Sonntag 21.10.18
Ausbildung >>Spezielle Übungen >>Psychomotorik (Teil 2)

Psychomotorik II

"Das Bewegungsverhalten eines Menschen gibt häufig auch Aufschluss über seine psychische Befindlichkeit, über Prozesse, die er u.U. nicht sprachlich ausdrücken kann oder will, die aber zum Verständnis seiner Probleme von wesentlicher Bedeutung sind."
(R. Zimmer, H. Circus)

Der Terminus Psychomotorik kennzeichnet die Wechselwirkung und den engen Zusammenhang zwischen psychischen und motorischen Vorgängen.

Psychomotorik als heilpädagogische Methode ermöglicht einen ganzheitlichen, humanistischen und entwicklungsgemäßen Zugang zum Menschen.

So geht es zum einen um die Kenntnis der Motorik – etwa Entwicklung der Motorik und deren Funktionen – und zum anderen um interaktive Beziehungsgestaltung und empathisches Verstehen der psychomotorischen Ausdrucksweise des Gegenübers.

Im Gruppenkontext werden produktive, adaptive, expressive, explorative, kommunikative, komparative (Kiphard) und interaktive Selbsterfahrungen inszeniert und begleitet.

Ziel der psychomotorischen Arbeit ist die Entwicklung und Stärkung der Handlungskompetenz unter Berücksichtigung der individuellen Ich-, Sach- und Sozialkompetenz.

Die psychomotorische Pädagogik wendet sich gegen jede mechanistische Einengung; sie zielt dagegen auf eine lustbetonte und für den Klienten erfolgreiche Aktivierung aller verbliebenen Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten (E. J. Kiphard)

Inhalte des Unterrichts:
Psychomotorik I: (Einführung)

  1. Eigenerfahrung mit Bewegung und Wahrnehmung
  2. Biografiearbeit: Entstehung der eigenen Bewegungserfahrungen in der Kindheit
  3. Geschichte der Psychomotorik
  4. Einblick in die Praxis der Psychomotorik
  5. Diagnostik: Bewegungsbeobachtung, Motoriktest MOT 4-6
  6. Psychomotorische Handlungskompetenz
  7. Sachkompetenz und praktische Fördermöglichkeiten (Materialerfahrung)
  8. Soziakompetenz und praktische Fördermöglichkeiten (Sozialerfahrung)
  9. Ichkompetenz und praktische Fördermöglichkeiten (Körpererfahrung)
  10. Selbstkonzept und Psychomotorik

Psychomotorik II: (Vertiefung)

  1. Verschiedene Ansätze und Positionen der Psychomotorik und deren Bedeutung für die heilpädagogische Arbeit:

    1. Der Kindzentrierte Ansatz
    2. Der Verstehende Ansatz
    3. Psychomotorische Übungsbehandlung
    4. Sensorische Integration
    5. Tiefenpsychologie und Psychomotorik

  2. Arbeitsfelder der Psychomotorik in Verbindung mit heilpädagogischer Handlungskompetenz

    1. Psychomotorik mit Menschen mit geistiger Behinderung
    2. Psychomotorik mit Jugendlichen
    3. Psychomotorik mit Erwachsenen
    4. Psychomotorik mit alten Menschen

(Heidi Herold-Lange)