Samstag 18.08.18
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Fachpraxis

Heilpädagogische Fachpraxis I und II

Heilpädagogische Hilfe im Einzel- und Gruppenbezug geschieht immer auf der Basis einer dialogischen Beziehung. Sie kann je nach Bedürftigkeit der betroffenen Menschen und nach Lebensalter  (vom Kleinstkind bis zum Seniorenalter) gestaltet sein als ganzheitliche Entwicklungsförderung, als Erweiterung spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten zur  Lebensgestaltung und Hilfe zur gesellschaftlichen Teilhabe . Ziel ist es, Lebensqualität zu erzeugen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und in gesellschaftliche Bezüge eingebunden zu sein (Inklusion).

Heilpädagogische Fachpraxis I

In den ersten beiden Jahren führen die Studierenden in einem Arbeitsfeld, in dem sie selber nicht beruflich tätig sind, eine heilpädagogische Einzelfallhilfe durch. Auf dem Hintergrund ihrer bisherigen Berufserfahrung erschließen sie sich mit Beratung durch die jeweiligen Fachpraxisdozentinnen neue Arbeits- und Erfahrungsfelder, um dort eine/n Klientin/en für die Heilpädagogische Einzelfallhilfe zu finden.
Die regelmäßige Arbeit mit dem Klienten (im allgemeinen eine Behandlungsstunde pro Woche) vollzieht sich bis zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres nach einem vorgegebenen Handlungsplan.
Parallel dazu stehen die Studierenden in  Lerngruppen (je drei Studierende) bei jeweils einer Dozentin in einem kontinuierlichen Anleitungs- und Beratungsprozess.
Die heilpädagogische Arbeit mit dem/der Klienten/in, mit der Familie und  dem institutionellen Umfeld, der Reflexionsprozess innerhalb der Lerngruppe, die Integration von theoretischem und Handlungswissen sowie die eigene Dokumentation in Protokollen und Berichten führen zur Integration und Vertiefung von Handlungs-, Persönlichkeits- und Wissenskompetenz.

Heilpädagogische Fachpraxis II

Im dritten Ausbildungsjahr führen die Studierenden eine heilpädagogische Hilfe für eine Kleingruppe durch.
Auf der Basis der bereits erworbenen Kompetenzen lernen die Studierenden unter heilpädagogischem Aspekt zu arbeiten.  Dabei wird Teamarbeit angestrebt.
Die im fachpraktischen Unterricht  der allgemeinen und spezielle Übungen vermittelten Handlungskonzepte geben den Studierenden die Möglichkeit, für die Gruppe passende Elemente auszuwählen und ihren eigenen Arbeitsstil zu entwickeln.
Der Ablauf ist vergleichbar mit der Einzelfallhilfe. Die Gruppenarbeit ist spätestens mit Beginn des vierten Ausbildungsjahres abgeschlossen.

Projektarbeit

Eine besondere Form des fachpraktischen Lernens ist die  Projektarbeit. Während der 4-jährigen Ausbildung arbeiten alle Studierende in jeweils zwei Projekten  mit, die sie sich in 3-er-Gruppen  unter Beteiligung/Beratung von DozentInnen  thematisch selbständig erschließen. Es erfolgt eine ertiefte Auseinandersetzung mit einem Themengebiet der Heilpädagogik. Ziele sind zum Beispiel: Vernetzung von Wissen (Theorie, Handlungsfelder, Methoden), selbstgesteuertes Lernen, Erkundungslernen, Experimente im Feld,  Abgleich von Wissen und Handeln im Feld, Anwendung von Wissenschaftsmethodik, politisches Engagement, Öffentlichkeitsarbeit. Projektformen wie:  

  • Lernprojekte; z.B. Schreibwerkstatt, wissenschaftliches Arbeiten, Fallarbeiten,
  • Erkundungsprojekte; z.B. Feldbeobachtungen, Interviews, Experimente,
  • Innovationsprojekte; z.B. Inklusive Kleingruppenprojekte, politische Projekte

sind möglich.

Eine besondere Herausforderung ist die Möglichkeit der Erprobung heilpädagogischen Handelns in Rumänien. Zu der psychiatrischen Einrichtung in Badacin besteht seit fast 20 Jahren eine gute Verbindung, inzwischen mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Fachpraxis findet eine theoretische Vertiefung durch das Erstellen einer FACHARBEIT im vierten Ausbildungsjahr. Die Themen der Facharbeiten geben einen Überblick über die Vielfalt unserer fachpraktischen Arbeitsfelder.