lis Wilczek, Karin Unger und Mitarbeitervertreter Thomas Göller verabschiedeten letztendlich die Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands, die nach zwanzig Jahren an der Hofer Fachakademie und einem vielseitigen Berufsleben vor der Aufgabe der Lehre in den wohlverdienten "Unruhestand" geht.

Sommerfest an der Hofer Fachakademie

 

"Die Faks im Reisefieber" so lautete das Motto des diesjährigen Sommerfestes an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik.Sowohl die Musik mit der Band der Fachakademie, als auch alle Darbietungen und sogar das reichhaltige Büffett und alle Getränke waren international ausgerichtet, und die Besucher allemal auch. Viele Nationen und Kulturen waren vertreten und feierten miteinander. Interkulturalität wird eben groß geschrieben an der Fachakademie. Der Wettergott war gnädig und bescherte einen wunderbar milden Sommerabend, so dass an der Mozartstraße bin spät in die Nacht beieinander geblieben wurde.

Die schlechten Nachrichten aus München trübten leider die Stimmung an diesem Abend, und die Gespräche drehten sich bald um die Ereignisse in dieser Nacht. Trotzdem kann man von einem sehr gelungenen Fest sprechen, das die Studierenden der Unterkurse als Bestandteil ihrer Erzieherausbildung selbst organisiert, vorbereitet und durchgeführt haben. <big>
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Abschlussfeier der Hofer Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr

"Wir". Das Gemeinschaftsgefühl stand im Vordergrund der Verabschiedungsfeier der 72 Absolventinnen und Absolventen der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof, deren Träger das Diakoniewerk Neuendettelsau ist.

72 frisch gebackene Erzieherinnen und Erzieher standen auf der Bühne, festlich gekleidet und überglücklich. Sie hatten ihre Familien und Freunde mitgebracht, so dass über 300 Menschen an der Abschlussfeier teilnahmen. Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer und seine Stellvertreterin Lis Wilczek würdigten in ihrer gemeinsamen Ansprache alle Arbeit sowohl in der Fachakademie als auch in den Familien und Freundeskreisen, denn "ohne diese Unterstützung ist eine solche Leistung, wie ihr sie erbracht habt, gar nicht möglich", betonte er. Und er hatte eine Urkunde entworfen, die für diese "stillen Helfer" in den Familien gedacht war, und die die neuen Erzieherinnen und Erzieher ihren Unterstützern als Dank und Anerkennung nun ausstellen können. "100.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen gerade in unserem Land. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese Stellen zu besetzen und für eine qualitativ gute Arbeit in den sozialen Einrichtungen in unserem Land zu sorgen. Dafür ist viel Arbeit erforderlich, aber es gibt auch viele Glücksmomente in dieser Zeit!" Zahlenspielereien aller Art untermalten humorvoll diese Feststellung, die in Psalm 139 mündete "Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege."



Erfrischend natürlich und kompetent berichtete Karolin Wolf von ihrem Weg nach ihrer Ausbildung in Hof. Sie arbeitet seit einigen Jahren im  Kindergarten der deutschen Schule auf Teneriffa, spricht natürlich inzwischen fließend spanisch und ermunterte die jungen Kolleginnen und Kollegen zu ungewöhnlichen Entscheidungen. "Packt an, führt durch, sprecht aus, was andere verschweigen! Und bleibt zuhause an der Fachakademie in Hof, so wie ich mich immer noch sehr verbunden fühle mit meiner Zeit hier, und heute sehr gern wieder hier her gekommen bin!"

Die Betreuungsdozenten des Jahrgangs der Berufspraktikanten, Thomas Göller, Karin Herbrig, Edda Klier, Vince Köppel, Sabine Wagner und Peter Zimmermann erläuterten kurz, was ihnen "WIR" bedeutet: Familie, Freunde, Gleichgesinnte, Kollegen, Mitarbeiter, Gruppen, mit denen gearbeitet wird, Orte an denen man sich wohlfühlt, Menschen die einen verstehen und mit denen man offen reden kann. Die sechs Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen hatten ein Jahr lang  intensiv die nun mit der Ausbildung fertigen und mit einem guten Zeugnis ausgestatteten Erzieherinnen und Erzieher begleitet, und gaben ihnen letzte Gedanken mit auf den Weg in die selbständige berufliche Tätigkeit.

Ganz am Ende stand die Ehrung derjenigen, die die besten Noten in diesem Jahr erreicht hatten. Mit der Abschlussnote 1,0 waren dies Sven Eisermann aus Hof, er arbeitete mit Menschen mit Behinderungen in Oberkotzau, Lisa Reichel aus Töpen, sie hatte ihr Praktikum im Kindergarten Clever Kids Planet in Hof absolviert, und Anne Reinhardt aus Plauen, sie war in der Kindertagesstätte Klinikwichtel in Plauen tätig gewesen. Stolz können alle drei sein auf diese Leistung, es gab Buchgeschenke und Glückwünsche von Pfr. Achim Schäfer und Thomas Göller, dem Verantwortlichen für die Organisation dieses Jahres. Lisa Reichel war im Schuljahr 2014/15 Studierendensprecherin gewesen und begann ihre Abschlussansprache mit einem Lied "Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise". Sie bedankte sich bei den Dozenten für das viele Gepäck, das sie alle für ihre nun beginnende Reise bekommen hatten. "Wissen und Methoden, Fähigkeiten und Haltungen sind uns vermittelt worden - und wir sind nicht allein; dieses Bewusstsein wird uns nicht verlassen," betonte sie.



Eine Hymne hat sich etabliert bei dieser sich jährlich immer wieder anders wiederholenden Veranstaltung:  der Song "Courage" von Konstantin Wecker. "Was keiner wagt, das sollt ihr wagen. Was keiner sagt, das sagt heraus." Mit diesem gemeinsamen Lied endete eine wunderbare Feier, die beim anschließenden Sommerfest nachwirken konnte.

Musikalisch gekonnt und stimmungsvoll umrahmt wurde die Abschlussfeier von Astrid Döberlein am Keyboard, Iuliana Zacharia mit der Geige, Daniela Stief und Lis Wilczek mit den Saxophonen, Ralf Wunschelmeier mit der Gitarre und Petra Kirsch, Lis Wilczek und Dominik Paul, Gesang. Viele Musikstücke ließen Fragen und Antworten erkennen und mündeten schließlich im WIR, in der Gemeinsamkeit.

Actionreiches Multiball-Turnier am Ende des Schuljahres

Action war angesagt beim Multiball-Turnier an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof. Beim mittlerweile schon traditionellen Turnier am Ende des Schuljahres kämpften Mannschaften der sechs Kurse und das Dozententeam um den ersten Platz. Das Vorbereitungsteam, bestehend aus Studierenden der Unterkurse, wählte vier verschiedene Spiele aus. Nicht auf den ersten Blick würde man „Zimmer aufräumen“ oder „Chicken-Run“ als Ballspiel erkennen; „10er-Ball“ oder „Schlappball“ schon eher. „Der Spaß“, so die hauptverantwortliche Lehrkraft Ursula Wendel, "steht hier im Vordergrund." „Aber“, so die Dozentin weiter „die Studierenden sollen Bewegung als wichtigen Bestandteil für ihr persönliches Wohlbefinden erleben. Im spielerischen miteinander und gegeneinander Kämpfen werden soziale Kompetenzen gefestigt, die Studierenden müssen Verantwortung übernehmen und Regeln einhalten und sie sollen durch die Bewegung ein gutes Gefühl bekommen und den Ausgleich als positiv wahrnehmen.“ Dass auch die Dozenten dabei sind und als eigene Mannschaft kämpfen, kommentiert ein Studierender so: „das ist cool! Wir erleben die Dozenten mal ganz anders als im Unterricht. Wir haben gemeinsam Spaß und die Distanz verringert sich“. Und so ist es auch – ebenso wie die Mannschaften der Studierenden, springen und jubeln die Dozenten und feuern sich gegenseitig an. Auf zwei Spielfeldern spielen jeweils zwei Mannschaften gegeneinander, sodass in den Spielpausen auch Gelegenheit für einen Plausch ist. Und dann geht es wieder weiter. „Los, versuch’s einfach!“ ruft eine Studierende ihrer Mannschaftskollegin zu. Diese Haltung ist auch in der pädagogischen Arbeit wichtig. Kinder und Jugendliche aufmuntern und ermutigen und ihnen etwas zutrauen, gerade was Bewegung anbelangt – das ist nicht nur gesundheitsfördernd. „Wenn die Studierenden bei solchen Veranstaltungen wieder den Zugang zur eigenen, lustvollen Bewegung entdecken, dann ist die Chance groß, dass sie das auch in ihrer pädagogischen Arbeit anderen vermitteln“, sagt Wendel. Am Ende gewinnt die Mannschaft des Oberkurses 2. Das Dozententeam wird vorletzer. Aber egal, alle werden bejubelt und am Ende gibt es noch eine nasskalte Abkühlung für alle.

 

 

Auslandspraktika im sozialen Bereich

Sie waren in Finnland, Ungarn, Kenia, auf Gran Canaria, in der Ukraine, in Polen, Spanien und Albanien.
Angehende Erzieherinnen und Erzieher haben sich in ihrem Blockpraktikum in der ganzen Welt umgesehen, um Erfahrungen in anderen Kulturen zu machen und sich selbst in anderen Welten zu erleben. Aus den vielen Vorstellungen der Praktika, die für den nachfolgenden Studierenden geboten wurden, mögen beispielhaft zwei Ziele näher beschrieben sein: Kenia und die Ukraine.
Nach Kenia, in die Nähe von Mombasa flogen Nikolai Anders, Clara Edelmann, Vanessa Kaznic, Keyana Schellhorn, Lena Thoma und Alisha Zeilner.
 
Man entscheidet sich nicht für ein Praktikum in einem afrikanischen Land ohne ein Mindestmaß an Information. Nikolai Anders hatte einige Fakten kurz und knapp für alle interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik vorbereitet. Eindringlichste Aussage war sicherlich, dass in Kenia einerseits für die Swimmingpools in den Touristenzentren viel Wasser bereit gehalten wird, andererseits die normale Landbevölkerung immer weiter laufen muss, um auch nur an Trinkwasser zu gelangen. Auch die Praktikantengruppe selbst war gehalten, mit dem Wasserverbrauch sparsam zu sein. Sie konnten in einer fast luxuriös zu nennenden Wohnung leben, sie wurden sehr gut verpflegt, aber jeder Tropfen Wasser wurde mehrfach genutzt. In Kenia gehören 82 Prozent der Bevölkerung zur christlichen Kirche, elf Prozent sind Muslime, alle anderen gehören zu verschiedenen Religionsgruppen. Die Lebenserwartung liegt bei 56 Jahren. Es gibt eine hohe Müttersterblichkeit, sieben Prozent der Bevölkerung ist HIV-infiziert. Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssysteme sind mit unseren Systemen nicht vergleichbar. Die Landschaft ist wunderschön, und es gibt eine Reihe von Naturschutzgebieten. Häufige Streiks legen das Land regelmäßig lahm. Kindergärten und Schulen sind zur Hälfte staatlich, zur anderen Hälfte privat oder von nichtstaatlichen und / oder ausländischen Organisationen getragen. Die Kinder müssen in den Kindergarten gehen, und sie lernen in einem straffen Unterrichtssystem ab dem dritten Lebensjahr.

Die sechs jungen Leute aus Hof hatten während ihres fünfwöchigen Aufenthalts nicht nur Gelegenheit, einen Kindergartenalltag zu erleben, sie waren auch in einem Kinderheim tätig und sie konnten eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen. Im Kinderheim von "Mama Jane" erlebten sie die intensivsten Momente ihres Aufenthaltes in Kenia. Durch die Hilfe zweier Flugbegleiter, die das Heim vor Jahren kennengelernt hatten, ist hier eine Oase der Liebe und Fürsorge für Kinder entstanden, die sonst keine Zukunft hätten. Die Eltern sind gestorben, alleinerziehend, krank oder so arm, dass sie ihre Kinder nicht versorgen können. Mama Jane und ihre ganze Familie helfen zusammen, um den Kinder Schulbildung zu ermöglichen und ihnen ein gutes Zuhause zu geben.

Thien Hung Nguyen und Fabio Vaccarelli waren recht spontan nach Kiew gereist. Sie ließen Vieles einfach auf sich zukommen, aber sie merkten bald, dass man sich "kümmern" muss, wenn man in einem fremden Land ist. Das erste war ihre Rolle als Erzieher. In der Ukraine ist man "kein Mann", wenn man im sozialen Bereich arbeitet, noch dazu im Kindergarten. Denn im deutschen Kindergarten war ihr Wohn- und Praktikumsplatz. Der deutsche Kindergarten in Kiew ist organisatorisch an die deutsche Schule angegliedert, räumlich aber in einem großen ehemaligen Kloster untergebracht, das sehr viel Platz bietet. Ein großer Garten mit Spielgeräten kommt dem Spiel- und Bewegungsbedürfnis der Kinder entgegen. Im ukrainischen Kindergartenalltag müssen die Kinder viel lernen: Sprachen, Ballett, Karate, Zirkus und Malkurse stehen auf dem Programm. Dafür bezahlen die Eltern horrende Summen. Die beiden Praktikanten gewöhnten sich schnell an die Struktur des Kindergartens und erkannten, dass sie sinnvoll war - und auch übertragbar auf ihre kommende Berufstätigkeit. Ihre Aufgaben waren ähnlich denen in einem deutschen Kindergarten in der Heimat, und doch waren das Leben und alle Rahmenbedingungen anders. Die beiden Studierenden fühlten sich bald wohl in der wunderschönen Stadt Kiew, sie unternahmen in ihrer Freizeit Ausflüge in die Umgebung und lernten das Land auch mit seinen Problemen kennen: dreißig Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl ist die Gegend dort nach wie vor unbewohnbar. Da sie weder die Sprache, noch die Schrift beherrschten, war es schwer, sich zurecht zu finden, und sie waren dankbar für alle Hilfe und Unterstützung der freundlichen Ukrainer.
Für alle Praktikanten, die im Ausland gearbeitet hatten, war der jeweilige Aufenthalt ein großartiges Erlebenis; alle würden es sofort wiederholen wollen und legten den Klassen, die ihnen im nächsten Schuljahr folgen werden an Herz, diese Möglichkeiten zu nutzen.

     

Die Bilder zeigen Nikolai Anders (Kenia) ... 

... und Thien Hung Nguyen und Fabio Vaccarelli (Ukraine) bei ihren Vorträgen.

Kinderbuntes Farbenteuerland an der August-Mohl-Straße

Spielplatzpate zu sein muss nicht heißen, dass man nur auf die Sauberkeit des Platzes und die Instandhaltung der Spielgeräte achtet. Es kann auch bedeuten, dass man ein Spielplatzfest veranstaltet und damit Groß und Klein auf den Spielplatz aufmerksam macht und die Besucher dafür begeistert. Für den Spielplatz an der Hofer August-Mohl-Straße machen das jedes Jahr die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik mit ihren Dozentinnen Heike Vogel und Urse Wendel. Das Spielplatzfest 2016 wurde vor wenigen Tagen entsprechend dem Motto "KOMM MIT INS KINDERBUNTE FARBENTEUERLAND" farbenfroh und fröhlich gefeiert.

Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher waren nach einer kurzen Planungsphase äußerst kreativ gewesen und hatten die Spielgeräte ansprechend und phantasievoll umgestaltet. Kunterbunte Tanzsäcke begrüßten die Familien mit einem flotten Mitmachtänzchen. Anschließend konnten die kleinen und großen Besucher an der Malschaukel lebensgroße Figuren mit den Füßen bemalen oder  eine quietschbunte Riesenmurmelbahn bauen. Viel Spaß hatten die Kleinsten im umgestalteten Klanghäuschen, und auch von den Riesenseifenblasen waren sie begeistert. Die Schwammschlacht am Klettergerüst  war der Hit, und es gab niemanden, der den schwebenden Barfußpfad ausgelassen hätte.  Es war ein außergewöhnliche Spielplatzfest, das sich auch der Hofer Bürgermeister Eberhard Siller nicht entgehen ließ! Viele Besucher genossen das Fest, und da auch der Wettergott ein Einsehen hatte und reichlich Sonnenschein beisteuerte, flossen Wasser, Limo und Kaffee in Strömen. Auch verhungern musste niemand.

Open Ear an der Hofer Fachakademie

Bereits zum dritten Mal fand Open Ear statt, und wieder hatte der Wettergott ein Einsehen: es war schön, warm und windstill an diesem Abend, und das passte ausgezeichnet zu den leisen Klängen, die das Thema "love and peace" zu den vielen Zuhörern brachte. Lis Wilczek und Astrid Döberlein begrüßten die Gäste in diesem Sinn. Mit den Dozenten Ralf Wunschelmeier und Johnnes Hienert hatten Studierende der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik ein Programm auf die Beine gestellt, das überraschte.

Eine weitere Gruppe brachte unter der Leitung von Werner Köppel ihre theaterpädagogischen Begabungen ein; den Anfang bildete eine Percussion von maskierten und mit Regenschirmen ausgestattenen Figuren, die die Besucher besuchten und schließlich die Blicke zur Bühne lenkten. "Freeze" hieß es inmitten der Musik, und sehr spontan ergaben sich zu Stichworten, die das Publikum lieferte, sekundenlange Sequenzen voller lustiger Spielfreude und Phantasie, moderiert von Martin Schubert. Und dann die Musik: von Beethovens Mondscheinsonate bis zu Liedern und Schlagern, die jeder mitsingen oder zumindest mitsummen konnte, spannte sich der Bogen. Tolle Stimmen waren zu hören: Stefanie Bohn, Cigdem Cöcelli, Franziska Busch, Vanessa Klug und Antonia Schindler wurden von ihren Lehrern und Hannes Ebert mit den Gitarren begleitet. Alle miteinander wechselten sich am Keyboard und an den Drums ab.

Star des Abends war aber eindeutig Dominik Paul, dessen Stimme tragend und bestimmend durch den Schulhof der Fachakademie klang, der die Atmosphäre schuf, in der der Abend begann und endete: friedlich und gemeinschaftlich, liebevoll und einfach nur schön. Zugaben und Applaus ergänzten diese Stimmung wunderbar. Besonders beeindruckt war eine Gruppe junger Flüchtlinge, die erstmals eine Veranstaltung an der Fachakademie besuchten und anschließend mit allen anderen Studierenden auf einer großen Leinwand das Fußballspiel sahen, das diesen Abend abschloss. 

Ungarische Austauschstudierende in Hof

Das Foto zeigt vlnr: betreuender Dozent Werner Köppel, Bernadett Szabo, Bogi Gombkötö, Viola Faggyas, Lilla Feher, Ina Ackermann vom TPZ, Übersetzer Herrn Bauer, Johannes Frisch, Tagesstättenleiter im TPZ und Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer

Boglarka Gombkötö, Bernadett Szabo, Viola Faggyas und Lilla Feher waren vier Wochen zu Gast in Hof. Müde und traurig wegen des Abschieds und doch sehr reflektiert waren die jungen Frauen bei der letzten Zusammenkunft im Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum in Hof, in dem sie einen Großteil der vier Wochen hospitiert hatten. Sie kamen als Gäste der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik und besuchen in Ungarn das Pädagogische Gymnasium in Miskolc, mit dem die Hofer Fachakademie seit vielen Jahren eine Partnerschaft pflegt. In Hof bewohnten sie eine Ferienwohnung, in der sie sich selbst versorgen mussten, so konnten sie beim Einkaufen und beim Bummel durch die Stadt ihre Deutschkenntnisse auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüfen. Werner Köppel, Dozent an der Hofer Fachakademie und Ina Ackermann, Erzieherin im TPZ, hatten die Betreuung der angehenden Pädagoginnen übernommen.
Sie würden sofort wieder nach Hof kommen und lernen ab jetzt fleißig deutsch, sagen sie in der Abschlussrunde. Sie nehmen viele Eindrücke von der pädagogischen Arbeit im TPZ mit nach Ungarn. Sie werden Material, das sie hier kennengelernt haben, in Ungarn basteln, weil man es dort leider nicht bekommt. Sie haben jetzt schon Sehnsucht nach den Kindern; sie sind ihnen ans Herz gewachsen. Sie kennen jetzt zwei Welten, und sie nehmen alle Eindrücke mit in ihre spätere Berufstätigkeit. Sie sind beeindruckt von der Qualität der Räume und von der Ausstattung im TPZ. Sie haben gelernt, dass Sprache wichtig ist, aber für Menschen mit Behinderungen eher im Hintergrund steht. Sie haben viel Freundlichkeit und Entgegenkommen erlebt, Geduld und Humor. - Über soviel Lob freuen sich die Organisatoren dieses Studierendenaustausches; denn es fahren auch Hofer Studierende nach Ungarn, um in sozial Einrichtungen zu helfen. Und eine richtige Hilfe waren sie, die vier jungen Frauen, das bestätigen Ina Ackermann, Mitarbeiterin im TPZ und Johannes Fritsch, Leiter des Bereiches der Tagesstätten im TPZ mit einem herzlichen Dank für die geleistete Arbeit.

