Sonntag 20.08.17
Überblick

Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung feierten 15 frisch gebackenen Heilpädagoginnen und 1 Heilpädagoge gemeinsam mit ihren Dozenten ihr Abschlussfest

Überblick zum Ausbildungsbereich Heilpädagogik

Heilpädagogik versteht sich als eine wisssenschaftliche Disziplin der Pädagogik. Sie beschäftigt sich in Forschung, Theorie, Lehre und Praxis mit Menschen, deren Entwicklung unter erschwerten Bedingungen verläuft.

Heilpädagogik versucht, die Erschwernisse in ihren Zusammenhänge zu erkennen, zu deuten, zu erklären und zu verändern. Sie entwickelt eigenständige Ideen, aus denen sich Handlungskompetenzen ableiten. Dabei geht die Heilpädagogik von einem ganzheitlichen, personalen Menschenbild aus. (Berufsbild: Berufsverband der Heilpädagogen e. V.)

Heilpädagogik bezieht sich zur Ermöglichung der Inklusion auf die Einzigartigkeit jeder Person und begleitet Menschen bei dem Ziel, in gleichberechtigter Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe inklusiv zu leben. Heilpädagogen unterstützen dabei:

  • behindernde Barrieren abzubauen und eine Gesellschaft ohne Diskriminierung zu gestalten;
  • allen Menschen Selbstbestimmung in sozialer Verbundenheit zu ermöglichen;
  • behindernde gesellschaftliche Rahmenbedingung kritisch in den Blick zu nehmen und abzubauen;
  • Diskriminierung durch Zuschreibungs- und Etikettierungsprozesse zu vermeiden;
  • aus der Perspektive der behinderten Person zu argumentieren;
  • angebotene Hilfen an der Person zu orientieren;
  • frühe Separation von Kindern zu verhindern;
  • Dialog zwischen Menschen zu ermöglichen;
  • alle Bürger dazu zu ermutigen, mit Fremdheit umzugehen und Berührungsängste abzubauen

(vgl. Ständige Konferenz der Ausbildungsstätten für Heilpädagogik in Deutschland, 2012).

Arbeitsfelder sind z. B. Frühförderstellen, Sonderkindergärten, heilpädagogische Tageseinrichtungen, Kindertageseinrichtungen, Regelschulen, Jugendhilfe (ambulant, stationär), Ambulanzen im Sozialraum, Förderschulen, Förderzentren, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Wohnheime, Einrichtungen für Sinnesbehinderte, Sprachheileinrichtungen, Kinder- und Jugendpsychiatrien, Kliniken, ambulante Dienste, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, wie Beratungsstellen und Altenhilfeeinrichtungen etc.

Grundregeln heilpädagogischen Handelns nach Paul Moor

  1. Nicht gegen die Fehler, sondern für das Fehlende.
  2. Erst verstehen, dann erziehen.
  3. Nicht nur das Kind, auch seine Umgebung ist zu erziehen