Donnerstag 13.12.18
Berichte >>2015
Studierende der Heilpädagogik stimmen sich auf Weihnachten ein

Auf ein Jahr der Veränderung blickten die Studierenden der beiden Ausbildungskurse der Fachakademie für Heilpädagogik Hof zurück.
Im gemeinsamen Unterricht mit den Dozentinnen Steffi Rüger und Heidi Lange stimmten sie sich nun auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Dafür gingen sie auf eine imaginäre Reise in vier Länder, die beispielhaft für die aktuelle Weltsituation ausgewählt wurden: Libanon, Frankreich, Türkei und Israel. Ausgewählte weihnachtliche Geschichten aus den vier Ländern regten zum Nachdenken an.
An der ersten Station, dem Libanon, stand das Thema „Veränderung“ im Mittelpunkt, Die Studierenden erfuhren, dass es dort achtzehn Religionsgemeinschaften gibt und im Libanon aktuell palästinensische, irakische und syrische Flüchtlinge beherbergt werden.

In der zweiten Station, Frankreich, beschäftigten sich die Studierenden mit dem Thema „Annäherung“. Aufeinander zugehen, trotz vieler Unterschiede, das ist für einen Friedensprozess im Großen und im Kleinen unerlässlich. Umgang mit Diversity, also Verschiedenheit, ist auch für Heilpädagogen ein wichtiges fachliches Anliegen. Als Pädagogen haben sie die persönliche und berufliche Aufgabe, einem rassistischen und diskriminierenden Ansinnen gefährdeter Jugendlicher entgegen zu wirken. Religionsfreiheit ist in Deutschland ein Grund- und Menschenrecht.

Dass im dritten Land, mit dem sich die Studierenden der Heilpädagogik beschäftigten, der Türkei, nicht Weihnachten gefeiert wird, war allen bekannt. Die hierzu ausgewählte Geschichte eines türkischen Familienvaters in Deutschland, der dem Drängen seiner Kinder nachgeben und sich einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer stellen wollte, zeigte, dass es individueller Entscheidungen bedarf, wenn sich eigene und fremde Traditionen mit Religion verbinden.

Schließlich setzten sich die Studierenden bei der letzten Station mit Israel auseinander. Dabei stand das Thema „Auf dem Weg sein“ im Vordergrund. Menschen aufnehmen, die auf der Flucht sind, ist derzeit ein häufiger Diskussionspunkt. Die Studierenden der Heilpädagogik engagieren sich seit November diesen Jahres in einem Projekt mit unbegleiteten Minderjährigen, die nach Europa geflüchtet sind. Viele neue Erfahrungen werden dabei gemacht und nicht immer ist die gegenseitige Verständigung einfach. Für die heilpädagogische Arbeit ist es in jedem Fall sehr bedeutsam, sich in den anderen einfühlen zu können, seine Nöte zu verstehen und angemessene Unterstützung zu bieten.

Der Bericht wurde geschrieben von Heidi Lange, Heilpädagogin.

Das Bild zeigt die Teilnehmer des Ober- und des Unterkurses der Heilpädagogik

Abschlussfeier für zwanzig neue Heilpädagoginnen und Heilpädagogen

<big><big>Feierlich ging es zu am Donnerstagabend der letzten Woche in der Fachakademie für Heilpädagogik. Nur alle zwei Jahre schließt diese Ausbildung ab, die berufsbegleitend und meist an den Wochenenden unterrichtet vier Jahre lang hohe Anforderungen an die Studierenden stellt. Neben dem Alltag der Studierenden in beruflicher und privater Hinsicht - viele  sind Familienmütter bzw. -väter - nahmen sie vier Jahre lang allwöchentlich den Weg nach Hof auf sich. </big></big><big><big><big><big><small><small>Viele der Studierenden hatten jede Woche eine weite Anreise. Aus der Oberpfalz, aus Pottenstein oder aus Thüringen und Sachsen kommend, kann die Fahrzeit schnell bei zwei bis drei Stunden liegen.</small></small> <small><small>Niemanden</small></small></big></big><small><small> </small></small>wunderte es, dass nun zum Abschluss etliche Tränen der Freude und der Erleichterung flossen? Alle hatten den Abschluss geschafft und dürfen sich nun Staatlich geprüfte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen nennen.</big></big>

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<big><big>Ausbildungsleiterin Hildegard Havenith blickte auf die vier Jahre zurück. Sie verteilte die Zeugnisse, Blumen und Geschenke und sie zeichnete die Beste aus: Tanja Till aus Selbitz mit dem Notendurchschnitt 1,54. Simone Debray aus Chemnitz erhielt eine Anerkennung als diejenige Studierende, die keine Unterrichtsstunde versäumt hatte. "Projekte, Einzelfallhilfen, Theoriepräsentationen, Gesprächsrunden, Wissenskompetenzen, ICF- und Tagungen in Berlin, Qi Gong, der Berufsverband, lebendiges Lernen, Bildungstage und therapeutische Spiele haben uns über vier Jahre begleitet, aber wir haben auch gemeinsame Mahlzeiten, Pausen und Feiern erlebt," rief sie allen ins Gedächtnis zurück. "Drei Kinder sind in dieser Zeit zur Welt gekommen; und alle Mütter hatten kaum Fehlzeiten in der Ausbildung," hob sie hervor. "Euer fester Zusammenhalt in der Gruppe hat euch ausgezeichnet!"