Bernadett war die zupackende Frau mit dem immerwährenden Lächeln und der positiven Ausstrahlung. Der Blickkontakt zu den Kindern hat ihr geholfen, die Sprachbarriere zu überwinden. Viola spürte die Freude der Kinder über ihre Anwesenheit und das Interesse, weil sie aus einem fremden Land kam. Sie musste ungarisch sprechen, weil die Kinder ihrer Sprache lauschen wollten. Besonders aufgefallen sind ihr die Lust und die Liebe, mit der die Mitarbeiter tätig sind. Theoretisch war ihr der pädagogische Arbeitsansatz nach Maria Montessori bekannt; nun hat sie auch praktische Erfahrungen sammeln können. Lilla wurde von den Kindern korrigiert, wenn ihre deutsche Ausspruchsweise falsch war. "Für die Kinder war es eine tolle Erfahrung, dass sie etwas besser konnten als eine Erwachsene," meinte Ina Ackermann. "Wenn Lilla mal einen Tag nicht da war,  haben die Kinder sie vermisst." Bogi hatte vor ihrem Aufenthalt in Hof keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Es hat sie überrascht, dass die Kinder alles gemeinsam machen und alles können - "sie lachen, weinen, lernen und singen wie andere Kinder auch!" Bogi hat erst genau beobachtet und dann mitgemacht, so wuchs sie in die Arbeit hinein. Ina Ackermann gefiel besonders, dass die Jugendlichen in dieser Gruppe sich Mühe gaben, deutlich zu sprechen, damit Bogi sie verstehen konnte.

Und wenn sie nicht im TPZ waren, waren die vier Ungarinnen mit den Studierenden der Fachakademie unterwegs: in Berlin z. B., bei der zweitägigen Abschlussfahrt der Oberkurse. Bei vielen gemeinsamen Unternehmungen in Hof, bei gemeinsamen Abenden und Ausflügen.  Am Sonntagmorgen fuhr der Zug über Regensburg und Budapest wieder nach Miscolc. Abschiedsschmerz und Heimweh vermischten sich, und die Tränen flossen reichlich.

 

 

 

Ungarische Studierende zu Gast an der Hofer Fachakademie

Für vier Wochen bleiben vier junge Frauen aus Miskolc in Ungarn in Hof. Sie sind Gast an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. In Ungarn besuchen sie das Pädagogische Gymnasium in Miskolc, mit dem die Hofer Fachakademie seit vielen Jahren eine Partnerschaft pflegt. Sie nehmen gemeinsam mit den Hofer Studierenden an einigen Veranstaltungen an der Fachakademie teil, und hospitieren in jeder Woche mehrere Tage im Therapeutisch-pädagogischen Zentrum in Hof. Untergebracht sind sie in einer Ferienwohnung, in der sie sich selbst versorgen müssen. So ist gewährleistet, dass sie beim Einkaufen und beim Bummel durch die Stadt auch unvorbereitete Situationen kennenlernen, und dass sie ihre Deutschkenntnisse auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüfen können. Betreut werden die vier angehenden Pädagoginnen von Werner Köppel, Dozent an der Hofer Fachakademie und von Ina Ackermann, Mitarbeiterin im TPZ.

 

vlnr: Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer, Boglarka Gombkötö,19, Bernadett Szabo, 20, Viola Faggyas, 20, Lilla Feher, 19, und aus Hof: Sabrina Oswald, Studierende im Unterkurs. Sabrina Oswald hat in den letzten vier Wochen ein Praktikum in Ungarn absolviert und konnte dort Land und Leute und einige Bereiche der sozialen Arbeit gut kennenlernen.

Theater im Klassenzimmer

"Ökologie und Gesundheitserziehung" heißt eines der Fächer, die dHeinz Heckmann an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik unterrichtet. Dabei geht es im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt um alles, was Erzieherinnen und Erzieher wissen müssen, wenn sie mit Kindern und Eltern, Kollegen und Praktikanten zu tun haben. Ernährung, die Sinne und ihre Funktionen,  Erkrankungen, Verletzungen und Mobilität sind wichtige Unterrichtsthemen. Viele Zusammenhänge werden untersucht; naturwissenschaftliche Experimente, die man mit Kindern spielerisch machen kann werden ausprobiert. Und eines der ganz wichtigen und umfassenden Themen, um die es geht, sind Suchtgefährdungen. Alkohol- und Drogenkonsum gehören hierher, und natürlich alle Süchte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Leben schwer machen, weil sie Folgen haben, die kaum jemand abschätzen kann. Heutzutage nicht nur im gesundheitlichen Bereich und im sozialen Miteinander, sondern auch hinsichtlich der Fähigkeit, zu lernen und ein sinnvolles Leben zu führen.

Heinz Heckmann ging das Thema "Sucht" diesmal ganz anders an. In Absprache mit den Studierenden lud er die Schauspielerin Jana Kusch ein. Gemeinsam mit der Dramaturgin und Theaterpädagogin Nina Eichhorn ist sie seit einigen Tagen mit dem Stück "Kiwi on the Rocks" auf einer Tour durch die Klassenzimmer der Region, das "Junge Theater Hof" hat dieses Stück auf dem Plan. Unterstützt vom Rotary Club Hof-Bayern, dem Suchtarbeitskreis Hof und die Polizei Hof - Abteilung Drogenprävention in Person des Kriminalkommissars Thomas Schmalfuß kommt "Kiwi"  in die Klassenzimmer.

Kiwi ist 15 und heißt eigentlich Kirsten Wittenbrink. Sie will ihr Leben genießen. Frei sein. Und vor allem: selbst entscheiden, was für sie gut ist. Dazu gehört - ganz klar - Alkohol. Der macht nämlich schön locker und mutig. Viel mutiger, als Kiwi eigentlich ist. So hat sie das Gefühl, dazu zugehören und wirklich tough zu sein. Denn darauf stehen die Jungs, glaubt sie. Und nur darum geht es. Auch wenn die oft mehr wollen als nur Knutschen und damit mehr, als Kiwi geheuer ist. Viel lieber stylt sie sich auf, geht feiern und überlässt dem Alkohol die Kontrolle über sich. Lässt zu, dass ihr alles egal wird. So auch in der einen fatalen Nacht, in der alles aus dem Ruder läuft...

Daniel Rattheis hat diesen Text im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters geschrieben. Sehr einfühlsam erzählt er überzeugend von den Wünschen und Ängsten heranwachsender Mädchen, bei deren Erfüllung, beziehungsweise Überwindung, Alkohol immer öfter als willkommener Helfer erscheint. KIWI ON THE ROCKS besticht durch die authentische, unsentimentale Sprache, in der die Protagonistin ihre Gedanken fließen lässt. Jana Kusch spielt die knappe Stunde allein und überzeugend. Es dauert einige Momente, bis sich die Klasse aus ihrer Betroffenheit löst und der Beifall durch den Raum rollt.

Nur wenig Zeit bleibt für die Diskussion mit der Schauspielerin und der Theaterpädagogin. Aber gerade bei den angehenden Erzieherinnen und Erziehern folgen Stunden mit dem Dozenten nach, in denen sie die neu gewonnenen Einsichten nachbearbeiten werden. Zur Nachahmung empfohlen! Eine solche Stunde vergisst man nie im Leben.

Hofer Studierende im Vorstand der SveA

Was ist BeA, wist SveA?
Ganz einfach: hinter diesen Abkürzungen verbirgt sich zum einen der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik und zum anderen dessen "Juniororganisation", die Studierendenvertretung evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik. Katja Blossfeldt aus Waldsassen, Studierende im Oberkurs an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, ist nun in den Vorstand der SveA gewählt worden. Diese zweijährige Amtszeit geht sie mit Gelassenheit an.

"Zweimal im Jahr finden große, bundesweite Treffen statt; im Frühjahr und im Herbst. Der Vorstand bereitet diese Treffen inhaltlich und organisatorisch vor. Ich freue mich, dabei mithelfen zu können!" Bei diesen Treffen vergleichen sich die Bildungseinrichtungen hinsichtlich ihrer Unterrichtsinhalte und Methoden. In Workshops werden Themen bearbeitet, die berufspolitisch interessant und aktuell sind, z. B. die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Gleichzeitig werden pädagogische Diskussionen aufgegriffen, die in der Vielfalt der Ausbildungsstätten und der unterschiedlichen Länderinteressen von den angehenden Erzieherinnen und Erziehern oft auch kontrovers bewertet werden.

Beim vergangenen Treffen in Hamburg stand die beispielhafte Konzeptionierung für ein Jugendzentrum im Vordergrund. Die Hoferin Julia Ernstberger, die als Unterkursvertreterin an der Tagung teilnehmen konnte, berichtete, dass man ein fiktives Jugendzentrum entworfen habe, das sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiere. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Küche das Zentrum einer solchen Einrichtung sein müsse, weil alle Kinder und Jugendlichen über die Mahlzeiten und ihre Zubereitung sehr gut erreicht werden können. "Es ist ein bißchen wie zuhause," meinten die beiden Studierenden, "da ist auch oft die Küche das eigentliche Zentrum der Wohnung. Und viele Kinder verbringen einen Großteil des Tages im Jugendzentrum, an mehreren Tagen in jeder Woche." Bei diesem Workshop sei ihnen auch so richtig bewusst geworden, wie groß der Anteil an Kontakten und Orientierung ist, den Kinder und Jugendliche nicht mehr in der Familie, sondern in sozialpädagogischen Einrichtungen erleben. "Das war für uns auch sehr motivierend, sich noch mehr mit dem Bereich der Jugendarbeit auseinander zu setzen," waren sich Katja Blossfeld und Julia Ernstberger einig.

Im Frühjahr 2016 findet der nächste Bundeskongress in Wittenberg statt. Katja Blossfeld (im Bild links) und Julia Ernstberger (im Bild rechts) freuen sich darauf. "Bestimmt gelingt es uns, noch mehr Studierende zur Teilnahme zu motivieren. Dieser Blick über den Tellerrand ist sehr wertvoll!" meinen die beiden.

Besuch in Torgau

In Torgau gibt es viele Sehenswürdigkeiten, viele Museen und Orte, die man besuchen könnte. Ein Denkmal am Elbufer erinnert an die Begegnung von sowjetischen und US-amerikanischen Truppen im April 1945. Es gibt im Ort die Katharina-Luther-Stube im Sterbehaus von Katharina von Bora, Luthers Witwe. Es gibt das Braumuseum, das die Bedeutung der Torgauer Braukunst im 15. und 16. Jahrhundert anschaulich dokumentiert. Man könnte das Lapidarium besuchen und den Hausmannsturm von Schloss Hartenfels, einst Wohnort des Hofnarren Claus. In Torgau gibt es das aufwändig restaurierte Bürgermeister-Ringenhain-Haus, eines der bedeutendsten Renaissance-Bürgerhäuser im mitteldeutschen Raum, und ein historisches Handwerkerhaus, dessen Restaurierung erst im Mai 2010 abgeschlossen wurde. Im Zentrum der Stadt findet man den ältesten Spielwarenladen in Deutschlands. Und es gibt die Gedenkstätte DIZ Torgau, in der die Geschichte der Torgauer Haftstätten während des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR dokumentiert ist.

Für eine große Gruppe Studierender der Fachakademie für Sozialpädagogik, der sich einige Realschüler mit ihrer Lehrerin Siglinde Waschke angeschlossen hatten, gab es aber nur ein Ziel: die Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau". Hier wird an über 4000 Jugendliche erinnert, die zwischen den Jahren 1964 und 1989 in dieser Disziplinierungseinrichtung der DDR-Jugendhilfe umerzogen werden sollten. Die vernichtenden Methoden, die sogenannte "Erzieher" sich für die Kinder und Jugendlichen ausgesonnen hatten, erreichten ihr Ziel: mit schwerer Arbeit, vielen Verboten, unglaublich strengen Strafen und vor allem mit einem Pensum an Sport, das niemand schaffen konnte, ohne Schaden zu nehmen, versuchte man die Persönlichkeit der Kinder zu brechen. Viele, die das Martyrium überlebt haben, sind heute psychisch und körperlich krank. Drei dieser ehemaligen Heimkinder lernten die jungen Besucher in einem Film kennen. Sie reflektieren zwanzig Jahre nach ihrer Unterbringung in Torgau ihr Leben und vermitteln einen ersten Eindruck an die Hofer Jugendlichen. Die Leiterin der Gedenkstätte, Manuela Rummel, erklärte in ihrem Vortrag Einzelheiten des Systems, das bis zur Wende im Jahr 1989 mit voller Härte durchgeführt wurde, wenn Kinder und Jugendliche nicht "sozialistisch angepasst" waren. Sie zeigte der Gruppe den sogenannten "Fuchsbau", eine etwa 1,20 Meter niedrige Kellerkammer, in der Jugendliche zur Strafe für bis zu zwölf Tage bei geringer Versorgung und absolut alleine und ohne Ansprache eingesperrt wurden, wenn sie sich den Heimregeln widersetzten, oder gar einen Ausbruch planten. Es gab in diesen Jahren Selbstverstümmelungen und Selbstmorde; sexuelle Gewalt, unsägliche hygienische Zustände. Schreckliche Details zogen sich durch den Bericht von Manuela Brummer und durch den kurzen Filmbeitrag.

Besonders beeindruckend war das Zeitzeugengespräch am Nachmittag. Ralf Weber, heute 60 Jahre alt, berichtete aus seinem Leben. Mit knapp sechs Jahren war er sozusagen der Jugendhilfe der DDR in die Hände gefallen, weil seine alleinerziehende Mutter arbeiten musste, und er als Kind unbeaufsichtigt auf der Straße stand. Sein gewalttätiger Vater hatte die DDR erlassen; der Staat sah keine Leistungen für die kleine Familie vor. Ralf kam in ein Kinderheim, lernte zu schweigen und sich anzupassen, um zu überleben. Als Jugendlicher wusste er "Erwachsene sind gefährlich". Er lernte viele Heime kennen, er wurde immer weitergereicht, mit dem Ziel, seinen Willen zu brechen. Die Einzelheiten, die er berichtet, sind schwer zu verdauen. Er durchläuft die Jahre, und die Zuhörer vergleichen den Bericht unwillkürlich mit ihrem eigenen Leben. "Nach dem Entweichen aus der letzten Einrichtung brachte man mich nach Torgau. Torgau heißt - du stellst nie wieder eine Frage." Sprechen ist verboten in Torgau, und mit brachialer Gewalt wird den Jugendlichen das beigebracht. Sechs Monate musste Weber hierbleiben. Sein Lebensweg ging schwierig weiter - mit unerfüllten Versprechungen, weiteren Gefängnisaufenthalten, weil er sich in der Volksarmee nicht anpasste, einer missglückten Ehe. "Ich hatte ja garnicht gelernt, wie man sich Menschen gegenüber verhält". Gewalt und ihre Folgen bestimmten sein Leben. Und doch nahm es eine Wendung. Er lernte seine jetzige Frau kennen, wurde Vater einen kleinen Tochter - vierzehn Tage vor der Grenzöffnung; als man - aber das wusste er damals nicht - in Torgau begann, "aufzuräumen". Man wollte Spuren verwischen, vernichtete Akten und riss die Gitter an den Fenstern ab. Ralf Weber wusste, dass er das an ihm und den vielen anderen jungen Menschen begangene Unrecht aufarbeiten wollte. Er kümmerte sich um den Erhalt der Räume, von denen viele bereits durch die Treuhandgesellschaft zu Eigentumswohnungen umgebaut worden waren. Er kümmerte sich um die Errichtung der Gedenkstätte und sitzt heute am Runden Tisch der Bundesregierung, wo über die Entschädigungen der Heimkinder in Ost und West verhandelt wird. - Ja, im Westen gab es ähnliche Heime, der einzige Unterschied: sie wurden bereits im Zuge der 1968iger Veränderungen aufgelöst und verändert; eine innovative Heimpädagogik entwickelte sich. Auch dies natürlich von unten nach oben; hier ergänzte die Hofer Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands den Bericht von Ralf Weber und Manuela Rummel. Sie hatte diese Exkursion der Hofer Studierenden und Schüler im Rahmen der Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" organisiert und ihr war daran gelegen, zu verdeutlichen, dass auch heute viele Kinder in der Jugendhilfe untergebracht sind, die gute Erzieherinnen und Erzieher brauchen, die mit Wissen und Verständnis auf die heute vorliegenden Probleme reagieren. "Ich möchte nicht, dass in 20, 30 Jahren die Kinder von heute Entschädigungen einklagen müssen," betonte sie. "Sie brauchen Erzieherinnen und Erzieher, die mit einer überzeugt demokratischen, professionell und menschlich geprägten Haltung in der Jugendhilfe arbeiten."

Die Ausstellung in der Gedenkstätte - darin waren sich alle einig - konnte nur bruchstückhaft den Eindruck des Lebens der Jugendlichen in der Einrichtung vermitteln, wie es die Zeitzeugen konnten. Die Heimfahrt der Hofer verlief sehr ruhig. Alle Teilnehmer waren nachdenklich geworden.


Das Bild zeigt Ralf Weber bei seinem Vortrag.

Weihnachtsworkshops an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

Wenn Schleckermäuler, Kreative, Experimentierfreudige, Weihnachtsbäcker, Tauschwillige, X-Mas-Card-Designer, Christbaumkugelbastler, Videomacher, spontan Wohltätige und Andachtsvorbereiter in Aktion sind, dann finden in der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof die Weihnachtsworkshops statt. In insgesamt elf Werkstätten mit verschiedenen Angeboten konnten sich die Studierenden der Ober- und Unterkurse am letzten Tag vor den Weihnachtsferien auf das Fest einstimmen.

Die Ideen zu den Workshops lieferte der Oberkurs O1. Sie überlegten, welche Inhalte so kurz vor dem Fest für die übrigen Studierenden interessant sein könnten. Schließlich sollte für jeden etwas dabei sein. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher bekamen in den Workshops Anregungen für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kreativ ging es zu im  „winterlichen Weihnachtsdorf“ und bei den „besonderen Christbaumkugeln“, denn hier wurde mit allerhand Material gearbeitet, das eigentlich schon ausgemustert war: Glühbirnen verwandelten sich in funkelnde Christbaumkugeln, Schneemänner entstanden aus Kronenkorken und Pappe, Bäume aus Papierspiralen und eine Kirche aus rot angestrichenem Wegwerfkarton. „Die Welt sollte viel bunter sein,“ meinte eine Studierende aus einem Workshop, „dann wäre sie viel einladender – besonders für Kinder“.

In weiteren, eher traditionellen Workshop wurden Plätzchen gebacken, Knusperhäuser hergestellt und verziert, und Kerzen in Orangenschalenhälften gegossen, die mit Nelken besteckt nicht nur schön leuchteten, sondern auch noch gut dufteten. Beim Basteln von weihnachtlichen Windlichtern und Weihnachtskarten konnten noch die letzten Weihnachtsgeschenke selbst hergestellt werden, für manche Studierende zwei Tage vor Weihnachten bestimmt eine willkommene Aktion.

Interaktiv ging es zu beim „Weihnachtstausch“ und bei einer "Wohltätigkeitsaktion in der Stadt“. Hierfür machten sich die Studierenden auf den Weg in die Hofer Innenstadt. Tauschen wollten sie – mit wem auch immer - verschiedene Kleinigkeiten, wie Minispiel, Weihnachtstaschentücher, Plätzchendose oder ein Erste-Hilfe-Set. Bei der Wohltätigkeitsaktion ging es darum, Passanten, die einem zufällig begegneten, etwas Nettes zu tun, wie beispielsweise jemandem einen Witz erzählen oder ein Kompliment zu machen. Die Studierenden, die sich für „Video wishes“ interessierten, schrieben auf große Transparentpapiere in mehreren Sprachen „Frohe Weihnachten“ und eine Drohne mit Kamera kreiste dann computergesteuert über den Transparenten und den Studierenden. So entstand ein interessantes Video, das bald auf www.fachakademien-hof.de zu sehen ist.

Eine weitere Gruppe bereitete eine Andacht zum Thema „Der Frieden in mir“ zum Abschluss des Tages vor und machte sich dazu viele Gedanken. Sie überlegten sich Lieder, Gebete und eine Aktion, an der alle teilnehmen konnten. Ernsthaft beschäftigten sie sich mit der Frage, was man sich darunter vorstellen kann, wenn man sagt „ich bin mit mir im Frieden“. „Mit sich selbst klar kommen, gelassener sein“, „sich so zu akzeptieren wie man ist, auch seine Schwächen annehmen“, „an sich selber glauben und zu sich sagen, das schaffe ich“, „zufrieden sein mit sich – schließlich sind wir keine Maschinen, auch Fehler sind menschlich“ – diese Antworten kamen von den Studierenden. Während der Andacht selbst wurde von Torben Hörl, der in seiner Freizeit aktiver Pfadfinder ist, das Friedenslicht aus Bethlehem an die Studierenden weitergegeben. Direkt aus der Geburtskirche Jesu in Bethlehem wird das Licht eingeflogen und auch in Deutschland verteilt. Nun gibt es auch an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik das echte Friedenslicht aus Bethlehem. Zum Abschluss des Tages bedankte sich Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer bei allen Helfern und Mitwirkenden und wünschte den Studierenden und allen Dozenten ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Päckchen für Karo-Kinder

Viele Kinder freuen sich am kommenden Wochenende bei einer Weihnachtsfeier in Plauen über Päckchen, von denen einige in Hof für sie gepackt wurden. Für einige Kinder ist dieses Päckchen das einzige Geschenk zu Weihnachten. Bereits zum fünften Male startet der Verein Karo e. V. damit eine Weihnachtsaktion für benachteiligte Kinder in den deutsch-tschechischen Grenzregionen, sowie für die Kinder, die sich gegenwärtig im Schutzhaus von Karo befinden. Babys, Kinder und Jugendliche freuen sich über kleine Geschenke.

Viele Menschen haben mitgeholfen, die Idee der Karo-Mitarbeiterinnen umzusetzen. An der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik pflegt man seit vielen Jahren den Kontakt zu Karo e. V. Etliche Klassen haben sich bereits in Plauen die Babyklappe angesehen, die der Verein organisiert hat und betreut. Drei Kinder sind bisher dort abgegeben worden. Das klingt nicht viel, aber "am besten wäre es, wenn wir keine Babyklappe brächten", sind sich die Verantwortlichen einig.
Viel mehr Kinder leben im Schutzhaus von Karo, oder werden bei mobilen Einsätzen betreut. Wöchentlich sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Karo mit einer Suppenküche unterwegs, und regelmäßig werden Freizeiten für Kinder veranstaltet, die sonst einen sehr harten Alltag haben. Die zukünftigen Erzieherinnen und Erzieher der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik haben die Päckchen mit Liebe gepackt und verpackt, Plauener Studierende luden ihren Kofferram voll und übernahmen den Transport. Sie wissen: die Weihnachtsbescherung ist immer eine Überraschung. In den Päckchen befinden sich z. B. Mützen, Schals und Handschuhe, T-Shirts, Socken, Pullover, Unterwäsche, Puppen, ein Auto, Bälle, ein Jojo, Puzzle-Spiele, Murmeln, Malbücher, Blockflöten oder Dynamotaschenlampen oder sogar ein kleines Kuscheltier. Gesucht wurden auch Zahnbürsten mit Zahnpasta, Shampoo, Duschbad, Haarbürsten, Cremes, Waschlappen, Handtücher, Haarspangen und für die größeren Kinder und Jugendlichen Accessoires und Schmuck.

Die Schüler und Schülerinnen freuen sich über Hefte, Schreibblöcke, Federtaschen, Füller mit Patronen, Bunt- und Bleistifte mit Anspitzer und Radiergummis, Kreide, Wachsmalstifte, Bilderbuch und einen kleinen Rucksack. Dorthinein passen immer auch Bonbons, Lutscher, Traubenzucker, Schokolade und Gummibärchen.
Bleibt zu hoffen, dass die Kinder viel Freude haben, und dass für jede und jeden etwas Passenden dabei ist!


http://www.karo-ev.de
KARO e.V., Am unteren Bahnhof 12 in 08527 Plauen, Tel. 03741/276851, Mail: n.baumgaertel@karo-ev.de

 

Menschen, geflüchtet nach Deutschland

"Wir haben keine Flüchtlingskrise, wir haben eine Krise der Flüchtlingspolitik." Mit dieser Feststellung eröffnete Anke Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bad Alexandersbad ihren Vortrag vor 150 Studierenden der Ober- und Unterkurse der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Drei Tage nahmen sich Lehrkräfte und Studierende Zeit, um das Thema "Menschen - geflüchtet nach Deutschland" zu bearbeiten. Gemeinsam mit der Studierendenvertretung  hatte eine Dozentengruppe das Programm ausgearbeitet, mit dem man in der Rückschau wohl genau den Nerv getroffen hatte: die Studierenden waren bis zum letzten Moment sehr motiviert, mit großem Eifer, aber auch mit kritischen Fragestellungen dabei.

In den vorausgegangenen Tagen hatten die Studierenden ihre Gedanken zu diesem Thema auf große Plakate geschrieben. Gemeinsam mit den Gedanken von jungen Flüchtlingen, die sich derzeit in Hof aufhalten, war dabei eine interessante Zusammenschau entstanden, ein repräsentativer Querschnitt von Meinungen und Ansichten. Gleichwohl in Teilen aber auch eine Zusammenschau von Vorurteilen und Behauptungen, die einer genauen Überprüfung nicht standhalten. Genau darauf ging Anke Zimmermann in ihrem Vortrag ein. Sie nahm Stellung zu den häufigsten Vorurteilen. So wies sie darauf hin, dass der Bundeshaushalt lediglich einen sehr geringen Anteil seines Gesamtvolumens für Flüchtlinge aufwendet, ein Vielfaches davon sei bisher beispielsweise in die Bankenrettung geflossen. "Das Land mit den meisten Flüchtlingsaufnahmen ist auch bei weitem nicht Deutschland, " betonte die Referentin. "Pakistan, Iran, Libanon, Jordanien und die Türkei haben bislang viel mehr Menschen aufgenommen, als unser Land. Von den 60 Millionen Menschen, die sich weltweit auf der Flucht befinden, ist nur ein kleiner Prozentsatz tatsächlich auf dem Weg nach Deutschland. Und viele davon wollen nicht dauerhaft bleiben!" Fünfzig Prozent dieser Menschen bleiben kürzer als ein Jahr in Deutschland, vor allem die älteren Menschen kehren rasch in ihre Heimat zurück, sobald es die Situation und die Sicherheitslage vor Ort zulassen. Von den Millionen derzeit auf der Flucht befindlichen Syrern gelangt nur ein Bruchteil nach Europa. Die meisten sind in Nachbarstaaten von Syrien untergekommen und leben dort unter überwiegend prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern.
"Woher bekommen wir unsere Informationen?" fragte Zimmermann die aufmerksamen Zuhörer. "Sind wir kritisch?" Sie stellte die Frage "Gestehen wir Menschen zu, bessere Lebensbedingungen haben zu wollen, oder teilen wir unreflektiert in `gute und schlechte` Flüchtlinge ein?" Die Fakten zeigen, dass im Jahr 2014 insgesamt 173.072 Asylanträge gestellt wurden. Laut dem Königsteiner Schlüssel, der die Verteilung der Menschen auf die Bundesländer regelt, hat das Land Bayern 14,8 Prozent dieser Menschen aufgenommen. Am 31. Juli 2015 befanden sind 13.282 geflüchtete Menschen in 180 Lagern in Bayern, und aufgrund der sich ständig ändernden Rechtslage wird ihnen die viel beschworene Integration immer schwerer gemacht. Dazu kommt, dass in unseren Bundesländern völlig verschiedene Regelungen gelten, zum Beispiel bezüglich der Krankenversicherung. In Bayern gelte das Prinzip "Sachleistung vor Geldleistung". Wenn man dann betrachtet, wieviel Bargeld ein Asylbewerber bekommt und welche Ausgaben von ihm erwartet werden, dann erkennt man rasch, dass diese Menschen existentielle Probleme haben.
Ein weiteres Vorurteil wurde von der Referentin entlarvt: "Im Umfeld von Flüchtlingen steigt die Kriminalität an, aber nicht von Seiten der Flüchtlinge, sondern wegen krimineller Übergriffe auf die Schutzssuchenden und ihre Herbergen. Allein 505 Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte habe es bis Oktober 2015  gegeben. Das zynische Vorgehen rechtsextremer Gruppen, mit dem die existierenden Ängste innerhalb der Bevölkerung weiter geschürt werden, sei hierfür mitverantwortlich. "Dass Asylbewerber im Moment Arbeitsplätze schaffen und bei prozesshaft möglicher Integration selbst welche bekommen, fördert unser Steueraufkommen und unseren Wohlstand. Wenn jetzt Häuser saniert und Menschen versorgt werden müssen, hat das die Wirkung eines Konjunkturprogrammes," so Zimmermann. Dass inzwischen jeder fünfte Steuerpflichtige in Deutschland einen Migrationshintergrund hat, sollte bereits im allgemeinen Informationsstand angekommen sein. Sie rief die angehenden Erzieherinnen und Erzieher dazu auf, sich gut zu informieren, stets Stellung zu beziehen bei Diskussionen und sich gesellschaftlich zu engagieren. In der Diskussion erläuterte Zimmermann neben vielen anderen Fragen die Auflösung der Begriffe "rechts" und "links". Aktueller sei die Klärung der Formen "Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit", wobei derzeit ein Hauptproblem im Festhalten an "Etabliertenvorrechten" läge, oftmals artikuliert in diffusen und unbegründeten Überfremdungsängsten. "Was wird für den Frieden in den vom Krieg betroffenen Ländern getan?" fragte eine junge Studierende. Der Hinweis auf die politische Arbeit, auf Entwicklungshilfe, aber auch auf die Folgen der Waffenexporte und der Ausbeutung der Bodenschätze stießen bei dem mitdenkenden Publikum auf Verständnis.

 

Die Qual der Wahl hatten die Studierenden, als sie zwischen dreizehn Workshops wählen konnten. Von der Sicht der IHK auf die Flüchtlingssituation bis zur Traumaberatung, von der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger bis zur Geschichte der Flüchtlingsströme in und nach Deutschland, von der Arbeit in Integrationsinitiativen und der Begleitung von Familien in Gemeinschaftsunterkünften bis zum gespielten interaktiven Einsatz zweier Völker, von der Arbeit mit jungen Geflüchteten in der Berufsschule und der Aufklärung über die rechtlichen Bedingungen eines Asylverfahrens - eine Menge an neuen Impulsen steckten in diesen Stunden. 
 

Der nächste Tag gehörte dem Besuch des Hofer Museums Bayerisches Vogtland und der Ausstellung der Anne-Frank-Stiftung "Mensch du hast Recht(e)" im Landratsamt Hof. Beide stellten spürbar Anreize dar, sich jeweils mit der eigenen Familienbiografie auseinanderzusetzen. Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer ließ es sich nicht nehmen, die Gruppen durch beide Institutionen zu begleiteten, und er zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten der ganz unterschiedlichen und doch thematisch miteinander verquickten Ausstellungen.

"Und wie wollen wir leben?" Diese Frage prägte den dritten und letzten Tag der Reihe. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt nach der Methode des Zukunftsforschers Robert Jungk (1913 -1994) begleitete Werner Köppel die Teilnehmer durch den Tag. Das Ergebnis bestand nach vielen Phasen der Auseinandersetzung in Kleingruppen aus dem Bekenntnis zur Wertediskussion. "Jeder von uns ist immer und überall gefordert, die Werte des Grundgesetzes und des christlichen Glaubens aktiv zu vertreten", forderten die jungen Menschen und nahmen sich selbst dabei nicht aus. Nach der Schlussandacht wirbelten auf der Bühne der Sporthalle Arme und Beine durcheinander: junge Flüchtlinge im Alter von 15 bis 17 Jahren hatten Streetdance vorbereitet - so ging es schwungvoll in die wohlverdienten Herbstferien! Unterstützt wurden die drei Seminartage durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!", dessen Beauftragte und Mitwirkende demnächst in der Fachakademie an der Mozartstraße eine wichtige Demokratiekonferenz veranstalten.

 

Kennenlernfest 2015

„Willkommen zur Kennenlern-Party!“ Maria Knüpfer begrüßte Studierende und Lehrkräfte der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, die sich alle vor der Bühne in der Aula des Fachakademiegebäudes eingefunden hatten. Jeder der insgesamt sechs Ausbildungskurse hatte sich gut auf dieses Ereignis vorbereitet, denn schließlich galt es, den eigenen Kurs kreativ zu präsentieren. Dass es wichtig ist, den jeweiligen Kurszusammenhalt zu stärken, Gemeinschaft zu fördern und das Miteinander zu pflegen, ist ein Grundgedanke des Bildungsangebotes an der Fachakademie. Weitgehend eigenverantwortlich, mit nur ein klein wenig Unterstützung der jeweiligen Kursleiter, entwickelten die Studierenden Ideen, mit denen sie sich beim Kennenlernfest interessant, witzig, bunt, spannend, musikalisch, schauspielerisch und medienkompetent vorstellten. Bei der Darbietung zeigten alle Kurse eine anspruchsvolle Performance – jeder Kurs auf seine Weise. Der Unterkurs 1 begann den Reigen mit einer Fanfare und einem Film, in dem jeder Studierende sich auf unterhaltsame Art kurz vorstellte. Zum Vergnügen aller Zuhörer sangen sie  das Lied „Atemlos“ mit neuem Text - „Atemlos durch die FAKS…“!

„Wer verstellt nur immer die Tische in unserem Klassenraum?“ fragten unter anderem die Studierenden des Oberkurses 1. In verschiedenen Körper-Standbildern zu flotter Musik zeigten sie typische Unterrichtssituationen. Schnappschüsse aus dem Unterrichtsalltag sorgten für große Heiterkeit beim Publikum. Als nächstes erschienen schwarz gekleidete, Pakete schleppende Gestalten am Bühnenrand und geheimnisvolle Musik erklang. Die Studierenden des Unterkurs 2 begannen, auf der Bühne ein Gebilde aus den Paketen zu bauen. „UK 2“, also Unterkurs 2 war darauf zu lesen und außerdem die Maxime „Gehe mit deinen Mitmenschen so um, wie du willst, dass mit dir umgegangen werden soll“. „Wir halten zusammen, ja, wir schaffen das“ hieß es außerdem musikalisch in „unserem Unterkurs-Hit“.

Im Anschluss daran spielte und sang die Fachakademie-Band stimmungsvoll „Dream all about it“. Weiter im Programm ging es mit dem Oberkurs 2. „Eine halbe Stunde Unterricht an der Fachakademie ist Anlass für eine völlig neue Weltanschauung“, hieß es und belegt wurde diese Aussage etwa mit folgenden Szenen: alle freuen sich, wenn der notorische Zuspätkommer einmal fünf Minuten vor acht Uhr kommt. Man freut sich auch darüber, dass es Mitschüler gibt, die einfach alle Utensilien im Unterricht dabei haben und es sehr gerne an andere verleihen, wie zum Beispiel eine Bohrmaschine oder ein Steckenpferd. Humorvoll wurden auch andere Phänomene, wie die „Unterrichtsaufschieberin“, die „Obstjunkies“, die „Sportreporterin“ oder der „Mitfahrgelegenheitsschnorrer“ aufbereitet und dargestellt.

Bei der Darstellung des Unterkurses 3 gab es etwas zu gewinnen, nämlich die längste Praline der Welt. In einem Boxring wurde jeder Studierende mit seinem eigenen Charakter vorgestellt und so wurde betont „Jeder ist, wie er ist - und das ist gut so“. Ebenfalls filmisch stellte der Oberkurs 3 den „alltäglichen Wahnsinn an der Fachakademie“ dar. Schließlich lud das Team der Studierendenvertretung die Kursleiter zum „Herzblatt-Spiel“ ein. Mit Hilfe der Moderation von Lis Wilzcek, der stellvertretenden Akademieleiterin, mussten die Lehrkräfte die jeweiligen Kurssprecher erkennen. Auch diese Aktion sorgte für viel Freude und Heiterkeit bei den Zuschauern. Die gute Stimmung dieses Kennenlernfestes war noch lange beim anschließenden gemütlichen Beisammensein zu erleben.

 

Letzter Schultag an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

 "Gipfelstürmer" hieß die Stunde, in der die Unterkurse ihre Mitstudierenden aus den Oberkursen verabschiedeten. Vor den Unterkursen liegt das freizeitpädagogische Praktikum, vor den Oberkursen, die mit Bravour die Abschlussprüfungen bestanden haben, liegt das Berufspraktikum.

Was die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher mit Gipfeln; also mit Bergen zu tun hatte, zeigten die Unterkursler in ihrem Anspiel. Vom SPS-Beginn bis zum Gipfelsturm unter dem Dach der Sporthalle zeigten sie im Zeitraffer alle Stationen der Ausbildung - mit Geigenmusik und immerwährender Begleitung durch die Dozenten der Fachakademie! Denn eine Ausbildung ohne Musik und ohne Begleitung ist an der Fachakademie undenkbar.
Fachakademiedirektor Pfr. Achim Schäfer begrüßte alle Anwesenden, unter die sich auch Angehörige, Kinder und Freunde gemischt hatten. "Etwa fünfhundert Mal kommt in der Bibel das Wort "Berg" vor," erläuterte er. "Auf dem Berg sein, heißt Ruhe und Weite spüren, das Erleben der Höhe und der Ausblick auf das, was vor und hinter einem liegt!" Pfr. Schäfer zitierte einen griechischen Philosophen "Viele Wege führen zu Gott, einer über die Berge". Das Thema "Gipfelstürmer" war also überlegt gewählt.
Dass die Oberkurse bereits einige "Berge" hinter sich gebracht haben, war deutlich zu spüren und sie feierten mit ihren Kursleitungen die Überreichung der Abschlusszeugnisse. Der Oberkurs 1 feierte auf der Bühne mit Astrid Döberlein, der Oberkurs 2 mit Peter Zimmermann und der Oberkurs 3 feierte die Zeugnisübergabe mit Urse Wendel. Es gab Blumen und Geschenke, jede Menge Dankesworte, Jubel und Erinnerungen. Alle miteinander hatten in einer sicher lustigen und fast prüfungsähnlichen Sequenz alle Dozenten charakterisiert- vom Stil her mit einem Entwicklungsbericht ähnlich wie im Kindergarten. Die Fachakademie mutierte zur "Einrichtung", die Sporthalle zu einem "Bewegungspädagogischen Zentrum" und man entdeckte bei jeder Lehrkraft ungeahnte Entwicklungspotenziale. Gespickt mit Fachbegiffen gab man ihnen allerhand gute Tipps mit auf den Weg in die Vervollkommnung.

Geehrt wurden abschließend die drei Studierenden, die als Beste den Oberkurs abgeschlossen hatten: Rebecca Grimm aus Geroldsgrün mit dem Notendurschnitt 1,07, Sven Eisermann aus Plauen mit einem Durchschnitt von 1,08 und schließlich Nadine Zimmerer aus Hof; sie hatte die Traumnote von 1,14 erreicht.

Es wäre nicht die Fachakademie für Sozialwesen, wenn da nicht noch beachtet worden wäre, dass einige Studierende sich besonders engagiert hätten: Blumen gab es als Dankeschön auch für Kinga Czerlau aus Hof für ihre übersetzerischen Fähigkeiten und die Bereitschaft, immer da zu sein, wenn sie gebraucht wurde; für Tina Wachtelborn für herausragende Unterstützung der Schülerfirma Fitfood und für Iuliana Zaharia; sie hat mit ihren musikalischen Beiträgen viele Veranstaltungen während des Schuljahres bereichert.
Eine besondere Leistung sah die Leitung der Fachakademie darin, dass viele Studierende zuhause eine Familie zu betreuen hatte. Alle Kinder, Väter und Mütter bekamen Blumen für die familiäre Unterstützung der Studierenden in den letzten Jahren.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Keyboard, Saxophon und Geige ausgezeichnet von Lis Wilczek, Astrid Döberlein, Eberhard Brachtel, Iuliana Zaharia und Daniela Stief zum Einsatz gebracht wurden, dass die gemeinsamen Lieder vom Chor begleitet wurden und alle, wirklich alle Mitarbeiter der Fachakademie mit Blumen und Präsenten bedacht wurden. Ein aufregendes Ausbildungsjahr ging damit zu Ende.