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<big><big></big></big> <big><big>Der Leiter der Hofer Fachakademie für Heilpädagogik, Pfr. Achim Schäfer, erläuterte in seiner kurzen Besinnung den Hintergrund eines Spielzeugs, das er immer in seinem Büro stehen hat: eines Stehaufmännchens. "Die Kunst, wieder stabil zu werden," nannte er dieses Sinnbild des Menschen, "wie kommt man in belastenden Situationen wieder in die Balance?" Schäfer erläuterte, dass es Strategien gibt, sich selbst zu helfen: Widerstandskraft, ehrliche Selbstreflexion, eine klare Wertorientierung, die Liebe zum Beruf und die Glaubensüberzeugung nannte er als unabdingbar. Aber auch das Stehaufmännchen kann auf der Nase liegen bleiben kann. "Dann braucht man eine helfende Hand, dann kann die Erfahrung von HIlfe und Ermutigung ein Leben lang tragen. Heilpädagogen sind professionelle Menschenaufrichter, sie geben die heilsamen Berührungen Gottes weiter!" Damit entließ er die zwanzig Staatlich geprüften Heilpädagogen mit vielen guten Wünschen des Ausbildungsträgers, der Diakonie Neuendettelsau, in die berufliche Arbeit.

Für die neuen Heilpädagogen sprach Katharina Dietze aus Riesa über den Wert der Ausbildung und die Wertschätzung, die der Ausbildung von den Studierenden in vielerlei Hinsicht entgegengebracht wurde. Tanja Till aus Selbitz packte in ihre Abschlussansprache sehr humorvoll viele fachliche Begrifflichkeiten und wendete sie evaluierend auf die Beziehung zwischen den Dozenten und den Lernenden an. Sie charakterisierte die Art der Unterrichtsmethoden nach Farben, und entsprechend bekam jeder Dozent ein kleines farbiges Geschenk; z. B. bedeutete die Farbe Gelb "Praxisnähe", Grün für alle schönen Momente, Blau für die Methodenvielfalt, Rot für das Sprechtempo, Braun für den Mut und Orange für Werte und Vielfalt. "Das Beste aus diesem Farbenmix haben Sie uns mitgegeben," schloss sie ihre Rede ab.

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Die ausbildenden Lehrkräfte waren sichtlich stolz auf die erbrachten Leistungen und die persönliche Entwicklung, die sie bei den Studierenden bewirkt hatten: Ingrid Börner, Hildegard Havenith, Rita Krause, Christl Kuhn und Heidi Lange unterrichteten die wichtigsten Fächer und hatten damit die Hauptverantwortung für die Ausbildung. Musikalisch sehr einfühlsam begleitet wurde die Feierstunde von Lis Wilczek, der stellvertretenden Akademieleiterin, sie spielte abwechselnd Klavier und Saxophon. Sie wurde kompetent unterstützt von Daniela Stief, einer angehenden Erzieherin. Heilpädagoge Udo Schöpplein begleitete einige Lieder mit der Geige. Sowohl der Chor der Dozenten, als auch die Heilpädagogen hatten witzige und passende Liedbeiträge vorbereitet. Aus dem Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse begleitete die Abschied Nehmenden die Sequenz

<big><big>"Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe</big></big>

<big><big> Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,</big></big>

<big><big> Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern</big></big>

<big><big> In andre, neue Bindungen zu geben."</big></big>

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 "Geh unter der Gnade" hieß es am Ende der nun tatsächlich letzten gemeinsamen Stunde des Heilpädagogen-Jahrgangs 2011 bis 2015. "Ich kann es noch garnicht fassen," meinte eine der Absolventinnen. Vorgestern saßen wir noch im Colloquium; es ging doch alles sehr schnell!"Die neuen Heilpädagogen sind: Batzel, Irina Biener, Alexandra Bondarev, Erika Debray, Simona Dietze, Katharina Dülberg, Tanja Hornig, Gabriele Jedrzejowski, Wioletta Kazmierzak-Haas, Ina Malz, Steffi Meyong, Manja Munzert, Katja Sachs, Julia Sachs, Mareen Schenker, Heinke Schnauder, Dunja Schöpplein, Udo Schricker, Heike Till, Tanja Wiesner, Jennifer