Abschlussfeier für die Studierenden im Sozialpädagogischen Seminar

87 frischgebackene pädagogische Fachkräfte feierten am vergangenen Mittwoch in der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik ihren Abschluss als Staatlich geprüfte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger. Sie hatten das zweijährige bzw. das einjährige Sozialpädagogische Seminar absolviert, und alle hatten den Abschluss geschafft. Ausbildungsleiterin Karin Unger blickte auf die Jahre der SPS`ler zurück und verglich die Ausbildung von Anfang bis Ende mit dem Bild des Schäfers, der seine steppenartige Heimat dadurch verändert, dass er Eicheln vergräbt. Die Samen gingen auf und in wenigen Jahren waren Flora und Fauna verändert, waren statt aussterbenden blühende Dörfer und Landschaften anzutreffen. Wie lässt sich das auf eine pädagogische Aubildung übertragen? Das Bewerbungsverfahren ist gleichermaßen die Auslese der Samen. Die ersten Praxistage und die ersten schulischen Einheiten entsprechen der Wässerung und Vorbereitung der Samen. Und nach den ersten Anforderungen kommen sie in die Erde - die ErzieherpraktikantInnen werden auch geerdet - durch praktische Erfahrungen und theroretische Kenntnisse. Sie verwurzeln sich im pädagogischen Bereich, erleben Interesse und machen die Erfahrung, dass sie wirksam sein können. Dies macht sie zu zuverlässigen, belastbaren, kreativen und widerstandsfähigen Mitarbeitern.

Als Vertreterin einer altbewährten und kooperativen Praxisstelle sprach Alexandra Wunderlich, die vor etwa 25 Jahren an der Fachakademie ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, zu den Erzieherpraktikantinnen und -praktikanten. Alexandra Wunderlich arbeitet im Montessori-Kinderhaus im TPZ in Hof und nahm die Buchstaben dieses Namens, um die Eigenschaften, Anforderungen und Fähigkeiten der Erzieherpraktikanten zu dokumentieren: Mut, Offenheit, Neugier, Erlebnisse, Sicherheit, Schule, Organisation, Reflexion, Ideen, Konflikte, Inklusion, Neues, Durchhaltevermögen, Einfühlungsvermögen, Rücksicht, Halt geben, Ausdauer, Urlaub und Spaß! Die beiden letzten Begriffe wünschte sie allen nach den anstrengenden Prüfungstagen, die nun hinter den SPS`lern liegen.

Die Klassenleitungen Nina Hagemann, Urse Wendel für die erkrankte Franziska Förster, Karin Zink und Rita Krause verteilten die Zeugnisse, es gab Geschenke für besondere Leistungen.

 

Die Besten waren:

im zweijährigen SPS: Julia Ernstberger aus Marktredwitz und Eva Schacher aus Hof mit dem Notendurchschnitt 1,22; und mit dem Notendurchschnitt von 1,33 Ronja Erhardt aus Tauperlitz. Für den Notendurchschnitt von 1,44 wurde Franziska Ponath aus Kemnath ausgezeichnet.

Im einjährigen SPS bekamen Sabrina Oswald aus Mistelgau, Janika Adams  aus Tauperlitz und Mona Fischer aus Hof Anerkennungen für die Notendurchschnitte  zwischen 1,4 und 1,6. Für das Jahreszeugnis mit dem Durchschnitt 1,11 erhielt Franziska Busch aus Kulmbach ein Buchgeschenk.
Die beiden Erzieherpraktikantinnen Brandy Kellner und Eva Köhler rührten mit ihrer Ansprache so manchen Gast und auch ihre Ausbildungskolleginnen und -kollegen zu Tränen. "Wir haben unsere erste Berufsausbildung abgeschlossen, und es war nicht leicht. Aber die Arbeit mit Kindern ist oft so, als würde man in ein offenes Herz laufen," betonte Brandy Kellner. "Die Kinder haben uns genommen wie wir sind, und was kann einem Schöneres passieren? Wir haben so viel zurück bekommen." Die Dankesworte an die Lehrkräfte, die Blumen überreicht bekamen, und die Aussichten auf ein Wiedersehen in der nächsten Berufsausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher wollten kein Ende nehmen.

Musikalisch begleiteten die Abschlussfeier Astrid Döberlein und Daniela Stief am Keyboard, Eva Schacher am Cello und Annika Kaiser mit der Querflöte. "King of Kings" war das letzte gemeinsam gesungene Lied, nachdem alle vier Kurse ihre kreativen und bejubelten Beiträge zur Feierstunde gezeigt hatten. Sie hatten gedichtet, fotografiert und gefilmt, sie sangen und trugen ihre Gedanken und Beobachtungen mit viel Elan vor.Die vielen anwesenden Eltern und Freunde zeigten sich sehr berührt von der schönen Feierstunde.

 

Ruhestand für Karin Zink

 

Nach 35 Jahren Berufstätigkeit an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik wurde Karin Zink verabschiedet. Als Erzieherin, Sozialpädagogin und Diplompädagogin hat sie Generationen von angehenden Erzieherinnen und Erziehern durch die Ausbildung begleitet. Zielgerichtet hat sie in all den Jahren die Studierenden auf die Abschlussprüfungen in Psychologie, Pädagogik und Heilpädagogik vorbereitet. Diesen Fachbereich "PPHP" hat sie als zuständige Fachbereichsleitung kompetent betreut.
Karin Zink hat geschätzt ca. 1000 Praxisbesuche durchgeführt, unzählige Praktikanten betreut - allein etwa 350 Berufspraktikanten. Die Gespräche, die Korrekturen, die Facharbeiten, die sie betreut hat haben Wirkung und Umfang. Nun ist sie am letzten Schultag in den Ruhestand getreten. Die Kolleginnen und Kollegen gaben ihr während der Abschlussveranstaltung der Ober- und Unterkurse nach einem witzigen Sketch, dessen Inhalt aus visionären Ruhestandsträumen bestand, einen Rosenbusch samt Spalier mit nach Hause: Karin Zink liebt Rosen, und in ihrem Garten ist sicher noch ein bißchen Platz für einen neuen Rosenstock. Viele gute Wünsche begleiten sie nun in die Zeit, in der sie ständig machen kann, was sie will.
Ein Bild von sich wollte sie nicht machen lassen, aber auf dem Schnappschuss ist sie so zu sehen, wie sie immer erlebt wurde: konzentriert im Gespräch; zuhörend, abwägend, zurückhaltend und freundlich. Danke für alle Arbeit, danke für alle Hilfe und Unterstützung, für alle guten Ideen und für alle unermüdliche Mitwirkung am Unterrichtsgeschehen in der Fachakademie!

Multiball versus Waterball

Schlappball, Völkerball, Ball über die Schnur und Blinderwasserbecher. Oweh, die Organisatoren der Wasserspiele an unserer Fachakademie für Sozialpädagogik hatten bei der Planung vorausgesetzt, dass das Wetter so warm wie an den Tagen VOR dem Turnier sein würde! Sie hatten "abkühlende" Wasserspiele eingeplant, und von dem Plan ließen sie auch nicht ab. Da mussten sich die Lehrkräfte so manche Schlappe Wasser gefallen lassen! Ansonsten gab es Spiel und Spaß wie in jedem Jahr, die Kurse und Gruppen kämpften - nein, nicht um den Sieg, sondern um den Spaß. Ein lautes Gejohle und Gejuchze gab es an der Mozartstraße, wenn der Ball - nein, wenn der mit Wasser gefüllte Luftballon die Schnur überquerte! Die Moderatoren und Dokumentatoren nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und fertigten genaue Spielpläne und Ergebnislisten an, die letztendlich aber keinerlei Bedeutung hatten: heute stand der Ball im Vordergrund und die Spieler achteten auf fairplay und hatten Freude an der Bewegung und daran, die gegnerische Mannschaft zu "duschen". So ging der vorletzte Schultag vorbei, und für die Siegesfeier "JedeR ist Sieger!" gab es Hofer Wienerla, Obst und ... natürlich Wasser.

Abschlussfeier für 85 Erzieherinnen und Erzieher

 

Feierlich ging es zu in der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik, während in der Stadt das Volksfest begann. 85 neue Erzieherinnen und Erzieher wurden verabschiedet. Hopplahopp - da kamen echte Streetdancer farbig und spritzig auf die Bühne und gaben den Start frei in die Feier der vielen Absolventinnen und Absolventen, die von zahlreichen Freunden und Angehörigen begleitet wurden. Musikalisch abwechslungreich und anspruchsvoll begleiteten Astrid Döberlein, Daniela Stief und Lis Wilczek die Stunde. "Bewegt euch weiter" war das Motto der Feier, und gemeint war damit, dass die neuen Erzieherinnen und Erzieher neben tatsächlicher Bewegung auch ständige Weiterbildung brauchen und den Ehrgeiz, für die ihnen anvertrauten Menschen Gutes erreichen zu wollen. Anspruchsvoll ist die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher und stellt drei Jahre lang hohe Anforderungen an die Studierenden. Flexibilität ist gefordert, fachliches Wissen, methodische Vielfalt und Kommunikationsfähigkeit. Krisenbewältigungsstrategien und Teamarbeit sind gefragt.

Und dass das Lernen kein Ende hat, betonten nach der Begrüßung aller Gäste durch Direktor Pfr. Achim Schäfer Susanne Krüger, Leiterin des Weißdorfer Kindergartens und selbst vor fünf Jahren Absolventin der Hofer Fachakademie, und Elsbeth Oberhammer, Fachbereichsleitung der Geschwister-Gummi-Stiftung in Kulmbach in ihren Grußworten. Susanne Krüger hatte noch während der Ausbildung zur Erzieher ihre Ausbildung als Fachwirt für Sozialwesen begonnen und beschrieb anschaulich, dass sie sehr zielgerichtet ihre berufliche Laufbahn geplant habe. "Und nun bin ich das, was ich sein wollte: Leiterin einer Kindertagesstätte!" Wie die Murmeln einer Murmelbahn sollten die frischgebackenen Erzieherinnen und Erzieher sich verteilen und ihre Fähigkeiten verbreiten.
"Genießt stolz diesen Moment," meinte Elsbeth Oberhammer; "ihr habt die richtige Berufswahl getroffen, denn euch wird in diesem lebendigen Bereich nie langweilig werden! Werdet Querdenker, seid und bleibt kreative und kritische Mitarbeiter in der sozialen Arbeit; so werdet ihr gebraucht!"

 

Jeder einzelne Absolvent wurde auf die Bühne gerufen und mit Beifall bedacht, und ihre Lehrkräfte waren sichtlich stolz auf die erbrachten Leistungen: Thomas Göller, Karin Herbrig, Edda Klier, Werner Köppel, Sabine Wagner, Nanne Wienands, Peter Zimmermann und Karin Zink hatten für das letzte Jahr der Ausbildung die Anleitung und Hauptverantwortung übernommen.

Für die sehr guten Leistungen im letzten Jahr der Ausbildung bekamen fünf der jungen Menschen eine besondere Auszeichnung:

 

 

Konstantin Ernst aus Konnersreuth, er arbeitete im städtischen Kinderhaus in Waldsassen, Melanie Heitmann aus Bayreuth, sie arbeitete in der Kinderkrippe der Unsiversität, Karen McNelly aus Schönwald; sie absolvierte ihr Berufspraktikum bei Clever Kids Planet in Rehau, Anne Regitz aus Plauen, die mit ihrer kleinen Tochter Lotte auf die Bühne kam und dort in einer städtischen Kindertagesstätte tätig war, sowie Anne Wich-Heiter aus Marktrodach, sie hatte ihr Berufspraktikum in der Jugendhilfeeinrichtung Geschwister-Gummi-Stiftung in Kulmbach abgeleistet.

Alle konnten sich über die Note 1 in allen Bereichen des Berufspraktikums freuen. Damit steht ihnen der Weg an die Hochschulen offen.

Tanja Zur-Zeitler vom Katholischen Kindergarten St. Clara in Schwarzenbach/Saale bekam eine Auszeichnung, weil sie nicht nur als Externe die Erzieherausbildung geschafft, sondern auch die Ergänzungsprüfung absolviert hatte.

Johannes Wurm faßte als Sprecher der neuen Erzieherinnen und Erzieher die Erfahrungen zusammen, die er während der Ausbildung insgesamt und speziell im letzten Jahr an der Deutschen Schule in Bilbao in Spanien machen durfte. Er bedankte sich bei seiner Mutter, die ihn stets ermuntert habe, in die Welt hinaus zu gehen. Sehr bewusst habe er den Prozess des Erwachsenwerdens und der Reife erlebt und die Ausbildung und Begleitung durch die Fachakademie schätzen gelernt. "Lernen ist Erfahrung, alles andere ist Information." Dieses Zitat von Albert Einstein hatte Pfr. Achim Schäfer bereits bei der Begrüßung erwähnt; durch die Ausführungen von Johannes Wurm bekam diese Erkenntnis eine ganz praktische Komponente. Sein Dank ging auch an  seine Mitstudierenden, die jetzt seine Kollegen sein werden.

"Ihr seid wertvoll, eure Arbeit ist wichtig, spannend und wertvoll. Ihr seid gefragt, gefordert und ihr werdet gebraucht. Ihr seid mehr wert! Ihr müsst am Ball bleiben, lebenslang lernen, Erfahrungen sammeln, Bildung organisieren, Gefühle vermitteln, Generationen verbinden, Kindern ein Vorbild sein! Lasst euch nicht abspeisen, seid kritisch und anspruchsvoll!" Zu diesem abschließenden Sprechchor der Dozenten passte gut eine Filmsequenz, in der die Bemühungen der Erzieherinnen und Erzieher um bessere Arbeitsbedingungen und bessere Entlohnung dargestellt wurde. Aus den Jahren 1990 und 2009 datierend und an den letzten Streik im Frühsommer 2015 erinnernd, holte dieser Abschluss alle Gäste auf den Boden der Tatsachen. Es bleibt noch viel zu tun, ehe Erzieherinnen und Erzieher ihrer Ausbildung und Leistung entsprechend anerkannt werden.

Erschöpft und glücklich konnte sich alle Besucher anschließend dem Sommerfest der Hofer Fachakademie widmen.

Kulturabend in der Hofer Fachakademie

Ich weiß nicht, wo ich hingehe, aber ich weiß, wo ich herkomme

Identität - wer bin ich, wie bin ich so geworden, was macht mich aus und wie sehen mich andere?
Wie kann man diese Frage besser lösen als mit Hilfe von Kunst, Musik und Tanz?

Der Kunst- und Kulturabend war an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik angesagt und an diesem Abend - es gab ihn erst zum zweitenmal - wurde Kultur und Kunst begreifbar. Fühlbar, Wahrnehmbar, und dass es viel mit uns selbst zu tun hat, wie wir uns ausdrücken, wie wir spielen und wie wir sind, was wir denken, wird sichtbar durch die Kunst und hörbar durch die Musik.

Unter dem Motto "Identität - wer bin ich und wie sehen mich andere?" führten Martina Bosnak und Anne Härtel durch den Abend. Es gab Musik und Film, Tanz und Modenschau, Bilder und Skulpturen. Es gab gutes Essen und Trinken, ständig wechselnde Bandbesetzungen, Solisten, einen Chor und viele Künstler, Vorführungen und konzertante Beiträge. Faszinierend war die Gesamtkomposition des Abends. Wie das alles zusammenpasste, oblag der Regie von Musikdozent Eberhardt Brachtel und seinen Kolleginnen Astrid Döberlein und Lis Wilczek, und es passte sehr sehr gut zusammen, obwohl man es nicht vermuten konnte: Klassik und Pop, türkische Lieder und Violine und Klavier, Querflöten und Rap. Hervorragend passte dazu die Modenschau mit den wunderschöne gestalteten Traumkleidern aus Papier, angefertigt und gezeigt von Kinga Cerlan, Stephanie Feige, Maria Gerstenberger, Rebecca Grimm, Erika Kalkow, Susann Link, Fabian Riedel, Sofie Schädlich,  Jaqueline Schumann, Jeannine Scholz, Bianca Sümnik, Tina Wachtelborn und Nadine Zimmerer.

Die Modenschau wiederum passte zu den Modellen der Aufgabe "Wie wollen wir wohnen?", die an jedem Architektenwettbewerb teilnehmen könnten. Der Chor machte Lust darauf, sich in wenigen Tagen das Musical "Geschöpf der Nacht" anzusehen. Die Streetdancer fetzten richtig ab und zeigten dann den Werdegang ihrer Arbeit filmisch auf der Leinwand. Einzelne Interpreten? Cigdem Cöcelli brachte ihr Publikum zum tanzen. Ihre Lieder, unter anderem "Mavilim maviselim", erklärte sie mit "Es geht um Liebe". Stürmischen Beifall gab es für Iuliana Zaharias  Violinenspiel und der Begleitung von Astrid Döberlein am Flügel, beide spielten das Perpetuum Mobile von Carl Böhm. Tim Landgrafe und Anna Maria Ströhla - einfach umwerfend als perfekte Rapper. Annika Kaiser und Andreas Conrad ergänzten sich mit Querflöte und Flügel bei Stücken von Donizetti, Teleman und Schroeder. Flott und ohne Allüren spielten sie sich in die Herzen von Menschen, die "eigentlich mit Klassik nix anfangen können". Na sowas! Dass beide auch "Take five" können, war das i-Tüpfelchen. Sarah Scheffel, Daniela Stief und Vanessa Klug sangen zu den Klängen der Band. Dr. Fatma Hermann und ihr Kollege in der Kunst- und Werkpädagogik Bernd Neumann strahlten - die Aufregungen der letzten Tage war verschwunden, alle Werkstücke, die Bilder, Filme und Skulpturen fanden ihre Bewunderer, denn Freunde der Fachakademie und Eltern und Geschwister der Studierenden waren zuhauf gekommen.

In aller Ruhe und doch wie am Schnürchen reihte sich ein Höhepunkt an den anderen. Das gesamte Gebäude der Fachakademie schien zu strahlen und die Stimmung war gelöst und gespannt zugleich - "was kommt jetzt?" Als gäbe es kein festgelegtes Programm, gab man sich kreativ die Klinke in die Hand. Das war das Schönste - dass man eine Mühelosigkeit schaffte, die sonst nur großen Profis vorbehalten ist. Bleibt zu sagen, dass fast alle Arbeit neben der unterrichtlichen Arbeit erfolgte. Spielerisch eben; freiwillig und gern. So lernt man sich selbst und andere kennen.

 

 

Interessante Fachtage für 90 Berufspraktikanten

"Mach eine Fortbildung, such dir eine Weiterbildung, fang ein Studium an, geh erstmal ein Jahr ins Ausland, mach Au Pair, bleib im Dorf, geh in die Großstadt, heirate, krieg erstmal eigene Kinder, such dir einen neuen Job -" zugeschüttet mit guten Vorschlägen und witzigen Attributen für das Berufsleben wurde eine junge Erzieherin, die voller Freude ihr Abschlusszeugnis ans Herz drückte. Dieses kurze Anspiel der Theaterpädagogik-Gruppe zeigte, wie breit gefächert der Bereich ist, in dem Erzieher nach der Ausbildung arbeiten und leben können.

Für fast 90 angehende Erzieherinnen und Erzieher gestalteten die Betreuungsdozenten der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik in der vergangenen Woche zwei Fachtage unter dem Motto "Perspektiven nach der Erzieherausbildung". Den Einführungsvortrag hielt Björn Köhler aus Nürnberg, er ist der Leiter des Büros für Sozialpädagogik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, kurz GEW. Für sein Anliegen, die jungen Erzieherinnen und Erzieher zum berufspolitischen Engagement zu bewegen, fand er viele gute Argumente, die er anschließend in einem Workshop und dann bei der stattfindenden Berufsmesse im individuellen Gespräch vertiefen konnte. Seine zentrale Aussage war sicher "es sind die Gewerkschaften, die mit den Arbeitgeberverbänden verhandeln". Und nur starke Gewerkschaften können etwas erreichen für die Rahmenbedingungen und die Bezahlung der Arbeitnehmer, das wurde den Berufsanfängern deutlich.

In den weiteren, von den Dozenten der Fachakademie vorbereiteten Workshops konnten sich die jungen Menschen über weitergehende berufliche Möglichkeiten informieren. Schwerpunkte bildeten die Weiterbildung zu Leitungsfachkraft, die Theaterpädagogik, die Arbeit im Berufsfeld der Jugendhilfe, die Möglichkeiten der Weiterbildung in Systemischer Arbeit und die Ausbildung zum Erlebnis- und Traumapädagogen sowie die Weiterbildung zum Dyskalkulie- und Legasthenietherapeuten. Janek Rochner-Günther, ein ehemaliger Studierender der Hofer Fachakademie sprach über "No Limits? - Jugendarbeit in abgehängten Sozialräumen", Judith Schöffel, die nach ihrer Zeit an der Hofer Ausbildungsstätte ein Bachelorstudium absolviert hat und nun einen Hort in der Nähe von Regensburg leitet, hatte sich das Thema "Was brauche ich, um in den Beruf zu starten?" vorgenommen. Ihre praxisnahen Hinweise kamen bei den Berufspraktikanten gut an. Besonders auseinandergesetzt hatte sie sich mit der Salutogenese und den Rahmenbedingungen der Arbeit im pädagogischen Bereich. "Mein Einkommen muss reichen, um meine Arbeitskraft zu erhalten," betonte sie und untermauerte dies mit einer Reihe von Beispielen. 

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 Zur Messe waren zahlreiche Träger sozialer Einrichtungen gekommen. Unter anderem war das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef aus Wunsiedel war durch seinen Leiter Joachim Lehmann vertreten, aus Immenreuth war Alfred Schuster, Leiter des SOS-Kinderdorfes in Hof, eine große Kindertagesstätte aus Haar bei München und die Diakonie Hochfranken waren stark vertreten. Aus Würzburg war Patricia Hoffmann von der Diakonie Würzburg angereist, einem großen Träger sozialer Einrichtungen. Die Einrichtung St. Vincent aus Regensburg war mit Erziehungsleiter Xaver Waitzhofer dabei, die Hofer Fachakademie für Heilpädagogik war vertreten durch Ausbildungsleiterin Hildegard Havenith.

 

 

Die Geschwister Gummi Stiftung gemeinsam mit dem Diakonieverbund Kulmbach boten Ausbildungs- und Arbeitsstellen an. Diese Messe wurde von über 250 angehenden Erzieherinnen und Erziehern besucht; denn zu den Berufspraktikanten gesellten sich alle Ober- und Unterkurse sowie die Studierenden im einjährigen Sozialpädagogischen Seminar. Den Startvortrag hielt Johannes Wurm, selbst Berufspraktikant. Er absolviert gerade sein Anerkennungsjahr in der Deutschen Schule in Bilbao und motivierte die Studierenden, die Chance auf einen Auslandsaufenthalt nicht auszulassen.



"Meet & greet" hieß es am Abend; alle Studierenden trafen sich gemütlich in der Aula, um sich über Fachliches und Privates auszutauschen. Die Schülerfirma Fitfood e. V. hatte die Bewirtung an den beiden Tagen übernommen und glänzte zu den Pausenmahlzeiten mit einem internationalen Büffett, bei dem es u. a. scharfe ungarische Gulaschsuppe, finnischen Heringssalat, englische Sandwiches und vielerlei andere leckere Spezialitäten gab.
Am zweiten Tag wurden die Berufsanfänger mit der steuerlichen Realität konfrontiert. Diplom-Kaufmann und Steuerberater Alexander Georgius führte sie in die Welt der Steuern, Gebühren und Abgaben ein. Die Grundlagen der Einkommensteuer und die Lohnklassen, die Aufklärung über Steuererklärungen und zu beachtende Fristen standen im Vordergrund des Vortrags. Alexander Georgius klärte kompetent die Begriffe der Werbungskosten, der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen. Wer ist steuerpflichtig? Welche Aufgaben hat das Finanzamt? Wie bestimmt sich meine Lohnsteuerklasse? Diese und viele andere Fragen wurden beantwortet, und der abschließende Applaus zeigte, dass hier großer Aufklärungsbedarf vorhanden gewesen war. Am Ende der Fachtage oblag es Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer, die Ergebnisse zusammenzufassen und die Absolventen, die noch bis Ende August 2015 in ihren unterschiedlichen Einrichtungen in Bayern, Thüringen und Sachsen arbeiten werden, zu verabschieden.

 

 

Weihnachtssingen der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

An der Michaeliskirche und auf der Bühne am Weihnachtsmarkt waren vergangene Woche ganz traditionelle, aber auch neue moderne Weihnachtslieder zu hören - nicht vom Band oder von einer CD, sondern richtig "live" gesungen und gespielt von den Studierenden aus dem Oberkurs der Erzieherausbildung der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Sie sangen und spielten unter der Leitung ihrer Musikdozentin Lis Wilczek und wurden von einigen Mitgliedern des Lehrerkollegiums unterstützt. Dabei wurden über 450 Euro an freiwilligen Spenden eingesammelt. Die Summe wird in voller Höhe noch vor Weihnachten in die "Schule von Welt, in der jeder Einzelne zählt" gebracht, in die Hofer Sophienschule. Für die zahlreichen Projekte und Besonderheiten dieser Schule im Hofer Bahnhofsviertel ist das Geld ein Segen. In der Sophie-Gruppe, bei den Integrationshelfern, im Schülercafè und in der Ganztagsbetreuung sind immer kleine und größere Wünsche da, die mit diesem Geld erfüllt werden können. So kommen die Spenden ganz direkt den Hofer Kindern zugute. Dieses Anliegen der angehenden Erzieherinnen und Erzieher haben die zahlreichen Passanten am Weihnachtsmarkt gern unterstützt, und dafür bedanken sich alle Mitwirkenden herzlich!

Liedermacher Reinhard Horn an unserer Fachakademie

Ganz schnell brachte der Lippstadter Liedermacher Reinhard Horn die fast 200 Studierenden der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik in Bewegung - mit dem Lied "Ich bin klasse, so wie ich bin" konnte sich jede und jeder Studierende identifizieren. Und er hatte noch viel mehr mitgebracht. Mit flotten und eingängigen Melodien versehen hatte er viele Lieder mit kind- und zeitgemäßen Texten dabei, die geradezu zum Mitsingen einluden. Aber sein Anliegen geht weit darüber hinaus, als ein paar gängige Kinderlieder zum Besten zu geben. Reinhard Horn ist mit Prof. Dr. Gerald Hüther befreundet, dem bekannten Neurologen, der die gesamte Hirnforschung der letzten Jahre mit seinen Erkenntnissen revolutioniert hat. Ihn zitiert der ehemalige Grundschullehrer, der oft als der "tollste Kinderversteher" zitiert wird, genauso häufig wie dessen Kollegen Prof. Dr. Manfred Spitzer.

Welche Schulfächer bleiben nachhaltig wirksam für Kinder? Nein, nicht Physik und Mathe. Es sind Kunst, Musik, Sport und Theater, die uns und unsere Fähigkeiten für das Leben prägen. "Singen macht das Herz frei, Singen macht glücklich," sagt Horn, und erzählt von der alten Dame mit Demenz, die beim Volksliedersingen plötzlich vierzehn Strophen eines Liedes auswendig kann und vor Freude und Stolz strahlt. Er erzählt vom "Chor der Unglücklichen", der unter Leitung von Anke Engelke bei der letzten ARD-Themenwoche gegründet wurde und schnell zum "Chor der Glücklichen" mutierte. Mit dem Lied "Manchmal bin ich fröhlich" geht er ein auf die ambivalenten Stimmungen, die bei Menschen vollkommen normal sind. Man kann wütend und aufgeregt sein, froh und traurig zugleich, mutig und ängstlich zugleich. Und Horn macht auch darauf aufmerksam, dass eigentlich normale Stimmungsschwankungen heutzutage bereits mit Medikamenten behandelt werden; vor allem bei Kindern. "Von 2007 bis 20013 hat sich der einschlägige Umsatz an Neuroleptika verdoppelt!" berichtet er.

"Singen ist Seelenproviant" betont er, "es gibt Sicherheit und ist damit Voraussetzung für die Potenzialentfaltungskräfte unserer Kinder. Singen ist Kraftfutter für Kindergehirne!" Es stärkt die Bindungs- und Sozialfähigkeit unserer Kinder, singen ist die einzige Möglichkeit, dass alle gleichzeitig reden und sich verstehen. Horn fragt aber an diesem Vormittag auch "Welche Lieder werden die heutigen Kinder einmal bis ins hohe Alter singen?" und weckt damit bei den Studierenden die Nachdenklichkeit. Ja - welche Lieder werden das wohl sein?

Ganz gut verständlich für alle ist der Indianerweckruf des kleinen Indianers mit dem Namen "Große Stimme". Er geht mit seinem Weckruf auf diejenigen ein, die er wecken will - so fördert man das Einfühlungsvermögen aller Menschen, die das Glück haben, an einem Seminar von Reinhard Horn teilnehmen zu können.  Es wird der Opa geweckt, die Mama, das Baby, der Träumer und der Fußballfan.In Hof gelingt das mit großer Begeisterung. Ohne Begeisterung kann Lernen nämlich garnicht stattfinden - und dieser Ausspruch ist wieder von Gerald Hüther.

"Was ist drin?"

In der überdimensional großen Zuckertüte, die die Studierenden des Oberkurses zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik auf die Bühne schleppten, war wirklich allerhand drin: Mut, Kraft, Vertrauen, Durchhaltevermögen, Zuversicht, Motivation und Ausdauer wurden verteilt. Von den weit über 200 Teilnehmern waren gut 150 erstmals an der Fachakademie und zwar freiwillig; wie Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer in seiner Begrüßungsansprache betonte - für die "richtigen" Erstkläßler besteht Schulpflicht, aber wer an die Fachakademie kommt, tut das aus eigenem Antrieb. Dabei ist jede und jeder oft mit Überraschungen konfrontiert, die in den Zuckertüten noch nicht erkennbar sind: mit den Dozenten, mit sich selbst und auch mit seinen Mitstudierenden.
Er stellte einen Viertkläßler vor, der seine Traumschule mit den Worten beschrieben hatte "Eine Allerleimenschenschule, die direkt auf den Wolken gebaut ist, eine Insgesamtkinderschule", und Schäfer meinte "eine Allerleimenschenakademie sind wir auch, wenngleich wir nicht auf Wolken leben und arbeiten, sondern durchaus geerdet sind." Er erkannte in dieser phantasiereichen Beschreibung den Inklusionsgedanken und das gemeinsame Lernen verschiedenster Menschen, denn an der Fachakademie lernen ab und an auch die Dozenten von den Studierenden. Die Dozenten und auch die Mitarbeiter im Haus wurden den Neuankömmlingen vorgestellt, mit Liedern, Fürbitten und dem gesungenen Vaterunser wurde deutlich, auf welche Art und Weise die Hofer Fachakademie "geerdet" ist.

Schäfer zitierte Wilhelm Löhe, den Gründer aller Ausbildungsstätten im sozialpädagogischen Bereich "Lernen ist die Bedingung des Könnens". "Und dieser Lernprozess beginnt JETZT!" meinte Schäfer und übergab den Dozenten der neuen Kurse, Nina Hagemann, Franziska Förster, Claudia Weber, Karin Unger und Rita Krause im Sozialpädagogischen Seminar und den Kursleitungen Thomas Göller, Karin Herbrig und Werner Köppel in der Erzieherausbildung die Kurslisten. Für die Dtudierenden im SPS begann der noch am gleichen Tag der Unterricht. Für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher ging es nahtlos in die Planung und Vorbereitung von drei Tagen "Lernen am anderen Ort", nämlich zum Seminar mit ihren Kursleitungen in die Jugendherberge in Tannenlohe.

Kulturtreff

Ein kleiner, feiner Abend sollte es werden. Ganz ruhig, alle Künstler sollten einander in aller Beschaulichkeit ihre Werke vorstellen können: die Musiker, die Tänzer und die Gestalter. Es wurde dann ein ganz großer, lebendiger, gut besuchter und hochwertiger Abend; eine richtige Talentschau. Es war großartig, was Musiker, Tänzer und Gestalter anboten. Und das Publikum - bestehend aus den Akteuren, Mitstudierenden, Freunden und Familien, aus Dozenten,  - war begeistert. Wer solche Talente hat, braucht auf den Applaus nicht lange warten:
die Band der Fachakademie spielte unter der Leitung von Eberhard Brachtel; herausragend Tim Landgrafe mit einem Rap und Daniela Stief mit einer außergewöhnlich vielseitigen Stimme.

Die Kunstdozenten Dr. Fatma Herrmann und Markus Rubel hatten das ganze Haus geschmückt mit den Ergebnissen der letzten Arbeitswochen: Wunschmaschinen waren da zu sehen, die imstande sind, Gedanken zu lesen und automatische Bilder zu malen. Johannes Wurm und Robin Rheinstädter erläuterten ihre Vorstellung von Daniel Düsentriebs Erfindungen. Leuchtobjekte in bunten Farben und witzigen Formen faszinierten die Besucher, Objekte aus Holz, das im Wald gefunden wurde - Giraffen, Eulen, Wildschweine und Elefanten stehen in der Aula der Fachakademie, hohle Baumstämme verbreiteten schummriges Licht.

Und dann die Tänzer - Streetdance wird gezeigt, so dass man sich in amerikanische Straßen versetzt fühlt, aber auch irische Klänge ertönen und ganz authentisch bilden sich Reihen und Kreise und entführen die Zuschauer auf die grüne Insel. Nicht wenige Besucher klatschten und wippten im Rhythmus mit. Unter der Leitung von Lis Wilczek und Urse Wendel zeigten sich vielseitige Bewegungs- und Tanzkünstler.
Nicht unwichtig war die Kunst aus der Küche - was die Schülerfirma Fitfood hier gezaubert hatte, wurde von allen Besuchern gern verzehrt.

Dass der Initiator des Abends, Eberhard Brachtel, auch seine eigene Jazz-Band mitgebracht hatte, war eines der mindestens zwanzig Tüpfelchen auf dem i an diesem Abend. Sie brachte mit Virtuosität, Routine und Gelassenheit viele schöne Melodien in die neue Aula an der Mozartstraße.
Ein kleiner Kulturtreff ist so an diesem Abend weit über den eigenen Anspruch hinausgewachsen. "Die können schon was," war eine Bemerkung, die man an diesem Abend häufig von den über 100 Besuchern hören konnte; ja, die Kompetenzentwicklung gelingt an der Fachakademie für Sozialpädagogik. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher blieben, und räumten alles wieder auf, so dass der Unterricht am nächsten Morgen stattfinden konnte, als wäre nichts geschehen.


Mitwirkende bei Musik und Tanz waren u. a. Lisa Reichel, Alexander Wunderlich, Nicole Behling, Katharina Pinzer, Saskia Hofer, Anne Wich-Heiter, Anna Wirth und viele, viele andere!

Besuch aus Ungarn - "Wertschätzung und Einfühlungsvermögen brauchen keine Sprache"

 "Wertschätzung und Einfühlungsvermögen brauchen keine Sprache." Damit brachte Erzieherin Ina Ackermann exakt auf den Punkt, was die Hospitation der vier jungen Frauen aus Ungarn im Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum in Hof ausmachte. Zum vierten Mal innerhalb der fünf Jahre, die die Partnerschaft der Fachakademie für Sozialpädagogik mit Evangelischen Kossuth Lajos Gymnasium und der Pädagogischen Fachmittelschule Miscolc besteht, waren ungarische Studierende für drei Wochen in Hof. Sie wohnten in dieser Zeit in der Jugendherberge, hatten eine Woche Zeit, um sich in Hof zu akklimatisieren und hospitierten zwei Wochen lang im TPZ. 

"Eindeutig zu kurz," war ihr einhelliges Fazit. Als Übersetzerin war die Hofer Studierende Franziska Bauer dabei. Wegen ihren ungarischen Familienwurzeln beherrscht sie die Sprache so gut wie die deutsche Sprache auch. Gemeinsam mit Ina Ackermann und Johannes Frisch vom TPZ waren zum Abschlussgespräch Zsuzsa Ànesàk, Victòria Mihàly, Rebeka Varga und Martina Kiss in die Fachakademie für Sozialpädagogik eingeladen. Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer ließ es sich nicht nehmen, Resümee zu ziehen. Lis Wilczek und Werner Köppel, die den gesamten Austausch organisiert und begleitet hatten, fehlten auch hier nicht.  
So schnell wie die drei Wochen vergangen waren, so viel hatten die vier jungen Frauen erlebt. Pfr. Schäfer zählte auf: verschiedene Abendessen in Gemeinschaft mit Lehrkräften und Studierenden, das Kennenlernen der Fachakademie für Sozialpädagogik mit Unterrichtsbesuchen, das Kennenlernen des Therapeutisch-Pädagogischen Zentrums mit all seinen Einrichtungen, der Besuch in Mödlarreuth mit Lehrkräften und dem Übersetzer und Landsmann Bertalan Tòth, das Erforschen der Städte Hof und Nürnberg, die Teilnahme am Wochenende "Erlebnis Winter" mit Lehrkräften und Studierenden, die Teilnahme an einem Disco-Abend für und mit Menschen mit Behinderung, der Besuch einer Schwarzlichttheater-Vorführung an der Fachakademie, die Teilnahme an den Sportabenden der Fachakademie und das gemütliche Zusammentreffen mit den Studierenden, die im Rahmen des Austauschprogramms kurz vor Pfingsten nach Miscolc / Ungarn fahren. 

Im Gespräch wurde rasch deutlich, dass es große Unterschiede in der deutschen und der ungarischen Behindertenpädagogik gibt. "Wir lernen in Ungarn mehr theoretisch, hier in Deutschland lernt man praktisch zu arbeiten," meinte Martina Kiss, 20 Jahre alt. "Die Jugendlichen werden auf das Leben gut vorbereitet!" lobte sie das TPZ. Von Rebeka Varga, ebenfalls 20 Jahre alt, kam der Stoßseufzer "ich möchte garnicht mehr heim!" Ihr hat es überall sehr gut gefallen. Victòria Mihàly hatte im Kindergarten des TPZ in der Schildkrötengruppe gearbeitet. "Die Kinder sprechen weder englisch noch ungarisch, aber mit Händen und Füßen konnten wir uns gut verständigen. Beim Abschied hat sogar ein Kind geweint; ich habe sie alle in mein Herz geschlossen!" Besonders aufgefallen sei ihr die anschauliche Darbietung von Geschichten im Morgenkreis der Kindergartengruppe. Die 21jährige Zsuzsa Ànesàk arbeitete in einer 8. Klasse mit. "In Ungarn haben wir ganz andere Rahmenbedingungen," betonte sie. "Die Arbeit wird erleichtert, wenn die Jugendlichen so gut gefördert werden!" Zsuzsa möchte gern wieder nach Hof kommen. 

Von allen Seiten kam großes Lob für die jungen Ungarinnen. "Sie haben sich sehr schnell eingewöhnt," lobte sie Ina Ackermann, die im TPZ für die Betreuung und Anleitung der Praktikanten zuständig ist. Bertalan Tòth war aufgefallen, dass sie sich sehr intensiv nach den Hintergründen der deutschen Geschichte erkundigt haben, die sie am Originalschauplatz Mödlarreuth nachempfinden konnten. Die Selbständigkeit, mit der sie sich ab dem ersten Tag in Hof bewegten und die Geschicklichkeit, sich ohne Sprachkenntnisse verständlich zu machen, fanden ebenfalls Anerkennung. Am letzten Abend sind die vier Ungarinnen letztmalig zu einem Hofer Essen eingeladen. Dann geht es mit dem Nachtzug zurück nach Miscolc, wo sie sicher von allen Erlebnissen ausführlich berichten werden.

"Kein Lehrer Lämpel in Litauen"

Litauische Lehrer zu Gast an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

Obwohl das Besuchsprogramm umfangreich und sicher anstrengend war, nahmen sich elf litauische Lehrer und Verbandsvorsitzende fast zwei Stunden Zeit für den Besuch der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Delegation hielt sich für etwa eine Woche in der Saalestadt auf und hatte zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen auf der Besuchsliste. Zusammen mit dem Leiter der Hofer Sophienschule, Henrik Schödel, bestaunten die Gäste das sanierte Gebäude der Fachakademien und die ausgestellten Kunstobjekte. Der Leiter der Fachakademie, Pfr. Achim Schäfer, seine Stellvertreterin Lis Wilczek und Werner Köppel, verantwortlich für die Praktika während der Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher, begrüßten die litauischen Besucher bei Kaffee und Kuchen. Die vorbereiteten Grafiken und Fakten zeigte Schäfer gleich an  einem der neuen Activboards, die seit der Sanierung in jedem Kursraum der Fachakademie vorhanden sind. Schäfer erläuterte das System der staatlichen und privaten Schulen und Ausbildungsstätten in Deutschland. "Nach dem Jahr 1945 wollte man sicherstellen, dass es nicht mehr zu einer Vereinheitlichung des Schulsystems kommen kann," betonte er. Auch gelte der Grundsatz "Bildung ist Ländersache"; deswegen sei es wichtig, die Ziele des europäischen Bildungskontextes im Auge zu behalten, die da lauten

- Annäherung von Bildungssystemen
- Transparenz von Qualifikationen
- Durchlässigkeit von Bildungswegen
- Förderung grenzüberschreitender Mobilität und
- Qualitätssicherung.

Im Gesamtschulsystem stehe die Fachakademie neben dem Gymnasium. Im "Deutschen Qualifikationsrahmen", der als erste Stufe die berufliche Orientierung und als achte Stufe die Promotion beschreibt, stehe die Fachakademieausbildung an sechster Stelle und sei damit gleichwertig mit dem Bachelor-Abschluss, dem Fachwirt und dem Meister.

Werner Köppel erläuterte die generalisierte Ausbildung, die bisher unter dem Begriff "Breitbandausbildung" gemeint war. Erzieherinnen und Erzieher können in fünf Bereichen arbeiten: in Kindertagesstätten, in der Jugendarbeit und der Jugendhilfe, in Schulen und in der Hilfe für Menschen mit Behinderung. "Diese Vielseitigkeit macht auch die Attraktivität des Berufes aus," meinte er. "Der neue Lehrplan stellt die fachlichen und personalen Kompetenzen in den Vordergrund der Ausbildung.  Der Dozent wird zum Lernbegleiter, auch wenn er immer wieder Hintergrundwissen vermittelt, und Material zur Verfügung stellt," führte Köppel aus. Fachakademieleiter Pfr. Achim Schäfer stellte diese Lernmethode der früheren "Lehrer-Lämpel-Ära" gegenüber. Dieses schöne Beispiel stieß bei seinen Zuhörern allerdings auf Unverständnis: in Litauen ist Wilhelm Buschs Lehrer Lämpel unbekannt! Aber das Prinzip war schnell geklärt. In der Erzieherausbildung werden die Vernetzung von Theorie und Praxis und die fächerübergreifende Werteerziehung durch ein konstruktivistisches Lernen anhand von Erfahrungen sichergestellt.
Zur Werteerziehung an der Hofer Fachakademie gehört auch das Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage", dessen Entstehung, Notwendigkeit und Wirken kurz von Nanne Wienands vorgestellt wurde. Eine weitere Besonderheit der Fachakademie liege im Stellenwert der Erlebnispädagogik, die angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung immer bedeutender werde.
Besonderen Raum nahm in der Diskussion die Tatsache ein, dass Studierende der Fachakademie sowohl in der Vollzeitausbildung für vier Wochen, als auch im Anerkennungsjahr für ein ganzes Jahr im Ausland tätig sein können. Lis Wilczek, die abschließend auch den Rundgang durch die Fachakademie begleitete, regte an, dass eine solche Praxismöglichkeit bzw. ein Austausch auch mit Litauen stattfinden könnte. Sie stieß mit dieser Anregung durchaus auf offene Ohren, und man war sich schnell einig, diesbezüglich in Verbindung bleiben zu wollen. Da viele der litauischen Gäste aus dem kulturell-künstlerischen Lehrbetrieb bzw. aus dem Bereich der Sprachbildung kamen, wurden gleich konkrete Vorschläge diskutiert. Diskutiert? Das war natürlich nur möglich durch die hervorragenden Übersetzungsfähigkeiten von Teresa Fichtner, die sehr freundlich und charmant für ein gutes Verständnis auf beiden Seiten sorgte.

Eindrucksvoller Besuch in Torgau

Zwanzig angehende Erzieherinnen und Erziehern besuchten am vergangenen Wochenende mit Diplom-Sozialpädagogin FH Nanne Wienands die Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau".


Für die jungen Menschen war es die erste Konfrontation mit einem Heimsystem, das es in der BRD bis in die 1970er Jahre gab, in der DDR allerdings bis zur Wende 1989. Die Gedenkstätte stellt sowohl das System in einer Ausstellung dar, wie auch Einzelschicksale. Weit über 2000 Kinder und Jugendliche sind allein in Torgau untergebracht gewesen. Sie haben dort eine schreckliche Erziehungstortur durchlaufen, die bei denjenigen, die sich heute im Trägerverein engagieren, Spuren hinterlassen hat, die das ganze Leben lang bleiben. Ralf Weber, der insgesamt zwölf Jahre in Kinderheimen der DDR verbrachte und mehrere Monate in der Einrichtung in Torgau eingesperrt war, berichtete vom Alltag in dem ehemaligen Jugendgefängnis, der darauf ausgerichtet war, die Persönlichkeit der "Insassen"zu zerbrechen und sie an das sozialistische System der DDR anzupassen. Gründlich aufgeräumt wurde mit der Meinung, dass es damals doch einen vernünftigen Grund für die Unterbringung von Kindern in Kinderheimen gegeben haben müsse. Mangelnde Betreuungszeit, zu kurze Röcke, ein in die BRD "abgehauener" Vater oder die Scheidung der Eltern waren oftmals schon Grund genug, um das Kind in die öffentliche Erziehung der Jugendhilfe zu zwingen. Die Missachtung individueller Situationen und Charaktere, der Machtmissbrauch, die vielen Schläge, die Strafen, die Verachtung der Menschenrechte und die Willkür, denen die Jugendlichen ausgesetzt waren, wurden im Bericht des heute 58jährigen Ralf Weber anschaulich dargestellt.

Ralf Weber ist seit Jahren Mitglied des Runden Tisches der Bundesrepublik Deutschland, der sich um die Wiedergutmachung des erlittenen Unrechts für die ehemaligen Heimkinder in Ost und West bemüht.



Warum unternimmt man eine solche Fahrt? Wie kommt es dazu, dass die jungen Studierenden sich auf dem Heimweg einig sind "das sollte jeder einmal sehen!"? Im Rahmen der Erzieherausbildung steht natürlich die Werteerziehung als Querschnittsaufgabe im Lehrplan und auch im Leitbild der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Alle Teilnehmer an der Fahrt, ob Berufspraktikant oder Studierende, sind Multiplikatoren. Sie sind gefordert, in Praktikums- oder Arbeitsstellen mit einer respektvollen Haltung zu agieren, Beispiel und Vorbild zu sein und Beobachtungen zu problematisieren, die sie sich nicht mit pädagogischen Absichten erklären können.

Juliane Thieme, die als Mitarbeiterin der Gedenkstätte die Gruppe durch die Ausstellung und in den Strafkkeller führte, stellte auch die Entstehungsgeschichte der Gedenkstätte dar und erläuterte die Rolle der "Treuhand-Gesellschaft" nach der Wende im Jahr 1989. Ein Ergebnis deren Arbeit ist es, dass die früheren Schlaf- und Arbeitshäuser der Jugendlichen heute zu Eigentums- und Mietwohnungen umgebaut und teilweise abgerissen sind. Lediglich das Verwaltungsgebäude mit dem Eingangsbereich, einigen Zellen und den Wohnräumen der Heimleitung dient dem Trägerverein als Gedenkstätte.


www.jugendwerkhof-torgau.de

Crystal - "ein höllischer Kampf im Kopf"

Auf der Homepage der Frankenpost wurde ein Bericht über die eindrucksvolle Arbeit der Übung "Sucht" und der Eröffnung er Ausstellung über die Droge "Crystal" veröffentlicht:

http://www.frankenpost.de/lokal/hofrehau/hof-land/Ein-hoellischer-Kampf-im-Kopf;art2438,2967662

Studierendensprecher

Die neuen Studierendensprecher sind Lisa Reichel aus dem Unterkurs und Johannes Wurm aus Oberkurs.

Ausbildungsbeginn an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik

"Das Tohuwabohu aushalten"
 
 
Wegen dem besonderen Ausbildungskonzept an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik begann hier das Ausbildungsjahr 2013/14 bereits am Dienstag dieser Woche. Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer konnte in der Sporthalle  290 Studierende und Dozenten begrüßen. Davon waren etwa einhundert Studierende erstmals an der Fachakademie; sie beginnen ihre Ausbildung im ein- bzw. im zweijährigen Sozialpädagogischen Seminar. Unter dem Thema "Anfang" stand die gesamte Begrüßungsveranstaltung, die von Studierenden des neuen Oberkurses vorbereitet worden war. Die Studierenden begannen mit einer Diskussion zwischen Engelchen und Teufelchen; beide erwogen die Vor- und Nachteile der Erzieherausbildung. Zuversicht und Zweifel, Beruhigung und Ängste waren da zu spüren: "da musst du im Wald schlafen" hieß es da vom Teufelchen; "es wird alles wie ein Kinderspiel" erwiderte das Engelchen. Konstantin Ernst und Juliane Götz spielten gekonnt einge Wortwechsel und sorgten für die ersten entspannenden Lacher.



Pfarrer Schäfer begann seine Begrüßungsansprache mit dem Hinweis auf das Wahlrecht, das jeder habe, und er betonte, dass er davon ausgehe, dass angehende Erzieherinnen und Erzieher sowohl bei der Landtags- als auch bei der Bundestagswahl zur Wahl gehen würden. "Eine Wahl haben Sie schon getroffen - wir freuen uns über Ihre Berufswahl hier an unserer Fachakademie!" rief er den jungen Studierenden zu. Dass in jedem Anfang ein gewisses Chaos innewohnt, ein "Tohuwabohu", belegte er mit einem Blick in die erste hebräische Bibel. Bereits vor 3000 Jahren ist dort beschrieben worden, dass erst nach und nach eine gewisse Ordnung zu erreichen ist - Gott brauchte sieben Tage um die Welt zu schaffen. Aber dann lautet der letzte Satz "Und siehe, es war sehr gut". Pfarrer Schäfer bat die Studierenden, geduldig zu sein, und abzuwarten, bis das Chaos, das sie momentan spüren würden, sich nach einigen Tagen lichtet.

Die Studierenden des Oberkurses stellten kurzweilig und sehr prägnant das Lehrerkollegium vor; da gab es "Herrn Göller, unseren Weltenbummler" und "Frau Krause, anzurufen, wenn man bei `Wer wird Millionär` sitzt" und "Frau Unger, die Kapitänin der Schülerfirma Fitfood". Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sekretäriat und in der Hausverwaltung fanden ihren Platz. Besonders der "weltbeste Hausmeister, Herr Becher" wurde erwähnt und bekam großen Applaus. Die Studierenden interviewten kurz die neuen Dozenten Sabine Wagner (Praxisbetreuung), Gerhard Gossler (Mathematik) und Markus Rubel (Kunst- und Werkpädagogik), und alle drei fanden ihr Fach natürlich ganz besonders wichtig und gut. Von Thomas Göller als dem Sprecher der Mitarbeitervertretung bekamen alle drei eine kleine Zuckertüte zum Schulanfang!


 
Mit gemeinsamen Liedern, Fürbitten und Gebet endete die gemeinsame Veranstaltung. Anschließend gingen die Studierenden im Unterkurs mit ihren Kursleitungen Astrid Döberlein, Ursel Wendel und Peter Zimmermann in die Klassenräume; um sich auf die ersten Seminartage in der Jugendherberge Tannenlohe vorzubereiten. Die Studierenden im Sozialpädagogischen Seminar wurden von Karin Unger, Rita Krause und Nina Hagemann mit ersten Informationen für den folgenden Blockunterricht versorgt. Und für die Oberkurse begann bereits der Unterricht mit ersten Hinweisen auf Veränderungen in der Organisation der Fachakademie in diesem Ausbildungsjahr.

Bewegend Abschied nehmen

Mit einer anspruchsvollen, witzigen und spritzigen Veranstaltung endete das Ausbildungsjahr 2012/13 an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Jede der sechs Klassen aus Unter- und Oberkurs hatte eine kurze Präsentation vorbereitet, die stets mit einem intensiven Dankeschön an die begleitenden Lehrkräfte endete. Den Anfang machte ein Rollenspiel der Unterkurs-Studierenden, im Zeitraffer ging es durch beide Studienjahre. Die Darsteller hatten die Lacher auf ihrer Seite. Die Oberkurse verabschiedeten sich mit vielen kleinen und großen "Dankeschöns" an die Dozenten und mit einem Liedbeitrag.

 

Für besonders gute Leistungen geehrt wurden Nikola Roßmeißl aus Schwarzenbach/Saale, Hanna Petersen aus Hof und Alexandra Pilz aus Plauen. Sie erreichten die Traumnote 1,00 im Abschlusszeugnis des Oberkurses. Für besonderes Engagement wurden Franziska Bauer aus dem Unterkurs und Marcus Kretschmer aus dem Oberkurs geehrt. Franziska Bauer hatte im Januar 2013 drei Wochen lang die ungarischen Gaststudenten begleitet und für sie übersetzt; Marcus Kretschmer hat sich um die Schülerfirma Fitfood verdient gemacht. "Es gab keinen Tag, an dem Marcus nicht am Nachmittag die Küche aufgeräumt hat!" betonten die verantwortlichen Lehrkräfte Karin Unger und Heinz Heckmann.

 

Verabschiedet wurden in dieser Feierstunde zwei Kolleginnen. Waltraud Weigert hatte vier Jahre lang das Fach "Mathematik" unterrichtet und bekam dafür stürmischen Applaus; Stefanie Sprater war nur ein Jahr als Kunstpädagogik-Dozentin in Hof geblieben und nahm nun aus privaten Gründen schon wieder Abschied. Wie sehr sie den Kollegen und Studierenden, und umgekehrt die Kollegen und Studierenden ihr ans Herz gewachsen waren, wurde in den bewegenden Abschiedsworten deutlich.



Neben der Studierendenvertretung hatte auch die Studierende Olena Endina etwas besonderes vorbereitet. Als Dank für alle Hilfe und Unterstützung tanzte sie mit Klavierbegleitung ein Ballett-Solo für die Dozenten und für ihre Mitstudierenden. Olena Endina hatte weit über das erforderliche Maß hinaus an Wahlfächern und Übungen teilgenommen, und die Abschlussprüfung gut bestanden.

Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer, der diese Stunde auch eröffnet hatte, verabschiedete alle Teilnehmer in die wohlverdienten Ferien. Mit eindringlichen Fürbitten und dem Segen gingen die Unterkurse in das bevorstehende freizeitpädagogische Praktikum, die Oberkurse in das lange geplante Berufspraktikum. Natürlich nicht, ohne einige Ferienwochen dazwischen zu genießen!

Multiball

Schön frisch und feucht war der Sportplatz an der Hofer Mozartstraße als es ernst wurde mit "multiball". Multiball ist traditionell der Tag, an dem an der Fachakademie für Sozialpädagogik alles rund ist, und mit allem Runden gespielt wird. Ob Fussball, Handball, Volleyball, Bumball - alles wurde durchgespielt. Zusätzlich gab es viele kreative Ballspiele, die das Vorbereitungsteam sich überlegt hatte.

 

Lehrkräfte spielten gegen Studierende und ehemalige Studierende und auch Berufspraktikanten waren auf dem Spielfeld zu entdecken. Siegerehrung stand  letztendlich auf dem Plan, aber wie das an der Fachakademie oft so ist: es geht um das Dabeisein, und so waren wieder nur Gewinnergruppen anwesend: niemand hatte verloren. Naja, vielleicht einige Schweißtropfen. Aber das wird ja nicht bewertet. Und die Gewinne waren auch eher symbolisch gemeint: der Spaß, bei "Fußball mit dem Sitzball" oder bei "Bumball" dabei gewesen zu sein, war der Hauptpreis.

 

 

Neu war in diesem Jahr die Möglichkeit, von den Balkonen der sanierten Fachakademie hoch über dem Spielfeld zusehen zu können! Aber die Fans fanden sich natürlich ganz nah am Spielfeld ein und umjubelten ihre Favoriten.

Man sieht nur mit dem Herzen gut ...

... man sieht nur mit dem Herzen gut ...
Ein Rückblick auf ein gelungenes Theaterprojekt

Kurz vor den Osterferien wurde an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik ein Projekt abgeschlossen, an dem fünf Dozenten und einunddreißig Studierende beteiligt waren. Weit mehr als die vorgeschriebenen vierzig Pflichtstunden hatten alle Beteiligten investiert, um eine Handlung auf die Bühne zu bringen, deren Inhalt in Buchform jedem bekannt ist: "Der kleine Prinz" von Antoine de Exupèry.

Die Premiere am Nachmittag nach der Neueinweihung der modernisierten Fachakademie an der Hofer Mozartstraße, die Werkschau am Tag der offenen Tür und die beiden Vorstellungen vor fast 400 Schülerinnen und Schülern der Hofer Eichendorff-Schule, der Grundschule Feilitzsch, der Förderschule Schwarzenbach/Saale und dem Johann-Christian-Reinhart-Gynmasium Hof - alle Vorführungen waren umjubelt. Auch die Abendvorstellung in der voll besetzten Sporthalle, die den Abschluss des Projekts bildete, begeisterte die Zuschauer und die Mitwirkenden. Das alles fand weitgehend zusätzlich zum normalen Unterrichtsbetrieb an der Fachakademie statt; ebenso wie viele der Proben, die seit vor Weihnachten 2012 angesetzt waren. Mehrere Samstage und viele Abende wurden investiert, und das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem auch hören lassen.

Die Idee zu diesem Vorhaben stammte von Werner Köppel. Schon seit langem war es seine Absicht, die Geschichte vom kleinen Prinzen auf die Bühne bringen. Studierende haben das Buch von Antoine de Exupèry als Vorlage für das Theaterstück genommen, und das Stück für die Bühne bearbeitet. Die Dozenten Werner Köppel, Astrid Döberlein, Lis Wilczek, Johannes Hienert und Ralf Wunschelmeier haben es in eine machbare Form gebracht und ausgestaltet. So wurden Lieder für die Planeten und für die Charaktere der Mitwirkenden ausgesucht, die für Kinder verständlich und bekannt waren. Mit einer Performancegruppe, die Kurs übergreifend aus fast zwanzig Studierenden bestand, wurden in gemeinsamer Arbeit die Lieder interpretiert. Dabei war es den Dozenten wichtig, Vielseitigkeit für Augen und Ohren zu bieten. Marionetten, Tanz, Pantomime, Schattenspiel und vieles mehr wurde in die Handlung eingebaut.

Eigens für dieses Stück komponierte Musikdozent Ralf Wunschelmeier eine richtige Hymne mit dem Namen "Man sieht nur mit dem Herzen gut". Sie entpuppte sich als Ohrwurm für die Beteiligten und die Zuschauer. Die Aufmerksamkeit der zuschauenden Kinder war bei allen Aufführungen bemerkenswert, schließlich war ihre Konzentration über eine Stunde lang gefordert!

Als die letzte Aufführung über die Bühne ging, waren die Mitwirkenden zwar geschafft, aber auch traurig. "Es war ein tolles Erlebnis für alle, sowohl in der Zusammenarbeit mit Studierenden als auch im Team mit den Kollegen" meinte die stellvertretende Fachakademieleiterin Lis Wilczek. Sie war für die Performance verantwortlich, während Astrid Döberlein den Chor leitete und Ralf Wunschelmeier und Johannes Hienert die Band koordinierten.

Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher haben bei dieser Aufgabe vieles gelernt. Vor allem wurde ihnen bewusst, wieviel Arbeit in einer solchen Produktion steckt. Wie vielfältig diese Arbeit ist und an wieviele Kleinigkeiten man denken muss; von der Technik bis zur Werbung, vom Stühlestellen bis zum Aufräumen, von der Kostümgestaltung bis zur Beleuchtung: alles war "handmade". Talente wurden entdeckt, und so manche Studierende gingen über ihre Grenzen hinaus und erkannten neue Fähigkeiten an sich - etwas, was beim Theaterspielen besonders gut möglich ist.

Bei der letzten Vorstellung bedankten sich Jugendliche im Publikum bei ihrer Betreuerin für den Besuch - "danke, dass du uns hierher mitgenommen hast!" Sie hatten offenbar erkannt, dass es da jemand gut mit ihnen meinte; so wie die Philosophie des kleinen Prinzen es beabsichtigt. Der Funke war übergesprungen - "Ziel erreicht! Danke, kleiner Prinz!

 

Kuchen für Karo e.V.


Bereits vor einigen Wochen besuchte der Oberkurs 2 der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik den Verein KARO e. V. in Plauen. Von besonderem Interesse war für die Studierenden natürlich die Babyklappe, die der Verein betreibt. Aber die Mitarbeiterin von Karo e. V. brachte den angehenden Erzieherinnen und Erziehern auch die anderen Aufgabenfelder des Vereins ins Bewusstsein. Seit 1994 engagiert sich KARO e. V. gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Ziel des Vereins ist es, Kindern, Jugendlichen und Frauen, die physische, psychische und/oder sexuelle Gewalt erfahren haben, Schutz und Hilfe anzubieten. Die Mitarbeiterinnen von Karo e. V., von denen die meisten ehrenamtlich arbeiten, betreuen neben der Babyklappe auch ein Frauenschutzhaus. Der Verein setzt sich gegen Gewalt und sexuelle Ausbeutung ein – Themen, die in unserer Gesellschaft sehr tabuisiert werden. Die SozialarbeiterInnen sind für die Frauen und Kinder wichtige und zum Teil erste und einzige Kontaktpersonen. Neben der ganz unmittelbaren Sozialarbeit auf den Straßen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet bietet der Verein aber auch weitere Hilfen an.

KARO e.V. unterhält u. a. zwei Beratungsstellen als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Frauen im Prostitutions- und Drogenmilieu sowie für Betroffene von (sexueller) Gewalt. Die Beratungen arbeiten nach dem systemischen Ansatz im Kontext von HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten sowie sexueller Ausbeutung von Kindern, Jugendlichen und Frauen.

Das Beratungsangebot richtet sich nicht nur an Frauen, sondern auch an Männer sowie an Jugendliche beiderlei Geschlechts. Auch Angehörigen von Betroffenen bieten die Beratungsstellen Rat und Unterstützung. Betroffene können auch eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

Die Beratungsstelle in Plauen bietet Betroffenen psychosoziale Beratung, Krisenintervention, kurz- und langfristige Schutz- und Unterbringungsmöglichkeiten, Hilfen sowie Unterstützung beim Ausstieg aus der Prostitution, die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen, kostenlose Abgabe von Kleidung und Hygieneartikeln, die Möglichkeit zum Essen und Ausruhen, Case-Management, Beratung, Begleitung, und Unterstützung bei der Suche nach Alternativen zum bisherigen Lebensweg, Rechtsberatung, Unterstützung im Rahmen von Anzeigenerstattung und Gerichtsverhandlungen, Vermittlung sowie Begleitung zu ÄrztInnen, RechtsanwältInnen, PsychologInnen, Prozessvorbereitung, -begleitung sowie -nachbereitung und natürlich Hilfe bei der Wiedereingliederung bzw. Rückführung in die noch vorhandenen sozialen Strukturen in den Herkunftsländern.

Um die Arbeit von KARO nachhaltig zu planen, ist der Verein auf Spendengelder angewiesen. KARO e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Jede Hilfe, auch die ehrenamtliche Mitarbeit zur Unterstützung des Vereins ist willkommen.

Gut überlegt hat sich die Klasse der Hofer Fachakademie, für die demnächst die Abschlussprüfung bevorsteht, wie sie Karo e. V.  finanzielle Hilfe zukommen lassen kann. Die Klasse organisierte ein reichhaltiges Kuchenbüfett für die Pausen an der Fachakademie für Sozialpädagogik. Was so verlockend aussah und duftete, fand schnell hungrige Abnehmer, und bei der Bezahlung ließ sich niemand lumpen. So kamen an diesem Tag 150 Euro zusammen, die den KARO-Verantwortlichen demnächst übergeben werden. Und es hört nicht auf: einige der jungen Frauen und Männer haben schon Ideen für weitere Aktionen, mit denen sie die Arbeit von KARO e. V. bekannt machen wollen.

www.karo-ev.de Spendenkonto KARO Institut: Volksbank Vogtland e.G. Bankleitzahl: 870 958 24 Kontonummer: 500 207 6014

Ungarn in Mödlareuth


Seit Anfang Januar 2013 sind nun schon vier junge Ungarn zu Gast in Hof. Sie wohnen in der Jugendherberge, sind Gäste der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik und arbeiten im Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum. Noèmi Tòth, Fanni Szecskò, Pèter Rèvay und Niki Bagi kennen sich schon ganz gut aus in Hof. Nahezu täglich werden sie von Hofer Studierenden zum Essen eingeladen und / oder zu gemütlichen und unterhaltsamen Abenden. Die Wege bewältigen sie in der Regel mit den Hofer Stadtbussen.


Am vergangenen Wochenende stand ein ganz besonderer Ausflug auf dem Programm. Mit den Dozentinnen Karin Herbrig und Urse Wendel und den Studierenden Gabriele Firak, Verena Rath und Norbert Müller besuchten sie "deutsche Geschichte live". In dem Dorf Mödlareuth erfuhren sie alles Wissenswerte über die deutsche Teilung und über das Ende der Grenze, die gerade Mödlareuth ähnlich trennte wie die Hauptstadt Berlin. Die Führung zeigte eindringlich, mit welchen Einschränkungen man auf beiden Seiten der Grenze leben musste. Bilder, Filme und natürlich der Ort selbst mit den Originalzeugnissen, die Fahrzeughalle und das Museum begeisterten die jungen Menschen durch die Anschaulichkeit. Da alle Vermittlung in englischer Sprache stattfand, musste nicht übersetzt werden - diese Sprache konnten alle Beteiligten verstehen. Keiner der jungen Besucher hat die Zeit der Teilung Deutschlands bzw. die Zeit des "Eisernen Vorhangs" bewusst miterlebt. Es war für sie kaum vorstellbar, dass Familien auseinander gerissen wurden, Freunde und ehemalige Nachbarn sich nicht besuchen durften, und eine Grenze von Militär bewacht wurde.

Die jungen Menschen zeigten großes Interesse an den Ausstellungen und an den Folgen des Zweiten Weltkrieges. Dass die Teilung Deutschlands in so einem kleinen Dorf wie Mödlareuth deutlich wurde, konnten sie kaum nachvollziehen. Mit Fanni Szecskò, die die deutsche Sprache recht gut beherrscht, waren sie sich einig: "Uns gefällt es mehr, miteinander zu leben und zu lernen, Praktika in anderen Ländern zu machen und uns mit viel Spaß und Freude trotz verschiedener Sprachen gut zu verständigen!"

Erster Ausbildungstag

Dieser Bericht ging heute an die Presse:

Raumschiff Fachakademie für Sozialpädagogik



Der erste Tag nach den Sommerferien ist an der Fachakademie für Sozialpädagogik immer etwas ganz besonderes. Obwohl der Unterricht in diesem Jahr an allen Schulen erst am 13. September beginnt, starteten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher bereits am Dienstag, 11. September. Grund dafür ist das besondere Konzept einer Seminarveranstaltung, die an drei aufeinander folgenden Tagen zu Beginn des Ausbildungsjahres stattfindet: die Unterkurse fahren gleich gemeinsam in eine große Jugendherberge nach Tannenlohe in die Oberpfalz.

Aber erstmal ließ die Vorbereitungsgruppe unter der Leitung von Karin Prix und Dr. Fatma Herrmann ein Zeit überschreitendes Raumschiff in der Sporthalle an der Hofer Mozartstraße landen - es übersprang mit lautem Getöse die Zeit von 1972 - dem Jahr der Gründung der Fachakademie - bis zum Jahr 2012, dem Jahr der Sanierung und dem vierzigjährigen Jubiläum der Ausbildungsstätte.

Von Flowerpower ins Computerzeitalter. Herzerfrischend stellten die Studierenden den Unterschied der vierzig Jahre auf der Bühne dar. Strickende, antiautoritäre Erzieherinnen werden plötzlich mit einem Handy und einem Computer konfrontiert - so manche Lehrkraft stellte insgeheim fest, dass sie Zeitzeugin dieser vierzig Jahre ist, und den Übergang live miterlebt hat.

Im Anschluss an dieses Erlebnis beschrieben Studierende des neuen Oberkurses, dass sie sich im Raumschiff Fachakademie sehr wohl fühlen, weil sie von einer tollen "Crew" begleitet werden; und diese wurde dann auf der Bühne vorgestellt. Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer wurde mit dem Prädikat "Kapitän" ausgezeichnet und nahm diesen Vergleich gerne an. "Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt" hieß es in einer kurzen Andacht. Dann ging "der Kapitän" auf die vielen organisatorischen Dinge ein, die aufgrund der Baumaßnahmen im Fachakademiegebäude noch zu berücksichtigen sind. "Sie bringen das Leben ins neue Haus," sprach er die Studierenden an; "es ist ihr Haus, nutzen sie es! Bis jetzt sind es nur Steine, füllen sie es mit Leben!"

Die Oberkurse verabschiedeten sich bald in ihre Kursräume, die Unterkurse erarbeiteten sich erste Strukturen in den neuen Gruppen und alle Studierenden im Sozialpädagogischen Seminar nutzten die folgenden Stunden zum ersten Beschnuppern des Raumschiffs Fachakademie.

Musikalisch umrahmt wurde die erste Stunde in diesem Raumschiff von Astrid Döberlein und Lis Wilczek, die eine gute Erinnerung an sommerliche Urlaubs- und Ferienmusik in die Sporthalle brachten.

Ehrungen

Wer auch immer bei den Fachakademien für Sozial- und Heilpädagogik in
Hof anruft, hat eine freundliche Stimme im Ohr: Käthe Lenz und Dorothea
Ullmann arbeiten dort im Sekretäriat, immer freundlich, immer
hilfsbereit und geduldig. Manchmal meint man, es kann sie wirklich
nichts aus der Ruhe bringen. Und weil beide diese Arbeit nun schon zehn
Jahre lang erledigen, ehrt der Träger der Fachakademien, das
Diakoniewerk Neuendettelsau, beide mit einer Urkunde und drei Tagen
Extraurlaub.
Es gratulierte das gesamte, dankbare Kollegium, Blumen überreichten
Fachakademieleiter Pfarrer Achim Schäfer und seine Stellvertreterin, Lis
Wilczek.

Musical "Das geheime Leben der Piraten"

Sooooo nah hat wohl noch niemand einen echten Piraten gesehen, außer den Besuchern in der Sporthalle der Hofer Fachakademie. Und sie können nicht nur singen und tanzen, nicht lesen, sich raufen und eine Prinzessin mit sich schleppen, sie verraten auch noch ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte! Und was da alles zum Vorschein kommt: Piraten, die gern tanzen, und Piraten, die lieber Joghurt in Regale einräumen möchten, als Schiffe zu kapern! Aber berühmt werden, das wollen sie alle, und sie lassen sich sauber übers Ohr hauen dabei.

Na - ein Erfolg allemal. Geschrieben hat das Musical mit Pfiff Andreas Schmittberger, in Hof wird es in Szene gesetzt von Lis Wilczek und Vince Köppel. Die Leitung haben Astrid Döberlein und Lis Wilczek, die Technik erledigen brillant Ralf Wunschelmeier und Johannes  Hienert. 28 - achtundzwanzig Mitwirkende geben auf der Bühne ihr Bestes, vom Krokodil zum alten Irren, äh - Iren.

Danke euch allen für dieses Erlebnis!

 

Piraten sind Piraten, in Worten wie in Taten!

Ab ins Ausland!

Ungefähr 75 frischgebackene, junge Erzieherinnen und Erzieher verlassen jedes Jahr die Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Die meisten von ihnen arbeiten anschließend in diesem Beruf – entweder im Kindergarten, im Hort, in der Krippe, der Jugendarbeit, der Behindertenhilfe oder der Jugendhilfe. Einige finden auch einen Platz in Grund- und Hauptschulen als Schulbegleiter. Einige der 75 jungen Menschen suchen sich einen Studienplatz und erweitern ihr in Hof erworbenes Wissen in ganz individuelle Fachrichtungen; Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie oder das Lehramt sind attraktive Studiengänge und mit der Grundausbildung an der Fachakademie gut zu meistern. Aber auch Auslandsaufenthalte haben ihren Reiz. Neben vielen Absolventen der vergangenen Jahre, die das Leben nach USA, Belgien, Schweden oder England geführt hat, gab es gerade im vergangenen Jahr einige, die sich ganz bewusst dafür entschieden haben, ein Jahr im Ausland zu verbringen.

So ging Thomas Helminger nach dem Berufspraktikum im Hofer Berufsbildungswerk nach Nicaragua. Er berichtet

„Ich absolviere momentan einen Freiwilligendienst im Rahmen des vom BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - finanzierten "Weltwärts-Programms“ in Nicaragua in Zentralamerika. Ich arbeite hier für ein Jahr in einer NGO - Nicht-Regierungsorganisation - mit dem Namen ADM - Asociacion para el Disarollo Municipal. Das ist eine Organisation, welche sich um die Entwicklung der einzelnen Gemeinden und Communities kümmert, Projekte im Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften und anderer Themen anbietet und den einzelnen Menschen, insbesondere den Frauen und Mädchen, ihre Rechte erklärt. Dabei geht es auch um die Versorgung mit sauberem Wasser, um medizinische und soziale Betreuung.

Ich selbst arbeite mit dem Programm "Tu mundo en el visor" - „Deine Welt im Fokus“. Dies ist ein trinationales Programm mit Jugendlichen aus Deutschland, Nicaragua und El Salvador. Es hat zum Ziel, dass sich die Jugendlichen aus diesen drei Ländern besser kennen lernen, etwas über die Lebenswelt der anderen erfahren, über die Kultur und die vorhandenen Probleme. Als Austauschmethode gibt es eine Internetplattform, auf welcher die Jugendlichen geschriebene Berichte zu den unterschiedlichsten Themen hoch laden können, z. B. über Umweltwissen, meine Stadt / meine Region, mein soziales Umfeld, und sie können die Beitrage anderer Jugendlicher kommentieren. Ich arbeite gemeinsam mit diesen Jugendlichen, helfe beim Erstellen dieser Reportagen, gehe gemeinsam mit ihnen auf Fototour. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass diese Jugendlichen etwas über die Benutzung von PC und Kamera lernen.
Momentan arbeite ich zusammen mit meiner Kollegin an einem Anti-Aids / HIV-Programm, welches wir für die einzelnen Communities vorstellen wollen. Ein Präventionsprogramm gegen Alkohol soll in den nächsten Monaten entstehen.
Die Fachakademie hat mir dafür einiges an Handwerkszeug mitgegeben. Ich denke, ich habe dort gelernt, mit Stress umzugehen und mich auch durch schwierigere Situationen durchzubeißen, was hier bereits oft der Fall war. Es fällt mir leicht, mit Menschen in Kontakt zu kommen, und ich habe in wenigen Wochen die Landessprache gelernt. Ich finde auch immer etwas, womit ich mich beschäftigen kann, wenn im Projekt mal weniger zu tun ist, weil ich gelernt habe, sehr genau zu beobachten!“

Katharina Rupprecht

“Nach meiner Ausbildung an der Fachakademie  hat meine Abenteuerlust mich für ein Jahr auf den riesigen Kontinent Australien gelockt. Hier arbeite ich für ein halbes Jahr als Au Pair in einer Familie und anschließend erkunde ich für ein weiteres halbes Jahr dieses faszinierende Land mit dem Meer, dem outback, dem Regenwald, den großen Städten und natürlich den Kängurus und den Koalas. Ein Land mit so vielen verschiedenen Attraktionen ist überwältigend!
Ich kann hier ganz viele neue Erfahrungen sammeln, mein Englisch verbessern und dabei treffe ich irrsinnig viele interessante Menschen aus der ganzen Welt.
An der Fachakademie in Hof hatte ich die Möglichkeit, ein Praktikum in Finnland und in England zu machen, so wurde meine Lust und mein Mut geweckt, neue Länder zu entdecken und mich auf neue Wege zu wagen. Der Chance, die mir die Fachakademie gegeben hat - Praktika im Ausland zu machen - verdanke ich nun diese wunderschönen Augenblicke in Down Under. In der Familie kann ich alle meine Kenntnisse und Fähigkeiten aus der Erzieherausbildung gut brauchen, und ich lerne jeden Tag etwas dazu.

Mir geht es hier in einem Vorort von Sydney sehr gut und die Vorfreude auf meine große Reise innerhalb des Landes, die in wenigen Wochen beginnt, ist groß.  Uluru, Brisbane, das Great Barrier Reef, Whitsunday Island, Fiji-Island ,Cairns, Perth und so viele andere Orte werde ich in der kommenden Zeit erkunden. Darauf freue ich mich!“

Auch für Carolin Höllrich war es der große Kontinent Australien, der sie magisch angezogen hat. Sie schreibt: „Offen sein für Neues, den eigenen Horizont erweitern, Unterschiede in Kulturellem finden, diese Unterschiede akzeptieren und manche vielleicht sogar übernehmen!?! Abenteuerlust, Neugierde und Lust auf neue Erfahrungen und Begegnungen… Genau darauf hat mich die Hofer Fachakademie gut vorbereitet. Und so genieße ich es gerade, mit den unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen zusammen in Australien/Sydney zu studieren. Genauer gesagt, ich studiere im „Hillsong International Leadership College“, ein christliches College mit Schwerpunkt auf Singing and Songwriting.

Seit Anfang Januar 2012 bin ich hier und darf meine Begabungen und Leidenschaften voll einbringen. Mit Kindern arbeiten, auf der Bühne stehen und Musik machen und mich für sozial schwache Menschen in den benachbarten Stadtteilen von Sydney einsetzen, das sind im Moment hier meine Hauptaufgaben, und ich tue alles mit Leidenschaft!“

Eva Imre-Loutksy schreibt aus New York:

Ich bin in Siebenbürgen geboren, ein Region von Rumänien wo die Rumänische, Ungarische und deutsche Kulturen zusammenlkommen. Ich kann die “Fingerabdrücke” dieser drei Kulturen auf meine Lebensweise sehr gut erkennen. Vielleicht wurde die Bedeutung dieser kulturellen Eindrücke während der zwei Jahrzehnte geklärt, die ich in Deutschland lebte. Während der letzten Jahren in Deutschland, war ich mit meine Ausbildung als Erzieherin bei der Fachakademie beschäftigt. Diese Zeit hat mein Leben mit einem tieferen Verständnis über menschliche Beziehungen geprägt und hat mein Lebenswelt erweitert. Obwohl ich nicht in der Lage war die erworbene Sachkenntnisse in der Erzieherin Beruf anzuwenden, da ich während der damaligen Zeit keine Arbeitsplatz finden konnte, die Ausbildung hat mich doch in meinem persönlichen Weltanschauung reicher gemacht.

Ich denke insbesondere an meine Teilnahme an der Entwicklungshilfeprojekt in der Rumänien Rehabilitationseinrichtung in Badacin, und auch an der erlebnisreiche Zeit während Praktika und Seminare.

Vor sechs Jahren, während der Zeit meiner Arbeitslosigkeit, habe ich die Einladung  einiger Freunde aus der USA für ein Besuch angenommen. Hier habe ich geheiratet und mein Leben nochmal in ein fremdes Land aufgebaut. Seit vier Jahren studiere ich an der New Yorker Universität, und aus praktischen Gründen habe ich mein Ausbildungsziel von “kindergarten teacher” zu “Dental Hygienest ” umgeändert. So habe ich mein Leidenschaft für Naturwissenschaften wiederentdeckt, und obwohl es ist sehr anstrengend, das Studium macht richtig Spaß. New York ist eine multikulturelle Metropole mit verschiedene Leute und verschiedene Wertvorstellungen. Ich hoffe, dass ich in die Zukunft mehr Gelegenheit finden werde, meine Eindrücke aus der Ausbildungszeit an der Faks in das Gemeinschaftsleben einzubringen.

Dies ist nur ein Ausschnitt der vorliegenden Berichte. Was die nächsten Jahre bringen und wohin die jungen Menschen gehen – wer weiß? Inzwischen gibt es auch viele, die mit einem weltweiten Erfahrungshorizont zurück kommen in ihre fränkische Heimat, und hier zuverlässig und kompetent in ihrem Beruf arbeiten.

Bilder folgen

25 Jahre mit Nina Hagemann

Seit 25 Jahren arbeitet Nina Hagemann an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik. Von unserem Arbeitgeber bekam sie dafür Ehre und Anerkennung, eine Urkunde und eine Gratifikation. "Sie sind Garant für die Fachlichkeit unserer Ausbildung," meinte Pfarrer Achim Schäfer bei der Übergabe der Auszeichnung.

Liegenbleibsel mit Sinn


Man glaubt gar nicht, was in den letzten Jahren so alles in den Umkleidekabinen der Sporthalle liegengeblieben ist, oder was man auf dem Parkplatz alles findet. Schlüssel, Schmuck, Uhren und Handtaschen, Plüschtiere und Federmäppchen; da hat sich in den letzten Jahren so einiges angesammelt. Beim Verkauf dieser Sachen zugunsten der Fahrten nach Badacin / Rumänien  kam eine gute Tankfüllung zusammen! Danke an alle Verlierer und an alle, die sich über ein Schnäppchen freuen!

Ungarn in Hof
Ein letztes "Dankeschön" von Agota Bodzan, Beatrix Bencze, Sara Huszar und Nikoletta Bagi
Die Abschiedsrunde in der Jugendherberge Hof
Portraits

Diese Portraits sind unter der Obhut von Dr. Fatma Herrmann entstanden. Es ist faszinierend, wie ähnlich die Bilder den Menschen sind. Ideengebender Künstler war Julian Opi. Verewigt haben sich die Kurse UK1, UK2 und UK3.

Weihnachtssingen

"Weihnachtslieder in der Altstadt"

Mit über zwanzig Studierenden, einigen Gitarren und Percussion-Instrumenten, viel guter Laune und vielen fröhlichen Weihnachtsliedern begaben sich Lehrkräfte der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik in der Woche vor Weihnachten in die Hofer Altstadt. Astrid Döberlein, Lis Wilczek, Karin Herbrig und Ursel Wendel hatten gemeinsam mit den Studierenden das "Weihnachtssingen" organisiert; der Erlös soll bedürftigen Kindern in Hof zu Gute kommen.

Den schönen weihnachtlichen Melodien, dem Sammlungshut und vor allem dem Charme von Fabian Geiser konnten dann auch viele Passanten nicht widerstehen, und so kamen in kurzer Zeit etwa 500 Euro zusammen! Alle Mitwirkenden waren begeistert von diesem Erfolg. Noch vor den Weihnachtstagen werden nun das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Elisabeth und das Kinder- und Jugendhilfezentrum Marienberg Besuch von Studierenden bekommen, die das ersungene Geld der Arbeit mit den Kindern zur Verfügung stellen.

Moldawierinnen zu Besuch in der Fachakademie und sozialen Einrichtungen

Begeistert zeigten sich drei Pädagoginnen aus Moldawien vom Kinder- und Jugendhilfezentrum Marienberg in Schwarzenbach/Saale und vielen anderen sozialen Einrichtungen in Hof und Oberkotzau. Einem intensiven Austausch mit dem Team der Erzieherinnen und Erzieher im Schwarzenbacher Kinderheim schloss sich ein Besuch der Räumlichkeiten der beiden Wohngruppen an. Eine ganz besondere Überraschung erlebten sie, als eine der Kolleginnen im Marienberg sich nahezu perfekt in russischer Sprache mit ihnen unterhalten konnte.

An der Kletterwand mussten sie sofort ihre eigenen Fähigkeiten erproben und waren durchaus erfolgreich! In einem abschließendes Gespräch mit der Teamleiterin Ulrike Baumgärtel wurden alle Fragen, die der Besuch aufgeworfen hatte, beantwortet und viele Vergleiche mit moldawischen Kinderheimen gezogen. Dort werden Kinder in großen Gruppen mit relativ wenig Personal erzogen. Sie sind sehr auf gegenseitige Hilfe angewiesen.

Von Schwarzenbach/Saale aus machte sich die kleine Besuchergruppe nach Hof und Oberkotzau auf. Auch dort besuchten die Frauen weitere sozialpädagogische Einrichtungen wie das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Elisabeth mit dem SUN-Cafè, das Jugendzentrum Q, die Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik und die Wohngruppen für Menschen mit Behinderung in Oberkotzau. Am Ende des Tages waren sie überwältigt von den vielen Eindrücken und der erlebten Offenheit und Gastfreundschaft.

Moldawien gilt als das ärmste der südosteuropäischen Länder. Das Land liegt zwischen Rumänien und der Ukraine, und ist erst seit 1991 ein eigenständiger Staat. Die Hauptstadt ist die größte Stadt des Landes, Chisinau. Moldawien hat etwa 3,4 Millionen Einwohner, die unterschiedlicher ethnischer Herkunft sind. Etwa 65 % sind rumänische Moldawier, je 13 % Russen und Ukrainer, relativ wenige Bulgaren und Gagausen, Deutsche, Polen und Tataren leben in Moldawien. Das Land hatte eine sehr wechselhafte Geschichte und ist bis heute nicht ganz zur Ruhe gekommen. Schwere politische Krisen werden aber von dem Wunsch bestimmt, in der Europäischen Union aufgenommen zu werden, mit der es seit 1998 ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen gibt. Im Mai 2009 trat Moldawien mit fünf anderen GUS-Staaten der Östlichen Partnerschaft der EU bei. Wirtschaftlich lebt das Land von der Agrarwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Für moldawische Bürger besteht in Deutschland und anderen Ländern Visapflicht.

Der Besuch der Pädagoginnen geht auf das Hilfsprojekt der Hofer Fachakademien für Sozial- und Heilpädagogik in Badacin / Rumänien zurück. Seit über zwanzig Jahren engagiert man sich dort gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Rehau für die Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit Behinderung. Valentina Ambros, eine der Sozialpädagoginnen, begleitet diese Hilfeeinsätze seit Jahren als Übersetzerin. Da Valentina Ambros in Bamberg lebt, und neben deutsch und russisch auch rumänisch spricht, ist sie eine unentbehrliche Hilfe bei der Unterstützung der Einrichtung. Man hat für die behinderten Menschen auch die "Zahnärzte ohne Grenzen" für Einsätze gewinnen können, auch hier ist immer sozialpädagogische Begleitung und die Übersetzung der rumänischen Sprache erforderlich.

Lena Verlan und Anjela Galusca bleiben nur zehn Tage in Deutschland. Sie müssen in Moldawien noch in anderen Berufen arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. "Soziales Engagement erfolgt fast ausschließlich auf ehrenamtlicher Ebene," meinten sie. Ihre weiteren Ausflüge führen sie nach Stuttgart in das Heimatmuseum für Bessarabiendeutsche, nach Rothenburg ob der Tauber zum Weihnachtsmarkt und zu sozialen Vereinen und Fachdiensten in Bamberg.

 

 

AIDS-Theater im Kino

Spannend und unter die Haut gehend verstanden es die Schauspieler, das Thema "AIDS" zu gestalten. Im Scala-Kino konnten unsere Studierenden erleben, wie schnell man sich mit der Materie auseinandersetzt, wenn man betroffen ist. Ein aktuelles Thema, mit dem sich alle jungen und junggebliebenen Menschen befassen sollten.

Vierte Jugendhilfemesse
Der Gastredner Ralf Weber informiert die gefesselten Zuhörer über seine Erfahrungen im staatlichen Erziehungssystem der DDR

Vierte Jugendhilfe-Messe in Hof

zu Gast:  Ralf Weber

 

 

„Sightseeing auf engstem Raum ist heute möglich“ empfahl der Leiter der Hofer Fachakademie, Pfarrer Achim Schäfer, den Studierenden der Sozialpädagogik. Die vierte Jugendhilfemesse hatte in der vergangenen Woche ihre Tore geöffnet. Zahlreiche Jugendhilfeeinrichtungen aus Bayern stellten sich durch ihre Mitarbeitenden und mit vielem Anschauungsmaterial in der Sporthalle  der Hofer Fachakademie einen Nachmittag lang vor. Für die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik bot sich die Gelegenheit zum Kennenlernen eines neuen Arbeitsfeldes, und viele nutzen diese Möglichkeit. Vorstellungsgespräche, Praktikums- und Hospitationsmöglichkeiten wurden besprochen und vereinbart. An den drei vorangegangenen Messen in den letzten Jahren hatten sich bereits erfolgreiche Kontakte ergeben, so dass an manchen Ständen wieder ehemalige Studierende ihre Nachfolger in der Fachakademie beraten konnten.

 

Für die Einrichtungen war die Messe eine gelungene Gelegenheit, dem Fachkräftemangel in diesem wichtigen sozialen Arbeitsfeld entgegenzuwirken. In diesem Jahr nahmen an der Messe  das Jugendhilfezentrum St. Elisabeth aus Hof, das Kinderdorf Martinsberg aus Naila, das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef aus Wunsiedel, das Thomas-Wiser-Haus aus Regenstauf, St. Vincent aus Regensburg, die Stationäre Jugendhilfe des Jean-Paul-Stift aus Bayreuth, die Geschwister-Gummi-Stiftung aus Kulmbach sowie die Diakonie Hochfranken mit der Stiftung Marienberg Schwarzenbach/Saale und dem Berufsbildungswerk Hof, und das SOS-Kinderdorf Immenreuth teil. Aus Thüringen war das AWO – Kinderheim Burgk vertreten, und von der Diakonie Würzburg war eine Vertreterin der Mädchenwohngruppe Pegasus angereist.

 

Nach der Messe luden Pfarrer Achim Schäfer und die Organisatorin der Messe, Diplom-Sozialpädagogin Nanne Wienands zur Rückschau ein. Mehr Zeit für die Gespräche forderten die Teilnehmer, und dieser Bitte wird im nächsten Jahr sicher entsprochen werden.

 

Der Dank der Schulleitung ging an die Teilnehmer der Messe, an die begleitenden Lehrkräfte und an die interessierten Studierenden gleichermaßen. Gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sind seit Jahren in allen sozialen Einrichtungen so gesucht wie nie zuvor. Mit Sonderkonditionen werben große Arbeitgeber in den Fachakademien um den Nachwuchs im erzieherischen Bereich. Die Messe soll die Kontakte fördern zwischen Absolventen der Fachakademie und einem Arbeitsfeld, in dem mit besonderem Verantwortungsbewusstsein gearbeitet wird, und für das auch besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich sind.

Auf diese besonderen Anforderungen war auch Ralf Weber eingegangen, der zwei Tage Gast im Unterricht an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik war. Ralf Weber musste in den sechziger und siebziger Jahren als Kind in neun Spezialkinderheimen der DDR aufwachsen. Heute lebt er mit seiner Familie in der sächsischen Lausitz. Die rigiden Erziehungsmethoden haben an Körper und Seele des Mannes Spuren hinterlassen. Er ist heute einer der Sprecher der ehemaligen Heimkinder aus Ost und West, die eine Entschädigung für erlittenes Unrecht vom Staat fordern. Ralf Weber gelang es, in seiner kurzen Ansprache genau auf den Punkt zu kommen und den jungen angehenden Erzieherinnen und Erziehern eindringlich die große Bedeutung ihres Berufes zu erläutern. „Seid immer kritisch. Hinterfragt Äußerungen und Meinungen, Berichte und Gutachten und achtet sensibel auf die Verhaltensweisen der Kinder,“ ermunterte er die jungen Menschen. „Was früher mit über einer Million Kinder auf beiden Seiten der Grenze geschehen ist, darf sich nie wiederholen,“ forderte er. „Gebt nie auf, euch für die richtigen Entscheidungen einzusetzen, und geht verantwortungsbewusst mit den euch anvertrauten Kindern um, überlegt genau die Konsequenzen eures Handelns. Gebt den Kindern in den heutigen Heimen Bildung und Entwicklungschancen, damit die nachfolgende Generation in der Gesellschaft bestehen kann.“ Abschließend lud er alle Anwesenden ein, die heutige Gedenkstätte des Jugendwerkhofes in Torgau zu besuchen.

 

Verabschiedung an der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik
Lis Wilczek und Matthias Bauer führten durch ein zwei Stunden-kurzweiliges Abschiedsfest!
Pantomime
Oberkurs 1 Klassenlehrerin Rita Krause
Oberkurs 2 Klassenlehrerin Nanne Wienands
Oberkurs 3 Klassenlehrerin Karin Prix
Sarah Fitz, Jessica Hain, Kathrin Sörgel, Marco Klosz, Maria Gottschald, Susan Knüpfer, Nina Schneider, Isabella Kern - Pfarrer Achim Schäfer

„Miteinander und füreinander“

„Komm mit mir ins Abenteuerland!“ sang der Chor eingangs und stimmte die Ober- und Unterkursler der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof  auf das Ende des Ausbildungsjahres 2010/11 ein. Ins Abenteuerland? Für die Unterkurse bedeutet das, dass das freizeitpädagogische Praktikum auf sie wartet, und nach den übrigen Ferientagen der Oberkurs mit der Abschlussprüfung. Und das Abenteuer des Oberkurses? Es besteht im Berufspraktikum, das den angehenden fast siebzig Erzieherinnen und Erziehern die staatliche Anerkennung bringen wird, aber auch ein anstrengendes letztes Ausbildungsjahr bedeutet.

In erster Linie bedeutete das Abenteuerland aber auch den Rückblick auf ein Ausbildungsjahr voller Geschehnisse, voller Aktivitäten und Projekten. 

Pantomimisch nahmen Studierende sich diese Aufarbeitung vor und nahmen alle, die Zuschauer und Akteure zugleich waren, mit auf die Reise. Um die Spannung etwas zu lockern, hatten die Programmgestalter gleich an den Anfang der Veranstaltung die Zeugnisverteilung an die drei Oberkurse gestellt. Der Oberkurs 1 mit der Klassenleitung Rita Krause der Oberkurs 2 mit Klassenleiterin Nanne Wienands und Karin Prix als Klassenleiterin des Oberkurs 3 verteilten die geheimnisvollen Umschläge.

Viele überdurchschnittlich gute Abschlüsse hatte es in diesem Ausbildungsjahr gegeben. Die acht besten Studierenden des Jahrgangs bekamen als Anerkennungspräsent je ein pädagogisches Fachbuch: Sarah Fitz aus Lengenfeld und Jessica Hain aus Hof für die hervorragende Note 1,07 in den Abschlussprüfungen, Kathrin Sörgel aus Hof für die Note 1,14, Marco Klosz aus Hof für den Durchschnitt von 1,21, Maria Gottschald aus Treuen und Susan Knüpfer aus Plauen hatten beide den Durchschnitt 1,23 und Isabella Kern und Nina Schneider, beide aus Hof, erreichten den Notendurchschnitt 1,29.

Anschließend blickten die Oberkurse selbst auf ihre bis dahin vierjährige Ausbildung zurück. Mit Spielen, Bildern und Gedichten gelang ihnen eine kurzweilige Show, die aber auch ahnen ließ, dass ihnen die Ausbildung viel bedeutet. Mit großer; spürbarer Wertschätzung verabschiedeten sich die Oberkurse von ihren Klassenleiterinnen; es gab Geschenke und Blumen. Im Berufspraktikum werden neue Betreuungsgruppen gebildet, auch die Vorfreude auf diesen neuen und letzen Ausbildungsabschnitt war zu spüren. So verabschiedete sich auch die Studierendenvertretung, gemeinsam mit den Vertrauenslehrern Ursel Wendel und Thomas Göller suchten sie nach Nachfolgern. Nina Schneider und Martin Grabowksi ermunterten die zukünftigen Oberkursler, sich weiterhin aktiv für die Belange der Studierenden einzusetzen.

Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung gestaltete sich ebenso abwechslungsreich wie der spielerische und der besinnliche Teil der Feierstunde. Bewährt vorbereitet von den Musikpädagoginnen Astrid Döberlein und Lis Wilczek, die von Richard Mai an der Gitarre und Anna Katharina Kaiser mit der Querflöte sowie verschiedenen Chorbesetzungen unterstützt wurden. Herausragend das Lied „She is“, im Original gesungen von The Fray; in der Fachakademie wagten sich daran erfolgreich Lisa Wolfrum, Victoria Horn und Nina Schneider.

Am Ende der fröhlichen Feierstunde wurde es doch noch besinnlich. Pfarrer Achim Schäfer, der Leiter der Fachakademie für Sozial- und Heilpädagogik, entließ alle Studierenden, ihre Eltern, Familien, Kinder und Freunde mit einem guten Segen in die Ferien. „Ein Segen ist die Hand Gottes auf deiner Schulter,“ meinte er, „und die brauchen wir so oft als Ermutigung, Ermunterung und Unterstützung.“

Open Ear - Konzert an einem Sommerabend

Wenn alles passt, ist das in Oberfranken schon ein Ausnahmezustand. Und an diesem Abend hat einfach alles gepasst:

Das Wetter: es war warm und angenehm und lange hell. Das Publikum: es war zahlreich erschienen, hatte gute Laune und viel Freude an der Musik. Die Musikanten: sie waren gut gelaunt, gut vorbereitet, gut drauf, und rhythmisch und gesanglich hervorragend. Die Technik: ist nicht ausgefallen, hatte aber auch nicht viel zu tun. Die Musik: gut ausgewählt, abwechslungsreich, laut, leise, ansteckend. Kleiner Imbiss: Sekt und Selters, dazu Kleinigkeiten aus dem Kulturcafè von Gülay Üstün, sehr passend.

„Open Ear“ war angesagt, die Bühne stand auf dem Pausenhof der Fachakademie vor der Kulisse „Baum und Teich“ und es passte einfach alles. Zum Start kamen die Percussionisten sogar von der Kletterwand herab und bewegten sich klopfend und raschelnd auf die Bühne zu – so hatte man gleich die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Da hatte sich Jung und Alt versammelt, Kinder, Geschwister, Eltern und Großeltern der Studierenden waren da, viele Dozenten und Lehrkräfte und auch einige Besucher, die „einfach so“ mal vorbei schauten; dazu einige ehemalige Studierende: alle waren willkommen.

Begrüßung und Moderation hatten ganz locker die Musiklehrerinnen Astrid Döberlein und Lis Wilczek in der Hand, spielerisch und sympathisch jonglierten sie die Mitwirkenden und die Musikstücke durcheinander. Gedichte, Gesangs- und Instrumentalsoli, der Chor und die Band wechselten sich ab und von „The Longest Time“ bis „Ein ehrenwertes Haus“, von „A Night like this“ bis „Wayfaring Stranger“ war alles dabei, was einen musikalischen Namen hat. Die Freude der Musiker am Tun steckte das Publikum schnell an. Die Gitarrenlehrer und Bandleiter Johannes Hienert und Ralph Wunschelmeier hatten im Laufe des Jahres wirkliche Begabungen unter ihrer Obhut, und zeigten, was ein guter Unterricht an einem interessierten Studierenden hervorbringen kann. Mehr als dreißig Mitwirkende waren dabei, und es wäre ungerecht, einzelne Namen zu nennen, denn es wirklich waren alle gut.

Open Ear war für ein Jahr das letzte Konzert im Innenhof der Hofer Fachakademie. Das Gebäude an der Mozartstraße wird saniert, ein Jahr wird die Bauzeit dauern. Auch das war Bestandteil des Abends „Happy Ending“ wünschten sich alle, und die Freude auf das erneuerte Haus war schon deutlich!

Eßstörung

Frau Voss, Herr Heckmann und Frau Unger gestalteten für unsere Berufspraktikanten einen Seminartag zum Thema "Eßstörungen". Frau Voss ist für uns keine Unbekannte mehr, seit einigen Jahren kommt sie an die Fachakademie und gestaltet interessant und spannend dieses wichtige Thema. Immer mehr Kinder sind übergewichtig, immer mehr junge Frauen zeigen Störungen des Essverhaltens.

Frau Voss ist Mitarbeiterin bei ANAD e. V.

Konfrontative Pädagogik

28. April 2011. Mitten in den Osterferien treffen sich 18 BerufspraktikantInnen und ErzieherInnen, um eine ganz besondere Fortbildung mit Verena Fiur und Anne Breitenbach zu erleben "Konfrontative Pädagogik - Verstehen alleine genügt nicht".

Konfrontative Pädagogik ist geprägt durch die methodischen Erfahrungen der kognitionspsychologisch orientierten konfrontativen Therapie (Corsini 1994:555ff.) sowie der provokativen Therapie des social workers und Psychotherapeuten Frank Farrelly (1994:956ff.), deren verblüffende, humorvolle, paradox-interventionistische Alltagsarbeit gerade bei sozialarbeits- und psychologiegesättigten Probanden auf Neugier und Interesse stößt. (vgl. Weidner/Kilb 2006)

Konfrontative Provokation und emotionale Aufrichtigkeit kann sehr schnell Vertrauen und Veränderung schaffen.

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